Sie sehen täuschend echt aus und sollen Vertrauen schaffen: Prominente, die aktuell in den sozialen Medien das große Geld versprechen. Doch dahinter steckt eine ganz neue perfide Betrugsmasche, vor der die Verbraucherzentrale in Duisburg aufgrund mehrerer Fälle aktuell warnt. Das Problem: Die bekannten Gesichter sind mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und werden von Kriminellen im Internet genutzt, um ahnungslose Menschen abzuzocken.
Ein Fall lässt besonders aufhorchen: Ein Duisburger, Anfang 30, fiel auf einen solchen Fake-Promi in einem Instagram-Video herein, der tönte, mit einer ersten Investition von nur 250 Euro den großen Reibach machen zu können. Der Mann klickte am Ende auf einen eingeblendeten Link und überwies so tatsächlich das Geld.
Abzocke im Internet: Duisburger bekommt dubiosen Anruf aus Amsterdam
Danach bekam der Duisburger einen Anruf aus Amsterdam. Die Stimme am anderen Ende der Leitung bedankte sich für das Vertrauen und versuchte direkt, auf den Mann einzuwirken: 250 Euro seien ein guter Einstieg. Aber wolle man richtig erfolgreich sein, müssten es schon 5000 bis 20.000 Euro sein. Da wurde der Duisburger stutzig und wandte sich an die Verbraucherzentrale.
„Er war nicht der einzige, der mir hier gegenüber saß – auch ältere Menschen sind betroffen, die davon bloß nicht ihren Kindern erzählen, weil sie sich schämen“, stellt Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle, klar. Dabei trifft es alle Altersgruppen. „Mit KI werden die Betrugsmaschen immer besser und immer schwieriger zu durchschauen.“

Der Duisburger hat im beschriebenen Fall noch verhältnismäßig früh die Reißleine gezogen. Dies gelingt laut Wleklinski aber nicht immer. Sie kommt dabei auf eine andere miese Betrugsmasche zu sprechen, die einen anderen Duisburger um eine hohe Summe gebracht hat.
Mehrere tausend Euro verloren
Kriminelle suchen hier aktiv per Mail oder telefonisch den Kontakt und werben für eine Online-Trading-Plattform. Es handelt sich um sogenannte „Recovery Scams“. Wer nicht aufpasst, legt dort plötzlich eine hohe Summe an – in der falschen Hoffnung, eine sichere Geldanlage gefunden zu haben. So verlor der Duisburger in einem ersten Schritt mehrere tausend Euro und bemerkte erst dann den Betrug.

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Das Perfide: Die Kriminellen sind auch dafür gewappnet und nutzen die emotionale Ausnahmesituation der Betroffenen gnadenlos aus. So wurde der Duisburger erneut von einer angeblichen Anwaltskanzlei kontaktiert, die ihm Hilfe anbot und versprach, das Geld zurückzuholen. Am Ende hatte er nur noch mal weitere tausend Euro in den Sand gesetzt.
Kein guter Deal bei Kleinanzeigen
Wleklinski verweist auf eine weitere Betrugsmasche, die erst im vergangenen Jahr vermehrt auftauchte: Im Portal Kleinanzeigen gibt es neuerdings eine „Direkt kaufen“-Funktion. Verkäufer aktivieren die Option beim Erstellen der Anzeige. Käufer nutzen dann den Button, zahlen zum Beispiel per Kreditkarte und der Betrag wird bis zum Erhalt der Ware treuhänderisch verwahrt. So weit, so gut – dachte sich ein Duisburger, der auf diese Weise Lautsprecher anbot.
Das Problem: Er geriet an Kriminelle, die zwar brav das Geld für die Lautsprecher überwiesen, ihm aber nach dem Kauf über die im Portal vorhandene Chat-Funktion eine Nachricht schickten. Die Bankdaten müssten erst noch freigegeben werden, hieß es. Dazu wurde ein Link angegeben, der auf eine täuschend echt anmutende Kleinanzeigen-Seite führte.
Der Duisburger gab dort seine Bankdaten tatsächlich ein und verschaffte den Betrügern so Zugriff auf sein Konto. Zum Glück sperrte er rechtzeitig seine entsprechende Kreditkarte und konnte Schlimmeres verhindern.
So kann man sich vor Online-Betrug schützen
„Von diesen Maschen zu wissen“ sei der beste Schutz vor betrügerischem Handeln, sagt Verbraucherschützerin Paulina Wleklinski. Dafür gibt es bei der Verbraucherzentrale Duisburg regelmäßige Infoveranstaltungen. Zudem arbeitet die Beratungsstelle mit einem Anwalt zusammen, der in einem Betrugsfall zur Seite stehen kann.
Auf der Sonderseite www.verbraucherzentrale.nrw/finanzbetrug gibt es außerdem einen „Internetkriminalitäts-Notfallcheck“, Hintergrund-Infos zu Phishing und Trading-Plattformen sowie das Online-Tool „Fake-Check Geldanlage“. Bisher über 5 Millionen Mal aufgerufen wurde der „Fakeshop-Finder“. Dort können die Internetadressen von verdächtigen Shops verglichen werden. Die Seite gibt dann eine Einschätzung ab, ob dort sicher eingekauft werden kann.
Der beste Schutz sei aber immer noch Wachsamkeit und eine gesunde Portion Skepsis, so Wleklinski. „Und wenn man doch merkt, betrogen worden zu sein, ist es wichtig, alles genau zu dokumentieren. Chatverläufe zu speichern und Screenshots zu machen.“
Weitere Informationen gibt es in der Duisburger Beratungsstelle an der Friedrich-Wilhelm-Straße 30 und online auf www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/duisburg.




