Ein in sozialen Medien kursierendes Video soll einen Wolf in Duisburg-Baerl in der Nähe des Waldsees zeigen. Zudem haben Anwohner und ein Jagdpächter jüngst dem Förster gemeldet, einen Wolf im Baerler Busch gesehen zu haben. Viele Anwohner und Spaziergänger im Duisburger Westen fragen sich: Wie soll ich mich verhalten, wenn ich auf den Wolf treffe?

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Jeden Freitagmorgen bekommen Sie die wichtigsten Nachrichten aus dem Duisburger Westen kompakt und übersichtlich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Hier können Sie sich für den Newsletter „Links vom Rhein“ anmelden.
Es besteht laut Experten jedenfalls kein Grund zur Beunruhigung: „Aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann festgestellt werden, dass Angriffe von gesunden, frei lebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland nicht dokumentiert sind“, erklärt das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK).
Lesen Sie unsere Artikel zum Thema
- Anwohner sehen Wolf in Duisburg: Landwirt gesteht „mulmiges Gefühl“
- Wildes Tier streift durch Duisburg: „Das ist eindeutig ein Wolf“
- Artikel aus dem Jahr 2018: Junger Wolf in der Walsumer Rheinaue gesichtet
- Kirchhellen: Problemwölfin Gloria hat wieder einen Partner
Seit der Wiederansiedlung 1998 ist deutschlandweit lediglich ein Mensch durch einen Wolf verletzt worden. Das Tier war im März 2026 in einer Hamburger Einkaufspassage gefangen, und eine Frau, die es befreien wollte, wurde bei dem Versuch gebissen. In Rumänien und Russland, wo der Wolf nie ausgerottet war, gibt es laut Naturschutzbund NRW (NABU) häufig Berichte von Wölfen, die in Siedlungen gesehen werden, ohne dass es zu gefährlichen Situationen kommt.
Begegnungen mit einem Wolf: So verhalten Sie sich richtig
Da Wölfe jedoch in der Regel die Nähe zu Menschen meiden, ist es selbst in Wolfsrevieren „äußerst unwahrscheinlich, dass Sie einen Wolf zu Gesicht bekommen“, so das LANUK. Gleichwohl können Begegnungen mit einem Wolf nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Meist komme es zu einer Annäherung auf unter 100 Meter, „wenn die Wölfe den Menschen zum Beispiel wegen entsprechender Windverhältnisse noch nicht bemerkt haben“, erklärt das Bundesumweltministerium (BMUKM). „Wenn sie den Menschen wahrnehmen, fliehen die Wölfe meist nicht panisch, sondern orientieren sich zunächst einen Augenblick lang und ziehen sich dann zurück.“
LANUK, BMUKM, NABU NRW und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) empfehlen folgende Verhaltensregeln bei Begegnungen mit einem Wolf:
- Sie sollten den Wolf auf keinen Fall anlocken, verfolgen oder füttern. Halten Sie Abstand.
- Laufen Sie nicht weg und verhalten Sie sich ruhig. Bleiben Sie stehen und beobachten Sie das Tier.
- Geben Sie dem Wolf die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Er trabt meist langsam davon und dreht sich mehrfach um.
- Möchten Sie den Abstand vergrößern, gehen Sie langsam, mit Blickrichtung zum Tier, rückwärts.
- Das gilt auch für Fahrradfahrer und Reiter: Sie sollten das Rad schieben beziehungsweise das Pferd führen, besonders, wenn es nervös ist.
- Junge Wölfe sind unbedarfter. Folgt Ihnen ein Tier, halten Sie an. Treten Sie möglichst selbstsicher auf. Gehen Sie eher auf das Tier zu als von ihm weg.
- Wollen Sie den Wolf vertreiben, machen Sie sich groß, machen Sie Lärm und sprechen Sie ihn laut an. Es kann auch helfen, in die Hände zu klatschen und mit den Armen zu winken. Werfen Sie im Notfall mit einem Gegenstand nach dem Wolf.
- Autofahrer sollten wissen: Fahrzeuge werden von Wölfen meist nicht als Bedrohung empfunden, daher zeigen sie meist keine Scheu, erklärt der NLWKN: „Wenn man also im Auto sitzt und in die Hände klatscht, reagiert der Wolf ggf. nicht.“
- Hundehalter sollten ihre Vierbeiner im Wolfsgebiet anleinen. Ein unbeaufsichtigter Hund läuft Gefahr, von Wölfen als fremder Artgenosse angegriffen zu werden, der ins Revier eindringen will. „Die Nähe seines Besitzers ist der beste Schutz für den Hund“, erklärt das BMUKM. „Eine Gefahr für den Hundeführer besteht selbst in diesen Situationen nicht. Die Wölfe interessieren sich für ihre domestizierten Verwandten, nicht für die Menschen.“
- Kommt es zu einem Zusammentreffen von Wolf und Hund, sollte man seinen Hund zu sich rufen, anleinen und sich ruhig zurückziehen. „Falls der Wolf weiter Interesse an dem Hund zeigt, sollte man sich durch Rufen deutlich bemerkbar machen und den Wolf gegebenenfalls durch das Werfen von Gegenständen vertreiben“, empfiehlt das Ministerium.
- Können Kinder alleine in einen Wald gehen, in dem es (vielleicht) Wölfe gibt? Der NABU NRW sagt: Ja. In Ländern, in denen es Wölfe seit vielen Jahren gibt, spielen Kinder auch im Wald. Häufig müssen sie auch auf dem Schulweg Wälder durchqueren. Zu Zwischenfällen sei es in Europa nicht gekommen. Grundsätzlich sei es wichtig, „schon den Kindern die Regeln für den Umgang mit Wildtieren beizubringen“.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen bittet darum, jede Sichtung eines Wolfes über dieses Meldeformular zu melden.





