Bei Sekt und säuselnder Klaviermusik versammelt sich die Duisburger Kulturszene – zur Eröffnung der 47. Akzente am Freitag. Im Foyer des Stadttheaters bleibt die rubatoreiche Version von „I Did It My Way“ aus den Fingern des hervorragenden Pianisten zunächst das einzige Eingeständnis an die Kunst. Bevor es wirklich losgeht mit Duisburgs größtem Festival, trinken sich die geladenen Gäste auf Betriebstemperatur.

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Bis Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn ans Pult tritt, zumindest. Die vertritt den Oberbürgermeister in seiner etwas rätselhaften Abwesenheit. Zur Eröffnung einer Kulturinstanz wie dieser hätte man eigentlich schon mit dem ersten Bürger der Stadt rechnen dürfen. Sogar in einer Stadt, die sich in massentauglichen blau-weißen Zebrastreifen besser gefällt als in Abendgarderobe.
Duisburger Bürgermeisterin warnt vor Bedrohung der Demokratie
Sei’s drum. Edeltraud Klabuhn macht einen guten Job, auch, weil sie ziemlich konkret wird in ihrer Eröffnungsrede. „Kultur ist keine Nebenaufgabe, kein nice-to-have, Kultur ist ein Grundnahrungsmittel unserer Demokratie“, sagt sie, und nimmt Bezug auf das Motto der Akzente: „Begegnungen – Was uns trennt, was uns verbindet“. Unterschiede, Vielfalt, das sei typisch für Duisburg, und ganz besonders wichtig in einer Zeit, in der die Demokratie ins Wanken gerät. Klabuhn sagt nicht, wer ihrer Meinung nach an unserer Staatsform rüttelt, muss sie auch nicht – die Gäste verstehen trotzdem.
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Dr. Michael Reitermeyer, Abteilungsleiter der Abteilung Kultur im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes, sagt auch noch ein paar Sätze, zu Gastfreundschaft. Und zu Corona, diesem Virus, der im kollektiven Gedächtnis zwar schon erfolgreich verdrängt wurde, seinen Stiefel aber noch immer in den Nacken der Kulturbetriebe presst. Nach ein paar Häppchen fällt mit „Fremder als der Mond“ des Berliner Ensembles dann endgültig der Startschuss der Duisburger Akzente – die wirklich für jeden etwas bieten, so ausgelutscht das auch klingen mag.
Diese Highlights bieten die Duisburger Akzente
Zum Beispiel die Premiere der Spieltrieb-Produktion „Ein Zimmer für sich allein“ am Freitag, 6. März, im Theater. Das Theaterstück nach dem feministischen Schlüsselwerk von Virginia Woolf geht auch am 9. und 17. März über die Bühne des Foyers III. Musikalisch wird es am Mittwoch, 11. März, in der Folkwang-Zweigstelle an der Düsseldorfer Straße. Prof. Hisako Kawamura (Klavier) und Prof. Christian Rieger (Cembalo) fragen sich, was gewesen wäre „Wenn Bach das Klavier gekannt hätte...“ und arbeiten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Instrumente heraus.
Ebenfalls am 11. März liest Kaleb Erdmann im „Immer & Edel“ aus seinem Roman „Die Ausweichschule“. Als Elfjähriger erlebte Erdmann den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium – und hinterfragt nun seine damalige Sicht auf die Tragödie. Am Freitag, 13. März, wird wieder Theater gespielt: „Und im Blau zu verschwinden“ widmet sich dem unausweichlichen Gleichmacher – dem Tod.

Vom 13. bis zum 15. März verwandelt sich die Liebfrauenkirche in ein begehbares Comic-Labyrinth, in das „Labyrinth des Kuckucks“ nämlich, in dem der Besucher durch die Wahl seiner Wege selbst den Ausgang der Geschichte bestimmt. Höchst aktuell wird es am Mittwoch, 18. März. Dann beleuchtet Bernd G. Schmitz im Stadtfenster „Die Musikwelt Irans“, deren Vielfalt und Faszination von der islamischen Revolution 1979 erstickt wurden.
Für all diese Veranstaltungen gibt es Tickets unter duisburger-akzente.de – für alle anderen der über 90 Veranstaltungen an gut 40 Spielorten natürlich auch.





