Die Menschen in Duisburg werden immer zufriedener – glaubt man den Ergebnissen des SKL-Glücksatlas. Diese beruhen auf repräsentativen Bevölkerungsbefragungen zur Lebenszufriedenheit. Im Ranking der 40 größten deutschen Städte macht Duisburg im Vergleich zum Vorjahr einen Platz gut: Die Rhein-Ruhr-Stadt klettert im „Glücksstädteranking“ 2026 von Platz 10 auf 9.

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Das bedeutet erneut eine Verbesserung – 2024 rangierte Duisburg noch auf dem 13. Platz. Der Grund für den Aufstieg ist der wiederholt gestiegene „Glücksindex“, der die subjektive Lebensqualität zusammenfasst. Der von Duisburger Befragten im Durchschnitt angegebene Wert stieg von 6,99 (2024) auf 7,20 (2025) und zuletzt auf 7,27 Punkte (2026). Was steckt hinter diesen Zahlen?

In mündlich-persönlichen Interviews wurden die Befragten gebeten, sich auf einer Lebensleiter einzuordnen: „Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?“ Das untere Ende der Leiter (0) symbolisiert das aus ihrer Sicht schlechtestmögliche Leben, das sich die Befragten vorstellen können, während die 10 das bestmögliche vorgestellte Leben zeigt.

SKL-Glücksatlas: Duisburger sind vergleichsweise arm, aber glücklich

Der Duisburger Wert hat sich zwar in den Top 10 etabliert. Den inoffiziellen Titel der glücklichsten Stadt im Ruhrgebiet aus den Jahren 2025 und 2024 muss Duisburg allerdings trotz der Verbesserung der Lebenszufriedenheit wieder abgeben – und zwar an die Nachbarstadt Oberhausen (Rang 8: 7,30 Punkte).

Die beiden Städte zählen zu den „Overperformern“ des Glücksatlas: Ihre Einwohner sind deutlich zufriedener mit ihrem Leben, als es die objektiven Wohlfahrtsindikatoren erwarten lassen. Bei diesen messbaren Wohlfahrtsfaktoren (Infrastruktur, Bildung, Kultur oder Gesundheitswesen) liegen die Städte auch 2026 deutlich weiter hinten – Oberhausen auf Rang 35, Duisburg sogar nur auf Rang 39 von 40.

Duisburg ist bei diesen objektiven Indikatoren der Lebensqualität, von der Arbeitslosenquote bis zum verfügbaren Einkommen, im Vergleich zu 2025 sogar abgerutscht, von Rang 35 auf 39. Das verfügbare Einkommen etwa liegt mit 1837 Euro je Einwohner im Monat unter dem Durchschnitt der 40 Städte (1883 €) und dem Bundesschnitt (2025 €).

Dennoch stuften sich die befragten Duisburger noch zufriedener als in den Vorjahren ein – sie sind vergleichsweise arm, aber glücklich. Hat womöglich die neue Euphorie um den MSV Duisburg zum Glücksaufschwung um 0,07 Punkte beigetragen?

In Haushalten mit Kindern ist die Lebenszufriedenheit größer

Fußballfans würden das bejahen, die Analyse der Meinungsforscher ist eine andere: „Die hohe Lebenszufriedenheit in Duisburg dürfte vor allem mit der familiären Haushaltsstruktur zusammenhängen. In keiner anderen der 40 Großstädte ist der Anteil der Haushalte mit Kindern höher. Auch die niedrigen Mieten wirken stabilisierend. Dem stehen jedoch deutliche Schwächen gegenüber: Duisburg weist den zweitniedrigsten Wohlstand auf, die Schuldenquote ist hoch und die Ärztedichte die niedrigste unter den Städten.“

Ein Glücksfaktor: In keiner der 40 untersuchten Großstädte leben so viele Menschen mit Kindern unter einem Dach wie in Duisburg.
Ein Glücksfaktor: In keiner der 40 untersuchten Großstädte leben so viele Menschen mit Kindern unter einem Dach wie in Duisburg.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

Eine weitere Auffälligkeit: Duisburg liegt in einer überdurchschnittlich glücklichen Region. In westdeutschen Großstädten ist die Lebenszufriedenheit mit 7,07 Punkten am höchsten. Besonders positiv fallen Städte im Regierungsbezirk Düsseldorf auf. So liegt das subjektive Wohlbefinden nicht nur in Duisburg und Oberhausen deutlich über dem Städtedurchschnitt (7,02 Punkte), sondern auch in Düsseldorf (Rang 3; 7,41 Punkte), Krefeld (Rang 4; 7,37), Aachen (Rang 6; 7,33) und Mönchengladbach (Rang 7; 7,31).

Es ist also nicht auszuschließen, dass die Großstädter ganz tief im Westen ein besonders zufriedener Menschenschlag sind.

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Tendenziell gilt: Je größer die Stadt, desto geringer das Lebensglück. Insgesamt nimmt die Lebenszufriedenheit in den Großstädten weiter zu, allerdings langsamer als in den Vorjahren. Einwohner westdeutscher Städte sind zufriedener als die ostdeutscher. Süddeutsche Großstädte schneiden trotz höheren Wohlstands schlechter ab.

Die Daten erhebt größtenteils das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in repräsentativen Befragungen. Grundlage für das Städteranking 2026 sind Umfrageergebnisse, die von Januar 2023 bis April 2026 erhoben wurden. In den 40 Großstädten wurden 23.286 zufällig ausgewählte Personen (16 bis 84 Jahre) nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt.

Alle Ergebnisse und Details: skl-gluecksatlas.de