Die Hitze hat alle Register gezogen, doch das Duisburger Traumzeit-Festival konnte sie nicht in die Knie zwingen: Schon wieder hat das Musikfestival im Landschaftspark einen neuen Rekord geholt. Über 10.000 Menschen kamen am vergangenen Wochenende ins Industriedenkmal, „noch ein paar mehr als in unserem Rekordjahr 2025“, sagt Festivalleiterin Myriam Kasten.

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Angekündigte Unwetter verschonten die Traumzeit weitestgehend, nur die Aftershowparty am Samstag musste um zehn Minuten verkürzt werden, die Camper mussten sich zum Schutz vor einem Gewitter für eine kleine Weile aus ihren Zelten in die Autos retten. Dafür, dass auch tagsüber keiner aus den Latschen kippte, sorgten mehrere Trinkwasserstationen und Wassernebel an der Cowperbühne.

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Die nächste Traumzeit steigt vom 18. bis zum 20. Juni 2027. Die auf 500 limitierten „Feierabend-Tickets“ für alle drei Tage waren am Montag bereits nach 17 Minuten ausverkauft. „Wir sehen das als unglaublichen Vertrauensbeweis in unser Festival“, kommentiert Myriam Kasten den Run. Frühschicht-Tickets für 115 Euro gibt es seither unter traumzeit-festival.de. Auch die Camping-Tickets sind schon im Verkauf.

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Viele starke Frauenstimmen im Line-up

Tag 3 zeigte im Line-up viel Herz für junge Talente und starke Frauenstimmen. Haus F haben sich als Schülerband über TikTok ihr Publikum erspielt und gerade ihre erste EP herausgebracht. Duisburg zeigt Herz und singt bei kleinen Technikproblemen einfach selbst weiter. „Krass“, freuen sich die Newcomer und hüpfen weiter über die Bühne.

Traumwelt im Landschaftspark-Nord in Duisburg
Noch ganz am Anfang ihrer Karriere, aber schon mit starker Präsenz gesegnet: Haus F beim Traumzeit-Festival.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

Aylin Celik, Lara Hulo, Stina Holmquist und Philippa Kinsky brauchten keine Hilfe. Die starken Frauen zogen allerdings ebenfalls viele textsichere Fans, weil viele Hits wie etwa „Für Änni“ dank Social Media omnipräsent sind.

Traumwelt im Landschaftspark-Nord in Duisburg
Vor Jahren spontaner Ersatz für einen ausgefallenen Gig auf der Hochofenbühne, inzwischen fest gebuchter Bestandteil des Traumzeit: Stina Holmquist und Band.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

Politische Mahnung von Betterov

Betterov, ein Wiederholungstäter bei der Traumzeit, begeisterte nicht nur musikalisch, sondern auch politisch. Die Geschichte seiner Familie, die aus dem Osten Deutschlands stammt, nutzte er als mahnendes Fanal für die kommenden Wahlen. Sein Vater habe sich nach seiner Flucht in den Westen von seinen ersten D-Mark eine Jeans und ein 5-Liter-Fässchen Veltins gekauft, „falls ihr wissen wollt, wie sich Freiheit anfühlen kann“. Dass Menschen ihrer Freiheit beraubt wurden, sei weltgeschichtlich gerade erst fünf Sekunden her. „Und es kann genauso schnell wieder so weit sein“, mahnte er.

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Hauptact Apparat, der sich zuvor noch ganz entspannt das Betterov-Konzert angeschaut hatte, setzte den Schlusspunkt mit einer besonderen Techno-Variante, die eher elegisch denn druckvoll daherkam und der ermatteten Menge vor der Bühne entgegenkam. „So ein nices Festival“, lobte der Berliner. Es zeige, dass es nicht immer um groß und größer gehe, „einfach geil“ würde völlig reichen.