Im Duisburger Hauptbahnhof hat das erste Geschäft nach der millionenschweren Sanierung des Osteingangs eröffnet: Die Kette Backwerk probiert an alter Stelle – zwischen dem Eingang zum Fußgängertunnel und dem Aufgang zu den Gleisen 12/13 – etwas Neues aus. Die hinter Backwerk stehende Valora-Gruppe und ihr Franchise-Partner Frank Siebert aus Oberhausen betreiben im Hauptbahnhof nun den deutschlandweit ersten „Express-Store“ der Kette. Am Dienstag war die offizielle Wiedereröffnung.

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Im Hauptbahnhof Duisburg gibt es „das schnellste Backwerk Deutschlands“
Was sich hinter dem neuen Konzept verbirgt, erklärt Sebastian Laakmann, bei Valora (siehe Infobox) Gebietsleiter: „Die Besonderheit liegt in der Kombination aus frischer Zubereitung direkt im Store, eigenen Rezepturen und sofortiger Verfügbarkeit. Dadurch wird der Kaufprozess deutlich beschleunigt. Wir haben hier das schnellste Backwerk Deutschlands.“ Wenn es drauf ankommt, sei der Kunde nach wenigen Sekunden wieder unterwegs zum Bahnsteig.

Das geht nur ohne die Zangen und die Tabletts, wie man sie aus anderen Filialen kennt, dafür mit mehr Verpackungsmüll. Denn in der Express-Filiale werden ausschließlich verpackte Waren verkauft, vor allem belegte Brötchen, Baguettes, aber auch warme Speisen wie Pizzastücke (ab 3,20 €) und „Chicken Kebap“ (4,50 €). Die Preiscodes der Verpackungen werden an der von 4.30 bis 22 Uhr durchgängig besetzten Kasse von Mitarbeitenden gescannt.
Der Laden ist zum Fußgängertunnel hin offen, die Ware liegt in einer Kalt- und einer Heißtheke griffbereit. „Jeder Artikel darf nicht länger als zwei Stunden ausliegen“, erklärt Sebastian Laakmann. Was nach zwei Stunden noch nicht verkauft ist, werde über die „Too good to go“-App (siehe Infobox) vertrieben oder an die Tafel beziehungsweise andere Organisationen gespendet.
Preiskampf der Backshops
Aufgebacken und belegt wird die Backware durchgängig in der „Produktion“. Kunden können bei der Zubereitung durch ein Fenster zuschauen. „Mit dem Express-Format reagieren wir auf veränderte Kundenbedürfnisse an Verkehrsknotenpunkten“, erklärt Sebastian Kayser, Managing Director Valora Food Service Deutschland. „Unsere Gäste wollen schnell einkaufen, aber nicht auf Frische, Geschmack und Qualität verzichten.“
Weitere Express-Standorte seien bereits in Planung. Interessierte Franchise-Partner werden fortan die Pionier-Filiale in Duisburg besichtigen, um die systemgastronomischen Prozesse und Abläufe kennenzulernen.
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An Backwerk schätzen Kunden aber auch die Preise der Kette (350 Filialen). Valora darf den Franchise-Nehmern zwar nur einen Maximalpreis vorschreiben. Die Konkurrenz wird aber nach Möglichkeit unterboten. Den Caffè Crema von Tchibo gibt es ab 1,90 € (S) und auch mit Hafermilch, ein Butter-Schokobrötchen kostet 1,60 €, ein mit Gouda, Salat und Gurke belegtes Brötchen 2,50 €, ein warmes „Piazzabrötchen Thunfisch“ 1,90 €. Das klingt im Vergleich zu den Preisen vor drei, vier Jahren nicht gerade nach einem Schnapper, ist aber inzwischen günstiger als in vielen anderen Backshops.
Sitzplätze und bald eine Außenterrasse
Backwerk wurde 2001 als „Erfinder der Selbstbedienungsbäckerei“ gegründet, will aber das SB- und Billig-Image abschütteln. Das neue Konzept sei „zeitgemäß“ und verbinde „Frische, Qualität und Effizienz“, wirbt das Unternehmen. Darum bietet die Express-Filiale in wertig anmutendem Design auch all jenen ein Plätzchen, die es nicht so eilig haben: Im 240 Quadratmeter großen Ladenlokal – die Fläche wurde verdoppelt – ist auch ein kleines Café mit etwa 30 Sitzplätzen untergebracht. „Wir wollen sogar noch eine Außenterrasse umsetzen“, kündigt Sebastian Laakmann an.
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Das Backwerk-Sortiment füllt die Convenience-Lücke im Hauptbahnhof, an Backwaren mangelt es indes nicht: Im Bahnhof kämpfen Kamps, „Kamps my Deli“, Le Crobag und Ditsch (gehört auch zur Valora-Gruppe) um Kundschaft, auf dem Bahnhofsvorplatz in Neudorf der im Mai 2025 eröffnete „Back-Kiosk“ und „Müller‘s Bäckerladen“.
„Müller‘s Bäckerladen“ fürchtet Backwerk nicht
Die 1881 in Duisburg gegründete Bäckerei und Konditorei Müller hatte die heutige Backwerk-Fläche früher selbst einmal von der Bahn angemietet. „Dann hat uns die Bahn aber die Fläche gekündigt“, erklärt Bäckermeister und Müller-Geschäftsinhaber Justin Singh. Daraufhin eröffnete dann Backwerk auf der Fläche. „Damals haben überall in Deutschland Backwerk-Filialen in den Bahnhöfen eröffnet“, erinnert sich Singh.

Ende 2021 eröffnete die Duisburger Traditionsbäckerei, die 16 Filialen betreibt, am Bahnhofsvorplatz in den ehemaligen Räumen der Disco „Tüt-Ei“, neben dem Kino. Das Café liegt direkt gegenüber von Backwerk. „Wir sind sehr zufrieden mit den Räumen, hier haben wir mehr Platz, es ist gemütlicher als im Bahnhof“, sagt Singh.
Die neue alte Konkurrenz durch Backwerk fürchtet der Chef der Handwerksbäckerei nicht: „Klar verkaufen die auch Kaffee, aber bei den Backwaren haben wir das große Sortiment von verschiedenen Broten bis hin zu Torten. Bei uns backen jede Nacht Bäcker frisch in der Backstube an der Neudorfer Straße, bei Backwerk backen sie ihre Ware nur auf.“ Singh setzt auf seine Stammkunden und Handwerksqualität. Und viel günstiger sei Backwerk im Vergleich gar nicht, meint der Chef.
Ein stichprobenartiger Vergleich: Das belegte Käsebrötchen kostet bei Backwerk 2,50 €, bei Müllers 2,70 €. Das Schokostütchen ist mit 1,20 € bei Müllers sogar 40 Cent günstiger.
Hinter Backwerk steckt der Weltkonzern FEMSA
„Too Good To Go“ ist eine Smartphone-App, die Kunden mit Restaurants und Geschäften verbindet, die unverkaufte, überschüssige Lebensmittel haben und diese zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer verkaufen. So soll die Entsorgung noch verzehrbarer Lebensmittel reduziert werden.
Die Backwerk-Filiale am Bahnhofsausgang musste wegen der Sanierung der Gleishalle und der Fassade 2022 vorübergehend schließen.
Backwerk, 2001 gegründet, gehört seit 2017 zur Valora-Gruppe. Diese betreibt Marken wie „k kiosk“, Brezelkönig, Ditsch, Press & Books, avec, Caffè Spettacolo und Frittenwerk, die Eigenmarke „ok.–“ und die Finanzierungsanbieterin bob Finance sowie digitale Services.
Die Valora-Gruppe mit Firmensitz in Muttenz in der Schweiz ist die europäische Retaileinheit von Fomento Económico Mexicano, S.A.B. de C.V. (FEMSA). Der mexikanische Konzern beschäftigt 390.000 Mitarbeitende in 18 Ländern.





































































