Der bis 2030/31 vorgesehene Umbau des Kreuzes Duisburg-Kaiserberg schreitet nach Angaben der Autobahn GmbH voran. Der sogenannte Spaghetti-Knoten wird dadurch immer wieder zur Staufalle. In den nächsten Wochen müssen die Autofahrer wegen mehrerer Sperrungen besonders gute Nerven haben. Wir geben eine Übersicht über die Hintergründe zum Mammutprojekt sowie die bisherigen und geplanten Maßnahmen.
Umbau Kreuz Kaiserberg: Was kommt aktuell auf die Autofahrer zu?
Weitere, teils langfristige Sperrungen von Verbindungsrampen und Fahrbahnen. Ab Mittwoch, 29. Oktober, um 21 Uhr werden die Rampen von der A3 in Fahrtrichtung Köln auf die A40 in Fahrtrichtung Venlo und Essen bis Mitte 2027 gesperrt.
Hintergrund sind vorbereitende Maßnahmen für den Abriss mehrerer Brückenbauwerke. Dabei werden unter anderem Abdichtungen beseitigt, Asphalt gefräst sowie Schutzplanken und Geländer zurückgebaut. Bereits seit Winter 2024/25 und ebenfalls bis Mitte 2027 sind die Verbindungen von der A40 in Fahrtrichtung Venlo und Essen auf die A3 in Fahrtrichtung Köln gesperrt.
„Nur“ über ein Wochenende sperrt die Autobahn GmbH die A40 zwischen dem Kreuz Duisburg und der Anschlussstelle Kaiserberg von Freitag, 17. Oktober, um 21 Uhr bis Montag, 20. Oktober, um 5 Uhr in beide Fahrtrichtungen. Dann wird im Kreuz Kaiserberg das alte stillgelegte Brückenbauwerk abgerissen, das die A40 in Fahrtrichtung Venlo mit der A3 verbunden hat.
Während der Arbeiten kann auch die Verbindung von der A40 in Fahrtrichtung Essen auf die A3 in Fahrtrichtung Arnheim nicht genutzt werden. Diese Verbindungsrampe steht sehr nah am Bauwerk, das abgerissen wird. Zusätzlich sperrt die Autobahn GmbH im selben Zeitraum die Verbindungen im Kreuz Kaiserberg von der A3 in beide Fahrtrichtungen auf die A40 in Fahrtrichtung Venlo. Sie können nicht befahren werden, weil ein Gerüst an der neuen A3-Brücke abgebaut wird.
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Und schon bald müssen sich die Autofahrer auf eine Mega-Sperrung vorbereiten: Dann wird die A3 zehn Tage lang von Freitag, 7. November, um 21 Uhr bis Montag, 17. November, um 5 Uhr zwischen dem Kreuz Oberhausen-West und dem Kreuz Breitscheid in beiden Fahrtrichtungen dicht gemacht. Der Grund: Die Verbindungsbrücken im Kreuz Kaiserberg von der A3 aus Arnheim zur A40 in Richtung Essen und Venlo werden abgerissen (wir berichteten).
In diesem Zeitraum sind dann alle Rampen im Kreuz Kaiserberg gesperrt. Ab dem 17. November können die Verkehrsteilnehmer zumindest die Verbindungen von der A3 in Fahrtrichtung Arnheim auf die A40 in Fahrtrichtung Venlo und Essen sowie von der A40 in Richtung Venlo und Essen auf die A3 in Richtung Arnheim wieder nutzen.
Übersicht über die aktuellen Sperrungen rund um das Kreuz Kaiserberg:
Gesperrt vom 17. Oktober, 21 Uhr, bis 20. Oktober 2025, 5 Uhr:
- A40 zwischen dem Kreuz Duisburg und der Anschlussstelle Kaiserberg in beide Fahrtrichtungen
- Verbindung von der A40 in Fahrtrichtung Essen auf die A3 in Fahrtrichtung Arnheim
- Verbindung von der A3 in Richtung Köln auf die A40 in Richtung Venlo
- Verbindung von der A3 in Richtung Arnheim auf die A40 in Richtung Venlo
Gesperrt vom 7. November, 21 Uhr, bis 17. November 2025, 5 Uhr:
- A3 zwischen dem Kreuz Oberhausen-West und dem Kreuz Breitscheid in beide Fahrtrichtungen
- Alle Rampen im Kreuz Kaiserberg
Gesperrt seit Winter 2024/25 bis Mitte 2027:
- Verbindung von der A40 in Richtung Venlo auf die A3 in Richtung Köln
- Verbindung von der A40 in Richtung Essen auf die A3 in Richtung Köln
Gesperrt ab 29. Oktober 2025, 21 Uhr, bis Mitte 2027:
- Verbindung von der A3 in Richtung Köln auf die A40 in Richtung Venlo
- Verbindung von der A3 in Richtung Köln auf die A40 in Richtung Essen
Die Verkehrsteilnehmer sollen nach Angaben der Autobahn GmbH die ausgeschilderten Umleitungen nutzen und mehr Fahrzeit einplanen.
Warum modernisiert die Autobahn GmbH das Kreuz Kaiserberg?
Täglich passieren hier rund 250.000 Fahrzeuge, darunter viele Lkw. Die bestehende Infrastruktur stammt aus den 1960er Jahren und ist dem heutigen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Deshalb betont die Autobahn GmbH, wie notwendig der bis 2030/31 geplante umfassende Um- und Ausbau des Kreuzes Kaiserberg ist, das die A3 und die A40 verbindet.
Ziel sei ein besserer Verkehrsfluss, weniger Staus und mehr Lebensqualität für Anwohner durch modernen Lärmschutz. Zu den Kernmaßnahmen gehören die Erweiterung der Autobahnen der A3 und A40 von vier auf sechs Fahrstreifen, die grundlegende Erneuerung der Rampen und Anschlussstellen sowie der Ersatzneubau von insgesamt 19 Ingenieurbauwerken (Brücken und Verbindungsrampen).
Einige Brücken bestehen dabei aus mehreren sogenannten Teilbauwerken. Das bedeutet: Eine große Brücke wird in einzelne Abschnitte unterteilt, die jeweils unterschiedliche Fahrtrichtungen bedienen oder baulich getrennt umgesetzt werden – zum Beispiel, weil sie über verschiedene Strecken führen oder zeitlich versetzt gebaut werden. So lässt sich der Bau nach Angaben der Autobahn GmbH besser planen und der Verkehr während der Bauzeit gezielter steuern.
Wie kommt der Um- und Ausbau voran?
Das Mammutprojekt, das Frank Theißing leitet, läuft bisher planmäßig, sagt die Autobahn GmbH. Sie betont aber, dass alle Maßnahmen von äußeren Umständen wie Witterung, technischen Gegebenheiten oder behördlichen Abstimmungen abhängen und sich entsprechend verschieben können.
Seit dem offiziellen Spatenstich im Dezember 2022 und dem Beginn der Bauarbeiten im Januar 2023 sind bereits zahlreiche Teilmaßnahmen umgesetzt. Im Jahr 2023 begann der Abriss der A3-Brücken in Fahrtrichtung Arnheim über die Gleise der Deutschen Bahn und die A40 sowie der Neubau der Brücken.
2024 fiel der Startschuss für die neue Verbindungsrampe von der A40 aus Essen zur A3 in Fahrtrichtung Köln. Sie ist inzwischen fertiggestellt und wurde über provisorische Verbindungsrampen in Betrieb genommen. Die endgültigen Auffahrtsrampen Richtung Arnheim sollen bis Ende 2026 und in Fahrtrichtung Köln bis Ende 2027 fertiggestellt sein. Ab Sommer 2026 ist geplant, mit den Arbeiten an weiteren Rampen zu beginnen. Diese werden dann vorübergehend außer Betrieb genommen
Aktuell sind sowohl auf der A3 als auch auf der A40 weitere Bauwerke wie Stütz- und Lärmschutzwände im Bau. Außerdem laufen umfangreiche Erd-, Straßen- und Kanalbauarbeiten.
Sind weitere Gleissperrungen für die Arbeiten erforderlich?
Ja. Im Januar 2026 wird die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Essen erneut für zwei Wochen gesperrt. Die Autobahn GmbH nutzt die Zeit, Holzschalungen an der neuen A3-Brücke in Richtung Arnheim zurückzubauen und diese dann komplett fertigzustellen. Eine weitere Gleissperrung sei für September/Oktober 2026 geplant: Dann wird die alte A3-Brücke in Richtung Köln abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Wie sieht es mit den Kosten für das Mammutprojekt aus?
Zum Start war von einem Gesamtvolumen von 365 Millionen Euro die Rede, zuletzt von 450 Millionen Euro. Doch auch dabei wird es nach Angaben der Autobahn GmbH aufgrund genereller Preissteigerungen nicht bleiben. Wie teuer der Um- und Ausbau des Kreuzes Kaiserberg am Ende wird, lasse sich derzeit nicht sagen.
Der Bund trage auf jeden Fall den Löwenanteil der Kosten und über Kürzungen oder Verzögerungen beim Mammutprojekt sei bisher nichts bekannt. Der Hintergrund: Das Bundesverkehrsministerium hatte mitgeteilt, dass für Bundesfernstraßen im Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro erwartet wird.
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Zuletzt kursierte eine interne Rotstift-Liste mit allein knapp 30 Maßnahmen im NRW-Autobahnnetz, für die bereits ein bestandskräftiges Baurecht vorliegt oder bis 2029 erwartet wird. Auf dieser Liste steht unter anderem der A40-Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Kaiserberg und Mülheim-Dümpten, der sechsspurig ausgebaut werden soll. Außerdem wird der A3-Abschnitt zwischen dem Kreuz Kaiserberg (A40) und Oberhausen-West (A42) aufgeführt, der auf acht Fahrspuren erweitert werden soll (wir berichteten).