Oberbürgermeister Sören Link war bei den Kommunalwahlen im Herbst einer der wenigen strahlenden Wahlsieger in der SPD. Seither hat Link viel Aufmerksamkeit und Anerkennung über Duisburg hinaus erfahren. Führende Sozialdemokraten in Berlin und Düsseldorf hätten den Duisburger dem Vernehmen nach gerne bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im Frühjahr 2027 als Gegenkandidaten von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gesehen. Daraus wird aber wohl nichts.

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Denn auf die Frage nach einer Kandidatur gegen Wüst antwortet Link: „Ich bin erst vor einigen Monaten bei der Kommunalwahl in Duisburg mit großer Mehrheit als Oberbürgermeister wiedergewählt worden. Dieses außergewöhnliche Vertrauen ist für mich Auftrag und Verpflichtung zugleich. Deshalb werde ich mich auch in Zukunft mit voller Kraft für die Menschen vor Ort starkmachen.“ Und zwar weiterhin als Oberbürgermeister, nicht als Landespolitiker.

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NRW-Landtagswahl 2027: Sören Link will nicht Spitzenkandidat der SPD werden

Heißt: Link steht offenbar für eine Kandidatur nicht zur Verfügung, wie zuerst die Bild-Zeitung berichtet hatte. Zuvor hatte Anfang der Woche die Redaktion von Table Media in ihrem „Politikentscheider-Briefing“ geschrieben, die Strategen der SPD hätten nach monatelanger Suche einen geeigneten Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in NRW gefunden:

„Wenn es nach SPD-Chefin Bärbel Bas und relevanten Persönlichkeiten der SPD in NRW geht, soll der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link die Partei anführen. Bereits Ende Januar 2026 will man auf der Klausurtagung des SPD-Landesvorstandes die Personalie beschließen.“

Mit Link aber können die Sozialdemokraten nicht planen. Und seine Duisburger Parteifreundin und Co-Bundesvorsitzende Bas (57) will selbst wohl ebenfalls nicht gegen Hendrik Wüst antreten. Die ehemalige Bundestagspräsidentin und aktuelle Arbeits- und Sozialministerin gilt in Berlin längst als Option für die nächste Kanzlerkandidatur.

Wollen wohl beide nicht bei der NRW-Landtagswahl 2027 gegen Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) antreten: Bärbel Bas und Sören Link, hier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Zuwanderung aus der EU Ende Oktober in Duisburg.
Wollen wohl beide nicht bei der NRW-Landtagswahl 2027 gegen Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) antreten: Bärbel Bas und Sören Link, hier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Zuwanderung aus der EU Ende Oktober in Duisburg. © Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini

Schickt die SPD Sarah Philipp gegen Hendrik Wüst ins Rennen?

Einer weiteren einflussreichen Sozialdemokratin aus Duisburg werden für die NRW-Spitzenkandidatur 2027 dagegen bislang nur Außenseiterchancen eingeräumt: Sarah Philipp (42) ist seit dem Sommer 2023 zwar Co-Vorsitzende der NRW-SPD. „Allerdings ist Philipp weitgehend unbekannt, hat noch nie ein exekutives Amt ausgeübt und konnte sich vor zwei Jahren in einer Kampfabstimmung über den Landtagsfraktionsvorsitz nicht einmal gegen Jochen Ott durchsetzen“, analysiert etwa der Landeskorrespondent unserer Redaktion.

Sarah Philipp am Abend der Bundestagswahl 2025 im Duisburger Rathaus.
Sarah Philipp am Abend der Bundestagswahl 2025 im Duisburger Rathaus.© FUNKE Foto Services | STEFAN AREND

Allerdings gibt es in der SPD auch nicht gerade einen Ansturm auf die Spitzenkandidatur. Die Mission einer Herausforderin beziehungsweise eines Herausforderers gilt zurzeit beinahe als aussichtslos. Das liegt nicht nur am historisch schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten bei den jüngsten Wahlen, sondern auch an Amtsinhaber und Landesregierung:

Hendrik Wüst ist der bekannteste Politiker des Landes, eine große Mehrheit der Bürger schätzt ihn laut Umfragen als kompetent ein, vergleichsweise beliebt ist er auch. Und die Wählerinnen und Wähler sind weiterhin zufrieden mit der Arbeit der schwarz-grünen Landesregierung.

Einer Spitzen-Sozialdemokratin wie Bärbel Bas könnten Kandidatur und Niederlage darum schaden. Sören Link liefe ohne Aussicht auf ein höheres Amt Gefahr, Kredit bei seinen Wählerinnen und Wählern in Duisburg zu verspielen.

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SPD: Kritik von Link, Kurswechsel in NRW

Duisburgs Oberbürgermeister hatte vor der Stichwahl den Kurs der SPD in der Sozial-, Arbeits- und Integrationspolitik kritisiert und diesen als Erklärung für das erneut schlechte Wahlergebnis der Partei genannt. Der Landesparteirat vollzog im Oktober eine Kurskorrektur und beschloss ein Positionspapier mit dem Titel „Wir haben verstanden: Zeit für Ehrlichkeit und Veränderung“. Es rückt jene Politikfelder in den Fokus, mit denen auch Sören Link Wahlkampf machte: „Wir sind die Partei, die für jeden Arbeitsplatz und gleiche Chancen für jedes Kind kämpft. [...] Wenn Sicherheit, Sauberkeit und Integration die Menschen bewegen, dann kümmern wir uns um Lösungen und Positionen.“