Duisburgs Rat wird nicht nur immer größer, er wird auch immer männlicher: Der Frauenanteil im Gremium ist nach den Kommunalwahlen deutlich gesunken.
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Die Größe der Stadträte hängt von der Einwohnerzahl ab. Duisburgs Rat hatte bislang regulär 72 Sitze, wuchs 2020 durch Überhang- und Ausgleichsmandate auf 102 Mitglieder an – und war damit der größte Rat in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen hat der Stadtrat eine planmäßige Größe von 74 Mitgliedern, aber erneut führten die 34 Direktwahlkreis-Siege der SPD (und ihr im Verhältnis schlechteres Gesamtergebnis) zu 30 zusätzlichen Sitzen. Künftig hat der Rat sogar 104 Sitze.
Duisburger Rat hat 104 Mitglieder – mehr als acht deutsche Landtage
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Das ist weiterhin der größte Rat in NRW, allerdings hat neuerdings auch Dortmunds Vertretung 104 Mitglieder (regulär: 82). In der größten NRW-Stadt Köln gibt es 90 Ratsleute, in der Landeshauptstadt Düsseldorf 92, in Essen 82. Aktuell haben acht Landtage weniger Mitglieder als Duisburgs Vertretung.

Diese Übergröße führte in Duisburg in der vergangenen Wahlperiode zu Mehrkosten in Höhe von mehr als drei Millionen Euro, nicht nur wegen der Miete für die Mercatorhalle, sondern weil mit der Zahl der Ratsleute die Summe für Aufwandsentschädigungen, Sitzungsgelder und Fraktionszuwendungen immens steigt (wir berichteten).
Frauenanteil von unter 30 Prozent
Unter den 104 neuen Duisburger Ratsleuten sind nur 31 Frauen. Das entspricht einem mageren Anteil von 29,8 Prozent. In der 2020 gewählten Vertretung lag der Frauenanteil noch bei 33,3 Prozent, in den Jahren davor bei 35,29 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundestag sank der Frauenanteil nach der Bundestagswahl auf 32,4 Prozent (zuvor: knapp 35 %); Deutschland liegt damit in der EU im Mittelfeld. Im NRW-Landtag ist etwa jedes dritte Mitglied weiblich (2023: 35,4 %).
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Im Duisburger Rat sind bei den Grünen und den Linken die Hälfte der Mitglieder weiblich. Von den größeren Parteien hat die SPD den geringsten Frauenanteil (26,5 %), auch bei der AfD liegt dieser unter dem Schnitt (27,3 %). Die CDU kommt auf 33,3 % Prozent. Von den kleineren Bündnissen haben nur Junges Duisburg (25 %) und Tierschutz (50 %) überhaupt eine Frau in ihren Reihen.
AfD nun zweitstärkste Fraktion – mit einem Bundestagsabgeordneten
Auch bei der Sitzverteilung hat sich einiges geändert: Die AfD (22 Sitze) hat nun die zweitgrößte Fraktion, die CDU (18) nur noch die drittgrößte. Mit der SPD (34) kommt die Union exakt auf die Hälfte der Stimmen. Die GroKo braucht also Verbündete, FDP (2) und Junges Duisburg (4) sind gesprächsbereit (wir berichteten).
Eigenständige Fraktionen können neben SPD, AfD und CDU noch die Grünen (10) und die Linken (6) bilden. Junges Duisburg hat nun zwar mehr Sitze, erreicht aber wegen der von CDU und Grünen im Landtag angehobenen Mindestgrößen (wir berichteten) nicht mehr den Status einer eigenständigen Fraktion.
Eine Besonderheit: Mit Sascha Lensing (AfD), Kriminalhauptkommissar außer Dienst, hat sich ein Bundestagsabgeordneter in den neuen Rat von Duisburg wählen lassen.














































































































