Als draußen gerade erst die Silvesterraketen und Böller verstummt waren, lag für eine Familie das größte Ereignis des neuen Jahres bereits im Arm. Um 3.17 Uhr erblickte Duisburgs erstes Baby nach dem Jahreswechsel das Licht der Welt. Es ist ein Mädchen.

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Es wiegt 2390 Gramm, ist 49 Zentimeter groß und wurde in den Sana Kliniken geboren. Das Kind und ihre Mutter sind wohlauf. Doch ein Detail konnten die erfahrenen Hebammen nicht herausfinden: den Vornamen des Babys. Sie konnten sich nämlich nicht mit der Mutter verständigen, weil sie kein Deutsch spricht. Deswegen bleiben auch weitere Angaben zur Familie ein Geheimnis.
Mädchen im Sana-Krankenhaus ist Duisburgs erstes Neujahrsbaby
Mit sechs Geburten und sieben Babys hatte das Team des Krankenhauses einen anstrengenden letzten Tag im Jahr 2025. Dafür verlief der Neujahrstag für alle Duisburger Kreißsäle vergleichsweise ruhig. Das Mädchen aus dem Sana-Klinikum blieb das einzige Kind, das in den ersten Stunden des neuen Jahres geboren wurde.
Auch in der zweiten Geburtshilfe der Stadt – in der Hamborner Helios Klinik St. Johannes – kam ein Neujahrsbaby zur Welt, aber erst wesentlich später. Um 18.10 Uhr bescherte Hamza seinen Eltern einen Glücksmoment. Der Junge wiegt 4150 Gramm und ist 45 Zentimeter groß.
„Es war an diesem Neujahrstag überraschend ruhig“, sagt Helios-Oberarzt Lukas Arnas Indičianski. Das war vergangenes Jahr anders. Am Morgen des 1. Januar 2025 forderten gleich sieben Neugeborene die Teams in den Krankenhäusern. Das Erste kam bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht zur Welt.
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Nur noch zwei statt vier Geburtshilfen in Duisburg
Der Jahreswechsel markiert für Duisburg auch eine Zäsur in der Geburtshilfe. Es ist das erste Jahr, in dem alle Neugeborenen nur noch in zwei Geburtszentren zur Welt kommen: in den Sana Kliniken und im St. Johannes-Krankenhaus. Zuvor gab es vier Einrichtungen in der Stadt.
Zum Jahresende 2025 ist die Geburtshilfe des Bethesda-Krankenhauses in Hochfeld nach 120 Jahren geschlossen und zum Kalkweg nach Wanheimerort verlagert worden. Ausschlaggebend waren sinkende Geburtenzahlen und der wirtschaftliche Druck auf kleinere Geburtshilfen.
„Die Vorhaltekosten für Hebammen und Ärzte sind hoch, deshalb sind Abteilungen mit weniger als 2000 Geburten kaum kostendeckend zu betreiben“, erklärte Prof. Dr. Markus Schmidt, Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken. Im Bethesda kamen zuletzt etwas weniger als 800 Kinder pro Jahr zur Welt. Die Sana Kliniken sind mit jährlich rund 1600 Geburten hingegen der Standort mit den meisten Neugeborenen in der Stadt.

Bereits im Sommer hat Helios die Geburtsklinik des St. Anna in Huckingen aufgegeben. Hintergrund waren auch hier die seit Jahren rückläufigen Geburtenzahlen. Deshalb entschied der Träger, die Geburtshilfe der Duisburger Standorte im Norden zu konzentrieren.
Zum 1. Juli wechselte das komplette Hebammen-Team aus Huckingen in die Helios Klinik St. Johannes nach Hamborn. Dort wurde das Angebot ausgebaut, unter anderem durch den Umzug des hebammengeführten Kreißsaals, der zuvor vielen Familien im Süden wichtig gewesen war.
Die meisten Kinder kamen 2025 in den Sana Kliniken zur Welt
Nach der Zusammenlegung hat das St. Johannes-Krankenhaus im vergangenen Jahr eine Marke geknackt: 2025 wurden zum ersten Mal über 1000 Babys am Hamborner Standort geboren. 1056 um genau zu sein – etwa 100 mehr als 2024. Im St. Anna kamen bis Mitte Juni 192 Kinder zur Welt.
In den Sana Kliniken wurden 2025 erneut die meisten Kinder geboren: 1687. Das waren rund 100 Babys mehr als in den beiden Vorjahren. Im Hochfelder Bethesda-Krankenhaus kamen bis zum 18. Dezember 589 Kinder zur Welt, etwa 200 weniger als 2024 und 2023.
Geburtenzahlen in Duisburg und NRW gehen zurück
In Duisburg gehen die Geburtenzahlen seit Jahren zurück. 2025 wurden nach einer vorläufigen Schätzung des Landesamts IT.NRW 4.460 Kinder geboren. Das sind etwa 150 weniger als im Vorjahr und rund 650 weniger als 2016.
In ganz Nordrhein-Westfalen kommen seit Jahren weniger Kinder zur Welt. 2025 wurden landesweit rund 148.000 Kinder geboren, 2,6 Prozent weniger als 2024. Im Ruhrgebiet wurden schätzungsweise 42.000 Babys geboren, drei Prozent weniger als im Jahr zuvor.
2023 hingegen trotzte Duisburg dem landesweiten Negativtrend. Damals kamen in der Stadt acht Prozent mehr Kinder zur Welt als im Vorjahr. Nirgendwo in NRW war der Sprung der Geburtenzahl größer.





