Polizei, Bundeskriminalamt, Zoll, Steuerfahndung haben am Dienstag in einer koordinierten Aktion ein international agierendes Rauschgiftnetzwerk ausgehoben. Es gab Durchsuchungen in NRW, Hessen und Bulgarien. Einer der Hauptbeschuldigten wurde in Dinslaken festgenommen. Der Einsatz fand in Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Varna (Bulgarien) statt und wurde von der Staatsanwaltschaft Duisburg koordiniert.

15 Objekte gleichzeitig durchsucht

Die Ermittler haben an mehreren Orten zeitgleich zugeschlagen: Dinslaken, Duisburg, Frankfurt am Main, Köln, Isselburg, Pulheim, Ratingen, Krefeld, Grünwald, Mönchengladbach, Viersen, Linsengericht und Varna/Bulgarien. Das Amtsgericht Duisburg hatte richterliche Durchsuchungsbeschlüsse für 15 Objekte ausgestellt. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurde „umfangreiches Beweismaterial“ gefunden und sichergestellt, so die Staatsanwaltschaft: darunter eine scharfe Schusswaffe, ca. 20.000 Euro Bargeld und „eine erhebliche Menge an Betäubungsmitteln“. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an.

Das wird dem Mann aus Dinslaken vorgeworfen

Bei dem Hauptverdächtigen aus Dinslaken handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 44-jährigen Deutschen. Er wurde in seiner Wohnung festgenommen. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht des bewaffneten Handeltreibens mit Cannabis und des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Cannabis jeweils in nicht geringer Menge – unter anderem. Er wird heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dinslaken vorgeführt, der über die Anordnung der Untersuchungshaft entscheidet.

Diese Behörden sind beteiligt

Die Ermittlungen und der Einsatz erfolgten in enger Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Eingreifreserve), der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main sowie dem Gemeinsamen Finanzermittlungszentrum von Justiz, Polizei und Finanzbehörden (Hessen), die in einem gesonderten Verfahren umfangreiche Ermittlungen gegen eine parallel agierende Tätergruppierung mit Schwerpunkt in Hessen führen.

Elf Beschuldigte verschiedener Nationen

Die Ermittlungen richten sich gegen ein Netzwerk aus elf Beschuldigten verschiedener Nationalitäten im Alter zwischen 26 und 63 Jahren. Den Beschuldigten wird laut Staatsanwaltschaft vorgeworfen, ein Firmennetzwerk aufgebaut und betrieben zu haben, um darüber erhebliche Mengen an Rauschgift aus Südamerika und Thailand auf dem See- und Luftweg illegal nach Deutschland einzuführen. Im Zuge der bisherigen Ermittlungen konnte in Bremerhaven bereits eine Lieferung von 140 Kilogramm Marihuana sichergestellt werden. Zudem steht das Netzwerk im Verdacht, mehrere Millionen Euro bislang ungeklärter Herkunft ins Ausland transferiert zu haben.

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Die Ermittlungen werden wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Cannabis in nicht geringer Menge, der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall geführt.

Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Rauschgiftkriminalität.

Staatsanwaltschaft Duisburg

„Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Rauschgiftkriminalität. Sie reagieren fortlaufend auf polizeiliche Maßnahmen. Dabei missbrauchen sie legale Strukturen und passen Einfuhrwege und Transportmodi an, um sich dem Zugriff nationaler Behörden zu entziehen“, so die Staatsanwaltschaft Duisburg.