Laut Weltgesundheitsorganisation hat die Hitze am Wochenende 1300 Menschen in Europa das Leben gekostet, am stärksten gefährdet sind allein lebende Senioren. In Duisburg, wo bis zu 40 Grad gemessen wurden, erlebten die Notaufnahmen einen Ansturm. Und die hitzebedingten Einsätze brachten auch die Rettungsdienste ans Limit. Neue Zahlen der Stadt vermitteln einen Eindruck, wie dramatisch die Situation für die Retter und für hilfsbedürftige Duisburgerinnen und Duisburger war.

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Duisburger Rettungskräfte: In der Hitze fünfmal mehr Tote als sonst

Auf die Frage zur Zahl der Duisburger Hitzetoten antwortet Stadtsprecher Maximilian Böttner: „Am Wochenende hatte die Feuerwehr deutlich mehr Rettungseinsätze zu fahren, bei denen Patienten verstorben sind oder bereits leblos aufgefunden wurden.“ Von Donnerstag, 25. Juni, bis Sonntag, 28. Juni, seien 32 Todesfälle registriert worden, bei denen ein Verbrechen sehr unwahrscheinlich ist.

Stadtsprecher Maximilian Böttner berichtet von vielen Todesfällen und Rettungseinsätzen in der Hitze.
Stadtsprecher Maximilian Böttner berichtet von vielen Todesfällen und Rettungseinsätzen in der Hitze.© Stadt Duisburg | Tanja Pickartz

Rettungssanitäter finden fast täglich Leichen, die 32 Todesfälle binnen vier Tagen sind jedoch ein außergewöhnlich hoher Wert. Böttner nennt zwei Vergleichszahlen: Am Wochenende vom 11. bis 14. Juni habe die Feuerwehr sechs Verstorbene gezählt, vom 18. bis 21. Juni fünf. Ob die 32 Toten vom vorigen Wochenende wegen der Hitze verstorben sind, kann die Feuerwehr nicht sagen, betont Böttner: „Bei Personen, die leblos aufgefunden werden, ermittelt die Kriminalpolizei den Hintergrund.“

Feuerwehr: 600 Einsätze mit Rettungswagen mehr als sonst

Die Polizei berichtet von einer „mittleren zweistelligen Zahl“ an Einsätzen am Wochenende, „bei denen Bürgerinnen und Bürger verstorben aufgefunden wurden (Stand: 28. Juni)“. In allen Fällen wird ein Todesermittlungsverfahren durchgeführt, erklärt Sprecher Daniel Kattenbeck: „Aufgrund der Auffindesituation gehen wir derzeit davon aus, dass bei der überwiegenden Anzahl der Fälle die hohen Temperaturen zumindest mitursächlich für den Todeseintritt waren.“

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Die Todesfälle machen gleichwohl nur einen Bruchteil der hitzebedingten Einsätze aus. Vom 21. bis 28. Juni führte die Feuerwehr 1949 Einsätze mit Rettungswagen durch – etwa 600 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Es waren laut Feuerwehr trotzdem nicht mehr Rettungswagen im Einsatz. „Allerdings wurden die Einsatzspitzen durch den deutlich erhöhten Einsatz von Reserve-Rettungswagen aufgefangen“, erklärt Stadtsprecher Böttner. „Das bedeutet, dass im Brandschutz eingeteilte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Feuerwehr zusätzlich Rettungswagen gefahren haben.“ Bei den Einsätzen seien auch Menschen in Wohnungen bewusstlos aufgefunden worden. „Aber das passiert natürlich immer wieder, nicht nur an besonders heißen Tagen.“

Mehr als doppelt so viele „Corhelper“-Einsätze

Böttner erläutert eine weitere Besonderheit: In der Hitzeperiode sind wegen der vielen Notfallsituationen deutlich mehr „Corhelper“ und „First Responder“ aktiviert worden.

Als Corehelper werden qualifizierte Ersthelferinnen und -helfer via App alarmiert, die sich in der Nähe eines Einsatzortes befinden, zum Beispiel, um zu reanimieren, bis Rettungskräfte ankommen. Ergänzend wird als First-Responder ein Löschfahrzeug zum Notfall geschickt. In der heißen Woche vom 21. bis zum 28. Juni zählte die Stadt 77 Corehelper- und vier First-Responder-Einsätze. „Im Vorjahr zur gleichen Zeit waren es 32 Corhelper- und zwei First-Responder-Einsätze“, ordnet Böttner ein.

Hitzewellen: Die Stadt warnt

In den meisten hitzebedingten Notfällen müssen die Sanitäter Folgen von Insolation („Sonnenstich“) und Dehydratation („Wassermangel“) behandeln. Die Stadt warnt, auch mit Blick auf kommende Hitzewellen: „Ob kerngesund oder vorbelastet, wer sich zu lange bei hohen Temperaturen in der Sonne aufhält, riskiert hitzebedingte Erkrankungen, die durch eine Überwärmung des Körpers entstehen. Dabei kann es anfangs zum Sonnenstich oder einer Hitzeerschöpfung und im schlimmsten Fall sogar zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag kommen.“ Die Verwaltung empfiehlt folgendes Verhalten in der Hitze:

  • „Trinken Sie ausreichend.
  • Halten Sie sich nicht in der prallen Sonne auf.
  • Tragen Sie eine Kopfbedeckung.
  • Essen Sie leichte Kost.
  • Wählen Sie lockere und luftige Kleidung aus.
  • Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten.“