Ein gepfändetes Luxusauto, versiegelte Spielautomaten, eine Festnahme: Bei einem Großeinsatz in Duisburg haben Polizei, Staatsanwaltschaft, Zoll und Ordnungsamt von Freitagabend bis in den frühen Samstagmorgen (31. Juli bis 1. August) Schwerpunktkontrollen gegen Clankriminalität und in der Gastronomie durchgeführt. Kontrolliert wurde auch der Bereich rund um die Waffen- und Messerverbotszone in Hamborn, die erste dauerhafte Waffen- und Messerverbotszone in ganz Nordrhein-Westfalen.
Einsatz gegen Clankriminalität in Duisburg: eine Festnahme, eine illegale Waffe
Bei der Razzia wurden nach Angaben der Polizei 24 Gewerbeobjekte in Duisburg kontrolliert. Die Beamten nahmen eine Person fest und stellten unter anderem ein Einhandmesser sicher. Sie schrieben fünf Strafanzeigen, erteilten 17 Ordnungswidrigkeitsanzeigen und 30 Verwarngelder und führten fünf Sicherstellungen durch. Die Einzelheiten:
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- Bei einer der 156 Personenkontrollen stellte die Polizei fest, dass gegen einen Mann ein offener Haftbefehl vorlag. Die Beamten nahmen den Mann fest und brachten ihn ins Polizeigewahrsam.
- Ein Gastronomiebetrieb wurde geschlossen; zu den Gründen gibt es bislang keine Angaben. In mehreren Fällen wurde außerdem gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen.
- Steuerrückstände stellten die Einsatzkräfte in mehreren Fällen fest. In einem Fall pfändeten sie daher einen BMW und schleppten das Auto ab.
- In einem Gewerbe fanden die Beamten zum wiederholten Mal unversteuerte Zigaretten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ordnete daher die Durchsuchung einer Privatwohnung an. Ein weiterer Fund dort blieb aber aus.
- Die Polizei stellte mehrere illegale Vapes sicher.
- Die Einsatzkräfte versiegelten mehrere Geldspielgeräte. In einigen Fällen waren Stundenaufzeichnung und Preisauszeichnung falsch.
- Es wurden zahlreiche arbeitsrechtliche Verstöße und Pfandverstöße festgestellt.
- Mehrere Personen konnten sich nicht ausweisen.
- Eine Person beleidigte während des Einsatzes einen Polizisten. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Am Schwerpunkteinsatz beteiligt waren neben Polizei, Staatsanwaltschaft, Hauptzollamt und Ordnungsamt Duisburg auch die Bezirksregierung Düsseldorf sowie das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Mit der gemeinsamen Razzia wollen sie kriminelle Clanstrukturen bekämpfen, Gewaltkriminalität reduzieren und die Gastronomie kontrollieren.
Clans und Hells Angels: Zahlen zur Gewaltkriminalität in Duisburg
Der Hamborner Altmarkt, ein Teil der Schwerpunktkontrollen von Freitagnacht, ist seit Mai NRWs erste dauerhafte Waffen- und Messerverbotszone. Die Polizei will die Verbotszone nutzen, um die Clan- und Rockerszene vor Ort zu bekämpfen: Sowohl die Hells Angels als auch türkisch-libanesische Großfamilien führen in dem Bereich ihre Geschäfte. Das soll ihnen erschwert werden. Im April sagte Polizeidirektorin Livia Degner, Kontrollen könnten jederzeit stattfinden.
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Der jüngste Kriminalitätsbericht der Polizei Duisburg hatte offenbart, dass die Anzahl der Straftaten in der Stadt auf den höchsten Stand seit 2016 gestiegen ist. Besonders gefährliche Körperverletzungen gibt es mehr: 2024 gab es in diesem Bereich noch 1526 Delikte, 2025 waren es 1609. Bei Mord und Totschlag stieg die Zahl der Vorfälle sogar um mehr als zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Für 2025 berichtet die Kripo von 34 Fällen von vollendetem oder versuchten Mord oder Totschlag.
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Livia Degner, Polizeiführerin des Schwerpunkteinsatzes, sagt: „Die Bekämpfung der Clankriminalität gehört zu den zentralen Zielen der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Wir arbeiten eng mit unseren Netzwerkpartnern zusammen und können auf eine langjährige Erfahrung aus gemeinsamen Einsätzen zurückgreifen. Integrative und konsequente Kontrollaktionen sind unverzichtbar für eine nachhaltige Kriminalitätsbekämpfung.“
Konsequente Kontrollaktionen sind unverzichtbar für eine nachhaltige Kriminalitätsbekämpfung.
Livia Degner, Polizeiführerin des Schwerpunkteinsatzes





