Der Duisburger Weihnachtsmarkt verwandelt auch dieses Jahr die Königstraße in ein langes, warm glühendes Lichtermeer. Rund 100 Hütten warten, und zwischen Glühweinduft und Menschenmengen stellt sich die Frage: Wie viel Spaß bekommen Besucher für 30 Euro? Und ist es wirklich spürbar teurer geworden als im vergangenen Jahr? Diese Fragen hat sich auch die WAZ-Redaktion gestellt und mich zum Praxistest losgeschickt.

Täglich (außer Samstag)

Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Es ist früher Abend, die ersten Lichterketten sind schon an. Los geht es an der Königstraße, Ziel des Rundgangs ist das Riesenrad. An knapp 50 Hütten auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Speisen und Getränke, deshalb wird auch im Test das kulinarische Angebot unter die Lupe genommen.

WAZ-Mitarbeiterin Philippa Gerstl hat auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg getestet, wie viel Spaß es für 30 Euro auf dem Budenzauber in der Innenstadt gibt.
WAZ-Mitarbeiterin Philippa Gerstl hat auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg getestet, wie viel Spaß es für 30 Euro auf dem Budenzauber in der Innenstadt gibt.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Auch interessant

Praxistest: Mit 30 Euro auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg

Gegenüber vom Forum fällt ein Stand mit einer großen Pfanne voller Champignons ins Auge, die dampfend hin und her geschwenkt werden. Die Knoblauchsoße riecht so, wie sie schmecken sollte: intensiv, warm und ein bisschen scharf. Die ersten 6,50 Euro sind jetzt weg. Dafür gibt es eine kleine Portion mit einem Stück Brot. Die Pilze sind dafür überraschend gut gebraten. Meine Finger werden langsam kalt, mein Bauch dagegen angenehm warm.

Eine Portion Champignons mit Knoblauchsoße gibt es für 6,50 Euro.
Eine Portion Champignons mit Knoblauchsoße gibt es für 6,50 Euro.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Ich schlendere weiter: Nach ein paar Metern lockt am Lifesaver Brunnen ein Punschstand mit leuchtenden Neonschildern. „Glüh dich glücklich“, steht dort. Die Winterbar steht zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg und versucht, mit elektronischer Tanzmusik ein junges Publikum anzusprechen. Für vier Euro wird ein alkoholfreier Bratapfelpunsch bestellt. Der erste Schluck schmeckt intensiv nach Apfel, Zimt und Vanille und taut direkt meine Hände wieder auf.

Für vier Euro gibt es einen Bratapfelpunsch an der Winterbar auf dem Weihnachtsmarkt.
Für vier Euro gibt es einen Bratapfelpunsch an der Winterbar auf dem Weihnachtsmarkt.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Ein Erinnerungsfoto und ein Lego-Mitbringsel

Weiter in Richtung Riesenrad komme ich an einer der vielen AR-Fotoboxen vorbei, die leicht kitschig blinkt. Fünf Euro für ein Foto mit digitalem Weihnachtsrahmen, warum nicht? Ich stelle mich hinein, die Technik ruckelt etwas, mein Gesicht wird kurz verzerrt dargestellt, dann erscheint ein goldener Rahmen mit Bildern vom Duisburger Weihnachtsmarkt um mich herum. Das Ergebnis wirkt ein bisschen billig, aber gleichzeitig charmant. Lachend stecke ich das ausgedruckte Foto ein, die gute Laune ist vielleicht auch das, was man für sein Geld hier bekommt. 

Auch interessant

Es wird voller auf dem Weihnachtsmarkt. Der Geräuschpegel steigt, Stimmen vermischen sich und in irgendeiner Bude dudelt eine Coverversion von „Last Christmas“, die sich bemüht, modern zu klingen. Ich schlendere an Ständen vorbei, auf denen Naturseifen pyramidenförmig gestapelt sind und Schneekugeln im Licht glitzern. Ein kleiner Lego-Stand stoppt mich. Zwischen Minifiguren und kleinen Bausets steht ein Drehaufsteller mit handgemachten Anhängern. Der Verkäufer lächelt stolz: „Alles selbst gemacht.“ Ich kaufe für drei Euro einen Adventskranz-Anhänger aus Legosteinen, der so groß wie meine Handinnenfläche ist. Ein schönes, kleines Mitbringsel. 18,50 Euro sind jetzt weg.

[Wir schicken Ihnen jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps. Hier können Sie den Duisburg-Newsletter bestellen.]

Eine Fahrt mit dem Riesenrad und ein süßer Nachtisch

Dann taucht das große Riesenrad vor mir auf, das sich langsam an der Steinschen Gasse vor sich hindreht. Die Kabinen werden überraschend flott nach oben gezogen. Ich habe Höhenangst, aber an diesem Abend möchte ich mutig sein. Für fünf Euro kaufe ich ein Ticket, steige ein, und schon beginnt die Fahrt. Die Geräusche unten verschwinden und alles wird klein. Für einen Moment ist es still. Nur ich, meine schlotternden Knie und eine tolle Aussicht. Die Fahrt ist kurz, aber sie lässt mich mit Stolz lächeln.

Eine Fahrt mit dem Riesenrad gibt es für fünf Euro.
Eine Fahrt mit dem Riesenrad gibt es für fünf Euro.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Nach dem kleinen Adrenalinkick brauche ich etwas Süßes. Bei einer Hütte mit Crêpes wird für sechs Euro eine Variante mit Bueno und Nutella bestellt. Die Kombination ist so süß, dass ich fast einen Zuckerschock bekomme. Ich esse die Hälfte sofort, den Rest lasse ich mir einpacken. Währenddessen beobachte ich Menschen an der neuen Eisstockbahn. Sie rufen, lachen, diskutieren, ob der letzte Wurf gültig war.

Auch interessant

Fazit: Viel Spaß und schöne Erinnerungen auf dem Weihnachtsmarkt

Auf dem Rückweg zur Königstraße ziehe ich Bilanz: Für wie viel haben die 30 Euro eigentlich gereicht? Tatsächlich für mehr als gedacht. Ich habe ein warmes Essen, ein Getränk, zwei kleine Souvenirs, ein Foto, eine Fahrt mit dem Riesenrad und einen süßen Nachtisch bekommen. Natürlich muss man mehr zahlen als noch vor ein paar Jahren, und wer mit mehreren Kindern kommt, merkt sicher, wie schnell sich Summen vervielfachen. Aber gleichzeitig begegnen mir Stände, die ihre Preise stabil gehalten haben. Manche sogar bewusst.

Der Duisburger Weihnachtsmarkt ist kein Ort, an dem man spart. Das ist wohl kein Weihnachtsmarkt auf dieser Welt. Aber der Budenzauber in Duisburg ist auch weit davon entfernt, nur ein Luxusvergnügen zu sein. Es ist ein Ort, an dem man ein paar Stunden richtig viel Spaß haben kann. Und wenn man sich darauf einlässt, bekommt man mit 30 Euro immer noch überraschend viel: ein paar schöne Erinnerungen und ein warmes, vorweihnachtliches Gefühl.