Ob fragwürdige Forderungen von Telekommunikationsanbietern, teure Formularhilfen im Internet oder Streit mit Onlinehändlern: Immer häufiger suchen Duisburger Unterstützung bei der Verbraucherzentrale.

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Im Jahr 2025 gab es 7691 Verbraucheranliegen in Duisburg – das sind fast 1100 Fälle mehr als im Vorjahr. „Die Probleme und Anliegen werden zunehmend komplexer“, sagt Paulina Wleklinski, Leiterin der Verbraucherzentrale in Duisburg. Neue Gesetze, Richtlinien und immer kompliziertere Vertragssituationen machen die Beratung deutlich aufwendiger.

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Verbraucherzentrale Duisburg: Retouren sind Dauerproblem

Ein Dauerproblem sind Reklamationen nach Onlinekäufen. Händler versuchen laut Verbraucherzentrale zunehmend, Verantwortung für mangelhafte Ware abzuwälzen. „Verkäufer verweisen Kunden gerne an die Hersteller“, erklärt Ute Burger, Beraterin der Verbraucherzentrale. Rechtlich sei jedoch grundsätzlich der Händler für die Gewährleistung zuständig.

Besonders bei Möbeln komme es häufig zu Konflikten. Kunden würden dort oft mit Gutachtern konfrontiert, die angeblich unabhängig seien, tatsächlich aber vom Möbelhaus beauftragt wurden. „Dabei werden Probleme oft als normal dargestellt oder kleingeredet“, so Burger.

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Auch Streit um Retouren nimmt zu. Händler behaupten immer öfter, zurückgesandte Ware sei unvollständig gewesen. Die Verbraucherzentrale rät deswegen, sowohl das Öffnen als auch das Verpacken von Paketen per Video zu dokumentieren, um im Streitfall Beweise zu haben.

1N Telecom: Dubiose Schreiben sorgen für Verwirrung bei Kunden in Duisburg

Ein weiteres Dauerthema ist das Telekommunikationsunternehmen 1N Telecom. In den vergangenen Jahren meldeten sich zahlreiche Betroffene bei der Verbraucherzentrale. Hintergrund sind Schreiben, die gezielt an Kunden der Deutschen Telekom verschickt wurden und den Eindruck erweckten, es handle sich um offizielle Unterlagen. Tatsächlich ging es aber um einen Anbieterwechsel zu 1N Telecom.

Vor allem ältere Menschen unterschreiben die Briefe teilweise, ohne zu erkennen, dass sie einen neuen Vertrag abschließen. Wird nicht fristgerecht widerrufen, fordert das Unternehmen 440 Euro Schadensersatz. In einem Fall habe eine ältere Frau den Betrag überwiesen. Dieser konnte wegen eines Fehlers im Verwendungszweck nicht korrekt zugeordnet werden. Trotz Zahlungsbelegen wurden weitere Forderungen gestellt. „Es wirkt schon alles sehr dubios“, sagt Harald Rahlke, Berater der Verbraucherzentrale Duisburg.

Kostenfalle Formularhilfe: Drittanbieter kassieren bei Online-Anträgen

Als neuen „Hotspot“ sehen die Verbraucherschützer sogenannte Formularhilfen im Internet. Wer online etwa einen Nachsendeauftrag, eine Schufa-Auskunft oder andere Verwaltungsleistungen sucht, landet häufig nicht auf offiziellen Seiten, sondern bei kostenpflichtigen Drittanbietern.

Diese wirken oft wie offizielle Stellen. Tatsächlich leiten sie die Anträge auch weiter, verlangen dafür allerdings zusätzliche Vermittlungsgebühren. Dadurch können einfache Dienstleistungen deutlich teurer werden.

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Problematisch sind nicht nur die zusätzlichen Kosten. „Die sammeln einen riesigen Datenschatz“, warnt Rahlke. Gerade bei Wohngeld-, Renten- oder Kinderzuschlagsanträgen werden umfangreiche persönliche Informationen abgefragt – von Einkommensdaten über Familienverhältnisse bis hin zu Bankverbindungen. Für Verbraucher sei oft nicht nachvollziehbar, wie diese Daten anschließend verwendet werden.

Die Verbraucherzentrale Duisburg warnt daher zur Vorsicht im Internet. Paulina Wleklinski sagt deutlich: „Nicht alles, was seriös aussieht, ist auch die richtige Stelle.“

So erreichen Sie die Verbraucherzentrale

Die Beratungsstelle in Duisburg erreichen Sie telefonisch unter 0211 54222211 oder zu folgenden Öffnungszeiten in der Friedrich-Wilhelm-Straße 30:

Mo.: 10 bis 13 Uhr
Di.: 10 bis 13 Uhr + 14 bis 17.30 Uhr
Mi.: geschlossen
Do.: 14 bis 17 Uhr
Fr.: 10 bis 13 Uhr