Die Preise auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg sorgen immer wieder für Diskussionen. Zwar kostet der Glühwein seit drei Jahren konstant an allen Ständen vier Euro. Bratwurst und Krakauer sind allerdings fast überall um 50 Cent teurer geworden (wir berichteten). Sie kosten jetzt fünf und sechs Euro. So ist es auch bei Franz Kropp am Kuhtor, der 2024 mit vier und fünf Euro noch die günstigsten Würste beim Budenzauber angeboten hat. Kropp nennt die Gründe für die Preissteigerungen – mit konkreten Zahlen.

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Der 66-Jährige ist schon seit 1984 auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber damals hat die Bratwurst noch rund zwei Mark gekostet.“ Solche Preise seien heute unvorstellbar. „Alles ist ja teurer geworden“, betont Kropp. Die Wurstpreise vom Vorjahr konnte er deshalb nicht mehr halten, sagt er. Schließlich wolle er nicht an der Qualität sparen.

Weihnachtsmarkt in Duisburg: Warum müssen Bratwurst und Krakauer fünf und sechs Euro kosten?

Die Ware beziehe er von einem Großhändler aus Mülheim. „Da zahle ich jetzt im Einkauf mittlerweile 35 Cent mehr für die Bratwurst und sogar 40 Cent mehr für die Krakauer als noch vor drei Jahren.“ Für die Brötchen müsse er ebenfalls tiefer ins Portemonnaie greifen. „Sie kosten elf Cent mehr als 2022“, erklärt Kropp. Außerdem sei die Holzkohle teurer geworden, die Personalkosten und Strompreise seien auch gestiegen. Für den Stand müsse er ebenfalls etwas mehr als im Vorjahr bezahlen.

Ein Urgestein auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt: Auch bei Franz Kropp ist die Bratwurst teurer geworden. Er nennt die Gründe.
Ein Urgestein auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt: Auch bei Franz Kropp ist die Bratwurst teurer geworden. Er nennt die Gründe.© Funke Medien NRW | Daniel Wiberny

„Vor dem Start des Weihnachtsmarkts hatte ich ein wenig Angst, wie meine Kunden auf die erhöhten Preise reagieren“, gesteht Kropp. „Aber es hat sich bisher zum Glück noch niemand beschwert. Die Leute verstehen das.“

Bekannt auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg: Rene Dupré vom „Grill Royal“. 20 bis 25 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren zahle er mittlerweile im Einkauf für die Wurst, sagt er.
Bekannt auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg: Rene Dupré vom „Grill Royal“. 20 bis 25 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren zahle er mittlerweile im Einkauf für die Wurst, sagt er.© Funke Medien NRW | Daniel Wiberny

Dies hat auch Rene Dupré vom „Grill Royal“ auf der Königstraße festgestellt, der ebenfalls fünf und sechs Euro für Bratwurst und Krakauer verlangt – und damit jeweils 50 Cent mehr als 2024. „Anfangs gab‘s ein paar Bemerkungen von den Kunden, aber sie wissen ja auch, dass alles teurer geworden ist“, berichtet der 39-Jährige.

Rene Dupré: Wurst kostet im Einkauf 20 bis 25 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren

Er setze weiter auf Qualität vom Metzger, zahle für die Wurst aber mittlerweile etwa 20 bis 25 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Dupré, der an einem weiteren Stand auf der Königstraße auch Burger und Fritten verkauft, nennt noch ein weiteres Beispiel: „2019 habe ich für eine Kiste Pommes 8,90 Euro bezahlt, jetzt sind es 15,90 Euro.“

Da seien Preissteigerungen für die Kunden unumgänglich. „Am Ende muss für uns Schausteller ja auch noch was übrig bleiben“, sagt der Event-Gastronom. Nach dem Weihnachtsmarkt in Duisburg gehe es in die Winterpause und dann erst im Frühjahr weiter. „In der Zeit laufen die Betriebskosten weiter und auch unsere fest angestellten Mitarbeiter müssen dann weiter bezahlt werden“, betont der Mann, der aus einer bekannten Duisburger Familie stammt. Sie betreibt seit 50 Jahren Event-Gastronomie und ist mit mobilen Imbisswagen auch regelmäßig auf dem Stadtfest vertreten – und jetzt auf dem Weihnachtsmarkt.

Joseph Nieke, Schausteller-Urgestein aus Rheinhausen, bietet die günstigste Bratwurst beim Duisburger Budenzauber an. Sie ist allerdings 100 Gramm schwer. Bei Franz Kropp und Rene Dupré sind es nach deren Angaben 120 Gramm.
Joseph Nieke, Schausteller-Urgestein aus Rheinhausen, bietet die günstigste Bratwurst beim Duisburger Budenzauber an. Sie ist allerdings 100 Gramm schwer. Bei Franz Kropp und Rene Dupré sind es nach deren Angaben 120 Gramm.© Funke Medien NRW | Daniel Wiberny

Dort bietet Joseph Nieke (69), Schausteller-Urgestein aus Rheinhausen, aktuell die günstigste Bratwurst an. Sie kostet in seinem Grillspezialitäten-Wagen auf der Königstraße noch 4,50 Euro, die Krakauer 5,50 Euro. Seit 40 Jahren arbeite er dabei mit einem Metzger aus Mülheim zusammen. „Die Einkaufspreise sind für mich seit vier Jahren unverändert geblieben“, sagt Nieke.

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Ansonsten merke auch er, dass vieles teurer geworden ist. Aber vor allem angesichts der geringen Kaufkraft in Duisburg habe er sich entschieden, die Wurstpreise im Gegensatz zu den anderen Schaustellern trotzdem nicht zu erhöhen. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass seine Bratwurst 100 Gramm schwer ist, bei Franz Kropp und Rene Dupré sind es nach deren Angaben 120 Gramm.

Umsätze sind rückläufig

Was die drei Schausteller eint: Die Umsätze sind in diesem Jahr rückläufig. Ist die Wurst also doch zu teuer? Schwierig zu sagen. Nieke meint: „Getrunken wird immer, aber beim Essen halten sich die Leute zunehmend zurück.“