„Ja, griaß di. Servus!“ Manfred „Manni“ Größ spricht in breitem Dialekt. Er ist nicht von hier, das merkt man sofort: „Manni“ kommt vom Chiemsee, aus Oberbayern. Dort tickt die Welt ein bisschen anders als an Rhein und Ruhr. „Bei uns, do bist entweder Bayern München oder a 60er“, lacht der 56-Jährige.
Doch „Manni“ mag weder den FC Bayern noch die Löwen von 1860. Er liebt die Zebras vom MSV Duisburg. Und das hat einen Grund.
Manni aus Oberbayern liebt den MSV aus Duisburg

Rückblick: Als kleiner Junge, das gibt Größ zu, habe er sich doch mal für den großen FC Bayern interessiert. „Des war damals einfach so, i war a paar Mal im Olympiastadion“, sagt der Fußballfan und zuckt mit den Schultern. Doch lange hielt die Leidenschaft nicht an. „Die san so hochnäsig“, erklärt Manni. Außerdem habe er es langweilig gefunden, einen Verein zu unterstützen, „den alle gut finden“.
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Manni sehnte sich nach dem Besonderen – und als er Mitte der 1990er Jahre mitbekam, dass sein Großcousin als Spieler zum MSV Duisburg wechselte, war es um ihn geschehen. „Seitdem bin i a waschechter MSV-Fan.“
(Sein Großcousin, das ist übrigens kein anderer als Peter Közle, der 1993 von Zürich an die Wedau kam und sich mit seinen Rastalocken, seiner Liebe zum Nachtleben und zu lauter Disco-Musik schnell zum Kultkicker entwickelte. Aber des is a andere G’schicht.)
Weitere Anreise zum MSV-Stadion gibt es in Deutschland kaum

Zurück zu Manni. Viele MSV-Spiele kann der 56-Jährige nicht sehen, jedenfalls nicht live: Bis zur Schauinslandreisen-Arena fährt er mehr als 700 Kilometer. 7,5 Stunden über die A3 oder einen halben Tag mit dem Zug – eine weitere Anreise zum MSV-Stadion gibt es in Deutschland kaum.

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Trotzdem kommt Manni immer wieder nach Duisburg, um seine Zebras zu erleben. Zuletzt war er beim MSV-Familienfest und beim Heimspiel gegen Wiesbaden im Stadion, wurde vor dem Anpfiff sogar von Moderator Piet Ahrens interviewt und nach dem Spiel von Podbolzer Michael Höfken. „Ja, des war scho a Wahnsinn. So viel Leit im Stadion. Des san de echt’n Fans, ehrlich! I war ganz narrisch vor Aufregung.“

Normalerweise verfolgt Größ die Partien seines Clubs im Fernsehen. Seine Frau, die mit Fußball nicht viel zu tun hat, weiß Bescheid: An Spieltagen verschwindet ihr Gatte für ein paar Stunden im Büro und will nicht gestört werden. „I hab mi des do guad eingericht, dass i in Ruah schau’n kann“, erklärt Manni.
Den MSV Duisburg im Herzen – denn Champions League kann jeder

Zu welchem Spiel er als nächstes fahren kann, weiß Größ noch nicht. Aber eins steht für ihn fest: Die Zebras machen Spaß, vor allem im Moment. „Des kann jo net so weitergeh’n!“, lacht Manni und spielt auf sechs Siege in den ersten Spielen der dritten Liga an. „Ober wer weiß, was no alles passiert in dera Saison.“
Träumt er vielleicht sogar schon vom Aufstieg? „Sog nie nie (sag niemals nie)“, lacht der Oberbayer. Im Herzen ist er ein Duisburger. Denn Champions League kann doch jeder. Oder?








