Eine Reise in die Vergangenheit: Das ist möglich beim Tag des offenen Denkmals – auch in Duisburg. Viele denkmalgeschützten Bauwerke öffnen am 14. September ihre Türen und ermöglichen Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt.

Das Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ macht die Bedeutung von Denkmälern und ihrem Schutz deutlich. Kulturinteressierte können sich auf ein vielfältiges Programm mit Führungen, Konzerten und Ausstellungen freuen.

Tag des offenen Denkmals in Duisburg: Einblicke in die „letzte aktive Industrie-Getreidemühle“

Ein bedeutsames Monument in Duisburg ist die Plange Mühle in Homberg. Das alte Industriegebäude am Rhein ist ein echter Hingucker, insbesondere das über 200 Jahre alte Fabrikschloss. Von 1907 bis 2018 wurden hier Roggen und Weizen zu Mehl verarbeitet. Die Mühle prägte die Industriegeschichte Duisburgs, denn sie war „die letzte aktive Industrie-Getreidemühle“.

Die Plange Mühle in Homberg ist ein echter Hingucker. Aktuell ist sie auch eine Großbaustelle, denn hier entstehen Wohnungen und Gewerbeflächen.
Die Plange Mühle in Homberg ist ein echter Hingucker. Aktuell ist sie auch eine Großbaustelle, denn hier entstehen Wohnungen und Gewerbeflächen. © FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Aktuell wird das Anwesen aufwendig saniert: Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Das Gebäude steht seit 2016 unter Denkmalschutz. Die Mühle lockt am 14. September mit Führungen, die von 11 bis 17 Uhr stattfinden. Treffpunkt ist die Königstraße 2 in Homberg. Besucher sollen sich dazu vorab per Mail an info@pkparchitekten.de anmelden.

Rheinpreußensiedlung: Häuser wurden von Anwohnern gerettet

In der Nähe befindet sich die Rheinpreußensiedlung, die 1903 entstanden ist. Sie war lange das Zuhause der Bergleute, die auf der nahegelegenen Zeche Rheinpreußen gearbeitet haben. Doch in den 60er-Jahren sollten die Häuser abgerissen werden und für große Hochhäuser weichen.

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1200 Wohnungen verschwanden, die restlichen 550 Häuser blieben dank des Engagements der Anwohner stehen. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und verhinderten den Abriss mit verschiedenen Aktionen – unter anderem einem Hungerstreik.

550 Häuser der Rheinpreußensiedlung sind bis heute erhalten. Anwohner wehrten sich in den 1960er-Jahren gegen den geplanten Abriss der Häuser.
550 Häuser der Rheinpreußensiedlung sind bis heute erhalten. Anwohner wehrten sich in den 1960er-Jahren gegen den geplanten Abriss der Häuser. © FUNKE Foto Services | Lars Fröhlich

Beim Tag des offenen Denkmals können sich Kulturinteressierte die Siedlung zwischen 15 und 16.30 Uhr bei einer Führung anschauen. Außerdem werden eine Fotoausstellung und Ausschnitte der WDR-Sendung „Ruhrgebiets Oasen: Drei Siedlungen im Revier“ gezeigt.

Stadtmauer symbolisiert die „bewegte Geschichte“ Duisburgs

Von der Industriegeschichte zur Stadtbefestigung: Die Stadtmauer ist laut der Verwaltung ein „wichtiges Dokument der städtebaulichen Entwicklung“. Sie zeige die „bewegte Geschichte“ Duisburgs und damit die Entwicklung von der mittelalterlichen Königspfalz zu einer modernen Stadt. Erste Teile der Mauer wurden vermutlich bereits im Jahr 1120 gebaut.

Teile der Stadtmauer sind am Innenhafen zu sehen.
Teile der Stadtmauer sind am Innenhafen zu sehen. © Duisburg | Ilja Höpping

Bei geführten Rundgängen am Tag des offenen Denkmals erfahren Duisburger mehr über die Entstehung der Stadtmauer. Treffpunkt für die Führungen um 11 und 14 Uhr ist das Kuhtor (Königstraße/Ecke Kuhlenwall).

Nühlenhof in Friemersheim ist seit Jahrzehnten im Familienbesitz

Zurück in den Duisburger Westen: In Friemersheim steht der Nühlenhof – ein Denkmal aus dem 19. Jahrhundert. Die Anlage ist normalerweise geschlossen. Doch am Tag des offenen Denkmals öffnet sie ihre Pforten. Das Backhaus und der Bauerngarten sind echte Hingucker, auch der Ausblick auf die Obstwiesen ist schön.

Das Backhaus und der Bauerngarten des Nühlenhof sind ein echter Hingucker.
Das Backhaus und der Bauerngarten des Nühlenhof sind ein echter Hingucker. © FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Der Hof wurde 1944 bei Luftangriffen beschädigt, danach aufwendig restauriert. Daran beteiligt war Architekt Arno Goller, der seit 40 Jahren dort lebt. Er hält am 14. September einen Vortrag zum Bauernhof, Besucher können außerdem den Garten erkunden.

>> TAG DES OFFENEN DENKMALS: WEITERE INFORMATIONEN

  • Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz richtet den Gedenktag schon seit 1993 aus und bezeichnet ihn als „das größte Kulturevent Deutschlands“. Denn nicht nur in Duisburg, sondern bundesweit sind Besichtigungen von besonderen Orten möglich.
  • Weitere Programmpunkte in Duisburg sind unter anderem Führungen im Lehmbruck Museum und Konzerte in der Salvatorkirche. Das vollständige Programm finden Sie online unter www.tag-des-offenen-denkmals.de oder unter www.duisburg.de.