Innenstadt trifft Innenhafen – und die abends recht ausgestorbene City auf eine gute, neue Idee: Zum ersten Mal gab es den „Gangwechsel“ in Duisburg. Verschiedene Gastronomen luden am Samstagabend ein. Aber nicht etwa in ihren eigenen Restaurants. Stattdessen tischten sie ihre Speisen bei Einzelhändlern auf. Christoph Wulhorst vom „Home“ beispielsweise im alteingesessenen Spiele-Laden „Roskothen“. Christian Krüger von der Faktorei 21 war zu Gast bei Mode „Harders“. Die „Humulupu“-Gin-Erfinder mixten Drinks bei „Korrekt“, „kalt.weiss.trocken“ machte gemeinsame Sache mit dem Café „K54“. Und das Team von „Samui“ servierte etwa „Gaeng Pat Pek“ im Friseursalon „Glück“ von Christiane Alt.
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Zusammengebracht wurden die ungewöhnlichen Paarungen von „Duisburg Business Innovation“ (DBI). Die Citymanager betrieben in diesem Fall Wirtschaftsförderung mit Spaß und Genuss. Die Besucherinnen und Besucher sind auf den Geschmack gekommen und sich einig: „Eine gelungene Veranstaltung“ – da lässt sich kein Haar im Curry finden. Die 60 Tickets für die Premiere waren jedenfalls ruckzuck weg.
Duisburger sind begeistert von der Premiere

Aufgeteilt in drei Gruppen geht‘s für die Gäste von Location zu Location. Eine Stunde ist pro Station Zeit, den Gang samt Getränken zu genießen. Boris Roskothen hat in der oberen Etage seines Geschäfts eine lange Tafel aufgebaut. Besucher, die sich vorher nicht kannten, kommen miteinander ins Gespräch. Nach dem einen oder anderen Getränk kommt die Stimmung noch mehr in Schwung.

Christoph Wulhorst schwenkt frische Nudeln im Parmesanlaib. Abgeschmeckt ist die Sauce mit Trüffel. „Für uns war schnell klar, dass wir etwas zusammen machen wollen“, erklärt Michaela Hares, Geschäftsführerin vom „Home“. Für die Gastronomen ist der Abend auch eine Chance, Personen zu erreichen, die noch nicht den Weg ins Stamm-Haus gefunden haben. Das „Home“ hat entsprechend kleine Goodies vorbereitet, damit der eine oder andere auch mal zum Calaisplatz kommt.

„Die Kombination aus Essen und Spielen passt gut“, ist auch Boris Roskothen begeistert. Und Michaela Hares träumt schon von einem Gegenbesuch mit Spielen im „Home“. Für die Teilnehmer Cameron und Kerstin Jones ist der Abend sogar so schön, dass die Duisburger Innenstadt für sie direkt ein bisschen charmanter wirkt. „Ich bin Duisburgerin durch und durch“, sagt Kerstin Jones aus Buchholz. Zuletzt war sie aber eher selten in der City. Der „Gangwechsel“ taucht sie nun in ein neues Licht.
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Gastronomen und Geschäftsinhaber hoffen auf Aufschwung in der Innenstadt
„Ich hab‘ ne Dauerwelle gebucht“, witzelt ein Teilnehmer, als er den Friseursalon an der Obermauerstraße betritt. Dafür hat er wahrscheinlich ein paar Haare zu wenig, aber Christiane Alt begrüßt die Besucher mit einem breiten Grinsen: „Willkommen im Glück“. Dort, wo sonst onduliert wird, hat sie die Friseurstühle an einen großen Tisch geschoben. Pia Sapsarn vom „Samui“ hat zweierlei rotes Curry vorbereitet. Sie und ihre Mitarbeiterin Lek Schumacher sind Event-erprobt. Unter der Woche gibt’s im Samui Mittagstisch. An den Wochenenden kocht sie bei Veranstaltungen oder bietet Kochkurse an. Die Teller sind mit hübsch geschnitzten Karottenblumen verziert. Das Essen ist zwar gut scharf, aber: „mmh“. „Ich freue mich, dass es so eine Veranstaltung gibt, und hoffe auch auf einen grundsätzlichen Gangwechsel. Das kann der Innenstadt nur guttun“, wünscht sich Christiane Alt.


Susann und Frank Grothwinkel von „Mode Harders“ lassen sich ohnehin oft etwas einfallen, um Kunden zu sich in die City zu locken. Unter den „Gangwechsel“-Teilnehmern sind aber auch ein paar Personen, die das Fachgeschäft zum ersten Mal entdecken. Zwischen der neuen Frühjahrskollektion hat Christian Krüger wohl das „älteste Gericht“ des Abends dabei. Doch keine Sorge, das Haltbarkeitsdatum ist keineswegs überschritten. Der Spitzenkoch experimentiert mit selbst fermentierten Komponenten. Rote Bete und Couscous kombiniert er etwa mit gereiftem Ziegenkäse. Einen Apfel hat er in ein Gel verwandelt, sodass der Geschmack noch konzentrierter wird. Darüber kommt eine Beurre blanc. Die Kombi aus Mode und Genuss kommt so gut an, dass Frank Grothwinkel und Christian Krüger bereits darüber nachgedacht haben, noch einmal ein komplettes Menü anzubieten.
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Und auch für den „Gangwechsel“ könnte es künftig eine weitere Edition geben. „Der Abend kommt so gut an und war so schnell ausverkauft – es wird sicher eine Neuauflage geben“, blickt DBI-Sprecher Marc Oliver Hänig voraus.




