Wer ist die junge Frau, deren Leiche am Dienstag in einem Waldstück im Duisburger Norden entdeckt wurde? Auch am Donnerstag bleibt diese zentrale Frage ungeklärt: Die Staatsanwaltschaft informiert, dass die Ergebnisse der Identitätsüberprüfung noch nicht vorliegen, so eine Sprecherin.

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Klar ist: Im Hintergrund läuft ein aufwendiges Verfahren zur Identifizierung der Toten. Dabei greifen die Ermittler auf unterschiedliche Methoden zurück. So können Tätowierungen oder Narben einen Hinweis auf die Identität geben. Auch Implantate im Körper, etwa eine künstliche Hüfte, lassen sich über Seriennummern zuordnen. Ein wichtiger Baustein der Forensik ist die DNA-Analyse.

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Im aktuellen Duisburger Fall spielt der schlechte Zustand der Leiche eine wesentliche Rolle bei der Identifizierung. Ein Augenzeuge hatte bereits geschildert, der Körper sei kaum noch zu erkennen gewesen. Die Leiche soll schon über einen längeren Zeitraum am Fundort im Waldstück in Beeck südlich der Kreuzung Beecker Straße/Im Weidekamp gelegen haben.

Tötungsdelikt Duisburg
Wer ist die junge Frau, deren Leiche am Dienstag in einem Waldstück im Duisburger Norden entdeckt wurde? Viele Fragen bleiben noch offen. Im Bild: Einsatzkräfte der Spurensicherung am Fundort in Beeck.© Justin Brosch | Justin Brosch

Nach Informationen der Redaktion wurden alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Identifizierung ausgeschöpft, einschließlich eines DNA-Abgleichs. Dass die Ergebnisse der Prüfung noch am Donnerstag vorliegen, sei laut der Staatsanwaltschaft unwahrscheinlich.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben bestätigt, dass es Hinweise auf Gewalteinwirkungen bei der jungen Frau gibt. Details zu den Verletzungen nennt die Staatsanwaltschaft am Donnerstag aber nicht.  

Vermisste Frau aus Moers: Leiche könnte vermisste 23-Jährige sein

Trotz der fehlenden endgültigen Bestätigung bleibt der Verdacht bestehen, dass es sich bei der Toten um die 23 Jahre alte Frau aus Moers handeln könnte, die seit dem 23. Januar als vermisst gilt. Ihr Bruder hatte ihr Verschwinden am 27. Januar bei der Polizei gemeldet, nach ihr wird auf dem Fahndungsportal der Polizei weiter gesucht.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass auch die Polizei im Zuge der Suche nach Hinweisen zu der im Wald gefundenen Frau ausdrücklich Beobachtungen ab diesem Datum in den Blick nimmt. Laut der Staatsanwaltschaft sind bereits erste Hinweise seit Mittwoch eingegangen.

Um keine Zeit bei der Aufklärung des Verbrechens zu verlieren, richten die Ermittler ihren Fokus trotz der noch ausstehenden eindeutigen Identifizierung bereits auf das Umfeld der vermissten Moerserin. Es ist deshalb seit dem Auffinden der Leiche davon auszugehen, dass Bezugspersonen aus dem persönlichen Umfeld der Vermissten befragt wurden. Offiziell kommentiert die Staatsanwaltschaft solche Maßnahmen nicht.

Auch die Kriminalstatistik zeigt deutlich, dass Verwandtschaftsverhältnisse bei Tötungsdelikten eine signifikante Rolle spielen und eine überwiegende Mehrheit dieser Verbrechen nicht durch Fremde, sondern im sozialen Nahfeld begangen wird.

Tötungsdelikt Duisburg
Polizei und Staatsanwaltschaft haben bestätigt, dass es Hinweise auf Gewalteinwirkungen bei der jungen Frau gibt. Am Mittwoch war die Spurensicherung noch in Beeck vor Ort.© Justin Brosch | Justin Brosch

Viele Fragen zur Lebenssituation der Vermissten sind unbeantwortet

Zur Lebenssituation der jungen Moerserin äußert sich die Staatsanwaltschaft ebenfalls weiterhin nicht. Mit wem lebte die junge Frau zusammen? Bekannt ist lediglich, dass sie Mutter von zwei Kindern ist. Nach Informationen dieser Redaktion sollen die Kinder jedoch nicht bei ihr gelebt haben. Auch zur Herkunft der Frau und ihrem Verhältnis zu ihrer Familie schweigt die Staatsanwaltschaft.