In Duisburg ist die Angst vor einem Krawall-Wochenende groß. Die Polizei will Randale zu Halloween unbedingt vermeiden. Dabei greift die Behörde zu einem besonderen Schritt: Bereits ab Donnerstagabend wird in Hochfeld eine Videobeobachtung aktiviert.

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Dafür wird eine mobile Polizeikamera – ein Anhänger mit ausfahrbarem Teleskop-Kamerasystem – vor der Pauluskirche installiert. Das System ist dann von Donnerstag, 18 Uhr, bis Sonntag, 10 Uhr, aktiv. Die Aufnahmen werden in der Leitstelle von speziell geschultem Personal gesichtet. Die im Bedarfsfall angefertigten Aufzeichnungen werden nach 14 Tagen automatisch gelöscht – es sei denn sie werden zur Strafverfolgung benutzt. Das bedeutet: Es geht um Sequenzen, die Straftaten zeigen.  Laut Polizei werden Bereiche, die dem besonderen Schutz der Privatsphäre unterliegen (Arztpraxen, Wohnungen etc.), vorab gepixelt oder geschwärzt.

Polizeipräsident Alexander Dierselhuis erklärt zur Maßnahme: „An Halloween hat niemand einen Freifahrtschein um Straftaten zu begehen. Unsere Gesetze gelten auch an Halloween. Die Videobeobachtung dient unterstützend dazu, Straftaten möglichst zu verhindern, bevor sie begangen werden.“ In der Vergangenheit habe sich die Videoüberwachung bewährt. Sie wurde schon zum Jahreswechsel 2024/2025 in Hochfeld eingesetzt. Der überwachte Bereich blieb im Beobachtungszeitraum frei von Straftaten.

Zur Einordnung: Für eine Videobeobachtung sieht der Paragraf 15 des Polizeigesetzes NRW hohe rechtliche Hürden vor. Der Gesetzestext besagt zusammengefasst: Für das Aufstellen einer Kamera muss die Annahme bestehen, dass im betroffenen Bereich schwere Straftaten begangen werden könnten.

Angst vor Halloween-Krawallen in Duisburg: Massive Polizeipräsenz angekündigt

Und die Ereignisse der vergangenen Jahre lassen diesen Schluss wohl zu: Böllerwürfe, Vandalismus und Ruhestörung – vor allem Kinder und Jugendliche ließen rund um die Wanheimer Straße ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Die Herausforderung für die Polizei: Am Halloweenabend 2024 konnte die Situation mit einer enormen Zahl an Einsatzkräften unter Kontrolle gehalten werden. Die Taktik ging auf. Dafür schlugen die jungen Täter dann in den zwei folgenden Nächten umso heftiger zu.

Die Bahnhaltestelle Pauluskirche wurde am Krawall-Wochenende 2024 zerstört.
Die Bahnhaltestelle Pauluskirche wurde am Krawall-Wochenende 2024 zerstört.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Die Bilanz aus dem letzten Jahr liest sich erschreckend: Die Haltestelle Pauluskirche wurde komplett zerlegt. Insgesamt 27 Straßenbahnen mit Eiern, Böllern und sogar Pflastersteinen beworfen. Ein Straßenbahnfahrer berichtete jüngst von großen Ängsten im Lager der DVG-Mitarbeiter vor dem diesjährigen Halloween-Wochenende.

Bereits 2023 hatte es in einigen Stadtteilen massive Ausschreitungen gegeben. Damals jedoch geballt in der Halloween-Nacht.

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An der Einsatztaktik für das kommende Wochenende hat die Führungsstelle im Polizeipräsidium seit Tagen gearbeitet. Über die Details schweigen die Verantwortlichen verständlicherweise – mit Ausnahme der Videobeobachtung. „Die Polizei Duisburg wird rund um Halloween mit einer erhöhten Polizeipräsenz im gesamten Stadtgebiet im Einsatz sein“, verspricht Sprecherin Julia Tekock. Es ist anzunehmen, dass das Polizeiaufgebot am Freitagabend besonders in Hochfeld und Marxloh wieder massiv sein wird. Tekock bestätigt, dass zudem zivile Einsatzkräfte auf den Straßen unterwegs sein werden. „Verstöße werden konsequent geahndet“, kündigt die Polizeisprecherin an. Polizeipräsident Dierselhuis betonte, dass man mit den Maßnahmen ein „klares Zeichen“ setze.

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Seine Behörde hält sich zu den Plänen für die Tage nach dem eigentlichen Halloween-Abend am 31. Oktober sehr bedeckt. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Vorjahr ist allerdings damit zu rechnen, dass auch am Samstagabend ein besonderer Fokus auf den Hotspots liegen dürfte. Dafür spricht auch, dass die Videobeobachtung bis Sonntagmorgen vor Ort bleibt.

>>Auch die DVG erhöht das Sicherheitsaufgebot

  • Die Duisburger Verkehrsgesellschaft hat angekündigt, an den zuletzt häufig betroffenen Haltestellen zusätzliche Security zu stationieren. Hinzu sollen mobile Sicherheitsteams im Einsatz sein.
  • Auch in Bussen und Bahnen wird verstärkt Sicherheitspersonal eingesetzt.
  • 2023 und 2024 fuhren nach Attacken keine Bahnen mehr durch Hochfeld. Die DVG leitete Züge der Linie 903 um, um Fahrgäste und Fahrpersonal zu schützen.