Ob Duissern, Wanheimerort, Walsum oder Meiderich – in immer mehr Duisburger Stadtteilen taucht plötzlich ein besonderes MSV-Duisburg-Plakat auf. Darauf zu sehen ist ein lachendes MSV-Zebra, das viele Fußballfans noch aus früheren Zeiten kennen (siehe Infobox). Daneben die ganz aktuelle Info, wann der MSV im „Wedaustadion“ [sic!] sein nächstes Heimspiel bestreitet, und der Slogan „Verl-loren in Duisburg“.
MSV Duisburg: Wer steckt hinter dem Poster mit dem Grinse-Zebra?

Der Spruch spielt auf den nächsten Gegner der Zebras an: Am Sonntag, 8. Februar, müssen die Meidericher nämlich gegen den SC Verl ran, der aktuell zwei Punkte weniger hat als der MSV. Ein absolutes Spitzenspiel also. Doch wer steckt hinter dem Poster, das in mehreren Duisburger Geschäften und sogar in einer Zahnarztpraxis in Bissingheim hängt?

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Es ist die Fangruppierung „Sektion Köpi-Hunters Block L“, die nicht nur bei Facebook eine große Gruppe betreibt, sondern sogar einen eigenen WhatsApp-Kanal hat. Seit dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen machen die „Hunters“ immer wieder durch kreative MSV-Plakate auf sich aufmerksam, mit denen die Fans Seitenhiebe gegen den Gegner austeilen.
Lesen Sie auch
Bisher wurden die Grafiken ausschließlich online gepostet. In Zusammenarbeit mit der Duisburger Firma Lilienthal gingen die Poster nun erstmals in den Druck – und verteilen sich – in Zusammenarbeit mit der Fangruppierung „Laufen für Duisburg“ – in Duisburg und auch Mülheim.
Die „Hunters“ freuen sich darüber: Die Resonanz auf die Aktion sei überwältigend, schreiben die Zebra-Anhänger bei Facebook. „Zebras, was ihr hier abreißt, ist einfach phänomenal. So viele Unternehmer, die uns kontaktieren, und sich ehrlich dankbar zeigen. Genau das war die Idee. Genau das ist Zusammenhalt.“
Fans verteilen Plakate: „MSV in der Stadt noch sichtbarer machen“

Dabei verfolgen die „Köpi-Hunters“ vor allem ein Ziel: „Wir wollen den MSV mit den Plakaten in der Stadt sichtbarer machen und damit auch erreichen, dass noch mehr Zuschauer kommen“, erklärt Markus Petersen-Herbertz, einer der Gründer der „Hunters“ auf Nachfrage dieser Redaktion. Er ist glücklich. Denn die Poster aus der eigenen Produktion seien in den vergangenen Stunden richtig „viral“ gegangen.
Die Sprüche, die neben dem Zebra auf den Postern zu lesen sind, seien dabei Gemeinschaftsproduktionen. „Wir brainstormen in unserer WhatsApp-Gruppe und stimmen dann ab, welcher Spruch der beste ist“, so Petersen-Herbertz.
Zunächst wurden 250 Poster für die „Hunters“ gedruckt. Zudem gibt es weitere kostenlose Exemplare, die sich MSV-Fans bei Bürosysteme Lilienthal in Wanheim-Angerhausen abholen können, um sie zum Beispiel beim Bäcker nebenan oder im eigenen Laden anzubringen. Zudem kann sich natürlich jeder selbst ein eigenes Exemplar ausdrucken. „Auch fürs Auto zum Beispiel, in einem kleineren Format“, erklärt Markus Petersen-Herbertz.
Eines ist ihm besonders wichtig: „Dass die Leute in den Geschäften nachfragen, ob sie etwas aufhängen dürfen, und nicht wild plakatieren.“ Denn die Aktion soll Aufmerksamkeit bringen. Keine Bußgelder. Die Rechte an dem Zebra-Logo habe man sich deswegen auch gesichert, erklärt Petersen-Herbertz. Dafür hätte man Klaus Dings und Wolfgang Berndsen vom MSV-Archiv ins Boot geholt.
Grinsendes Zebra ist schon uralt
Das grinsende Zebra, das sich auf den Plakaten der „Hunters“ befindet, war einst das offizielle Logo des Fanclubs „Die Zebras“.
„Der Club gründete sich 1973 und wurde dann 1974 offizieller Fanclub“, erzählt Klaus Dings, seit Jahrzehnten leidenschaftlicher MSV-Fan und fürs MSV-Museum aktiv.
Irgendwie sei das Logo „dann auch mal zum MSV gekommen“. Wie, das kann Dings nicht mehr sagen. Aber eines weiß er noch: „Bei uns wurde das Zebra immer Ballermann genannt.“








