Über 400.000 Menschen haben seit der Premiere im Frühjahr 2023 in Berlin das Musical „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ gesehen. Jetzt kann man sich den Weg in die Bundeshauptstadt sparen, denn die Show verlässt im kommenden Jahr Berlin, geht auf Tour – und gastiert nirgendwo so lange wie in NRW. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Erzählt „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ die klassische Shakespeare-Geschichte?

Im Grunde ja. Die Show basiert auf dem berühmten Shakespeare-Drama und spielt im 16. Jahrhundert in Verona. Im Mittelpunkt steht die verbotene Liebe zwischen Romeo Montague und Julia Capulet, deren Familien seit Generationen verfeindet sind. Trotz aller Hindernisse und Intrigen wagen die beiden Liebenden, ihre Beziehung zu leben, was schließlich in eine tragische Katastrophe mündet: Missverständnisse und familiärer Hass führen zum Tod beider Hauptfiguren. Aber – und das ist ein ganz großes „Aber“ – das Musical erzählt die bekannte Geschichte anders. „Wild, romantisch, modern und trotzdem klassisch“, heißt es. Wobei sich das „klassisch“ vor allem darauf bezieht, dass die gesprochenen Dialoge genau die sind, die Shakespeare einst geschrieben hat und die von August Wilhelm Schlegel ins Deutsche übersetzt wurden. Gesungen allerdings wird zu speziell dafür geschriebener aktueller Popmusik – unter anderem zu Hits der Band Rosenstolz.

Darstellerin Steffi Irmen  singt als Amme  bei einer Pressekonferenz zum Musicals „Romeo  & Julia – Liebe ist alles".
Darstellerin Steffi Irmen singt als Amme bei einer Pressekonferenz zum Musicals „Romeo & Julia – Liebe ist alles".© Henning Kaiser/dpa | Henning Kaiser

Warum ausgerechnet Musik von Rosenstolz?

Weil hinter dem Projekt vor allem die deutschen Erfolgsproduzenten und Songwriter Peter Plate und Ulf Leo Sommer stehen, die beide bis 2012 Teil von Rosenstolz waren. Plate als Sänger neben AnNa R., sein ehemaliger Lebenspartner Sommer als Songwriter und Produzent. Romeo & Julia ist aber – anders als etwa das Pur-Musical Abenteuerland, kein Rosenstolz-Konzert mit Rahmenhandlung. So groß die Unterschiede zwischen moderner Musik und klassischen Dialogen auch seien, findet Sommer, „sie umarmen sich auf gute Art.“ Und kommen nach Erfahrungen aus der Berliner Aufführung auch bei Jugendlichen gut an, die Shakespeare bisher für den Linksaußen des FC Liverpool gehalten haben. „Man muss auch nicht jeden Satz verstehen“, sagt Sommer. „Das tue ich auch nicht.

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Rosenstolz okay – aber können Plate und Sommer denn auch Musical?

Schaut man auf Zahlen, ist die Antwort eindeutig. Mit seinen mehr als 400.000 Besuchern zählt „Romeo & Julia“ seit der Premiere zu den derzeit beliebtesten Shows in Berlin. Es ist auch nicht das erste Musical, das die beiden auf die Bühne gebracht haben. Der Vorgänger „Ku‘damm 56“ konnte innerhalb von 15 Monaten auch 300.000 Besucher ins Berliner Theater locken. Und in beiden Fällen waren die Kritiken überwiegend gut. Besonders beliebt ist die Show in der LGBTQ+ -Szene, weil sie queere Charaktere und Beziehungen ganz beiläufig einbaut. „Mit dem Thema Musical haben wird uns schon seit 20 Jahren immer mal wieder beschäftigt“, sagt Plate bei der Vorstellung der Tour. Lange aber fehlte es an der nötigen Zeit. „So etwas macht man nicht nebenbei“, hat er festgestellt, „das ist schon eine Lebensaufgabe.“

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Gibt es denn gar keine Veränderungen an dem alten Shakespeare-Stück?

Doch: In der 2020er-Version wird nicht nur angedeutet, dass sich Romeos Freund Mercutio in die Hauptfigur verliebt hat. Romeo selbst ist kein klassischer Macho, Julia ist kein schüchternes Mädchen mehr, sondern eine Frau, die weiß, was sie will, und es sich auch nimmt. Ganz neu ist der bei Shakespeare nicht existierende „Todesengel“, der für Schicksal und Vorbestimmung steht und das Geschehen immer wieder musikalisch kommentiert. Und die Amme bekommt deutlich mehr Raum als in der Vorlage. Den soll sie nutzen, um für den einen oder anderen Lache zu sorgen. Bei so viel Tragödie sie es ganz wichtig, „dass es auch humorvolle Augenblicke auf der Bühne gibt“, sagt Sommer. „“Romeo & Julia„, das sind – wenn man es ganz groß sieht – die Themen Liebe, Sex und Tod. Und das sind eigentlich schon immer die Lieblingsthemen von mir und Peter gewesen.“

Ohne sie würde es das Musical nicht geben:  Peter Plate (l) und Ulf Leo Sommer
Ohne sie würde es das Musical nicht geben: Peter Plate (l) und Ulf Leo Sommer© Henning Kaiser/dpa | Henning Kaiser

Geht die Original-Besetzung von Romeo & Julia mit auf Tour?

Bis Ende Februar 2026 läuft das Stück noch in Berlin. Aber schon jetzt laufen Gespräche über die Engagements für die Tour. „Ein Teil wird wohl mitkommen“, zeigen sich Plate und Sommer optimistisch

Wo und wann kann ich Romeo & Julia sehen?

Die Tour startet im August 2026. Der Auftakt erfolgt am 12. August 2026 beim renommierten Kölner Sommerfestival in der Philharmonie Köln. Dort gastiert die Show dann bis zum 23, August. Schon drei Tage später geht es im Capitol-Theater in Düsseldorf weiter, wo Romeo und Julia bis zum 25. Oktober zu sehen s ein wird. Nach Gastspielen in München und Zürich geht es dann vom 6. bis 10. Januar 2027 noch nach Duisburg,

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Wo gibt es Karten für das Musical?

Tickets für das Musical „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ sind online erhältlich bei www.atgtickets.de, sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Die Preise beginnen bei 39,99 Euro zuzüglich Gebühren