Schiffe, Schriften und Schimanski: Weil die Drohnen-Darbietung bei der Extraschicht im Duisburger Innenhafen so gut ankam, hatten die Organisatoren recht spontan eine weitere Show für das Ruhrorter Hafenfest in Auftrag gegeben. Sie sollte das Highlight am Samstagabend sein. Am Leinpfad, auf der Friedrich-Ebert-Brücke und auf der Mühlenweide hatten sich tausende Besucherinnen und Besucher postiert, um sich die leuchtenden Bilder über dem Hafen anzuschauen – diesmal ganz ohne Knalleffekt.
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Pünktlich ab 22 Uhr wabern Wellen am Himmel, ein Container-Schiff kommt gefahren. Ein Haus baut sich auf und zur „Tatort“-Musik erscheint ein Kommissar. Ist das wirklich Schimanski? Das Gesicht wirkt etwas holzschnittartig. Doch die Zuschauer quittieren das Konterfei des beliebten Ermittlers mit Szenenapplaus.
Hafenfest: 250 Drohnen schweben über Duisburg-Ruhrort
„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu einem Feuerwerk. Wir bieten eine Alternative und eine komplett neue Erfahrung“, erklärt Erwin Wilms. Mit seinen Kollegen bringt er 250 kleine Flugobjekte auf der Mercatorinsel in Position. Jeweils in Fünfer-Gruppen warten die Drohnen am Boden. Die Anordnung gibt allerdings keinen Hinweis darauf, wohin sie später einige Meter über dem Erdboden schweben. „Die Drohnen kennen nur ihre eigene Position, sie kommunizieren nicht miteinander“, betont Wilms.
Die „Flying Stars“-Programmierer entwickeln die Bilder mit einer 3D-Animationssoftware am Computer. Jedes Flugobjekt wird als Punkt dargestellt. Zusammen ergeben sie dann das entsprechende Motiv. Das Programm legt die Flugbahn fest und achtet auch auf die nötigen Abstände.
Sponsoren machten Show möglich
Die Sponsorengelder reichten in diesem Fall für eine Show mit 250 Drohnen, die etwas mehr als zehn Minuten in der Luft sind. Entsprechend viele Schriftzüge, darunter von „Duisport“, „HGK Shipping“, „Rhenus Logistics“ und „Haniel“ sind zu sehen. „Ist das hier ne Werbesendung?“, fragen denn auch einige Betrachter. „Das ist eine Möglichkeit, uns bei den treuen Unterstützern zu bedanken“, erklärt „Duisburg Kontor“-Chef Uwe Kluge. Er ist begeistert und fühlt sich bestätigt. „Flying Star“-Experte Erwin Wilms erläutert: „Die vielen Schriftzüge wurden als Wunsch an uns herangetragen.“
Was auffällt: Nicht alle Buchstaben sind komplett zu sehen. „Das ist ja eine nette Idee, aber technisch noch nicht ausgereift“, kommentiert ein Betrachter. „Der Boden war sehr staubig. Und beim Start kam von der Seite ein Windstoß, so dass einige Dohnen sicherheitshalber wieder zurückgekehrt sind“, ordnet Wilms ein.
„Für die Tiere ist es definitiv besser als die Knallerei“, findet eine Besucherin. Andere meinen: Kein Vergleich zum Feuerwerk am Freitagabend. „Man hätte sich mehr auf die Wahrzeichen von Duisburg konzentrieren sollen und nicht auf die Werbung.“
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Die Macher von Duisburg Kontor wollen nun auswerten, wie sich Feuerwerk und Drohnen-Show bewährt haben. „Es passt beides zum Hafenfest“, erklärt Kluge. Das Fest biete für viele Gruppen und Besucher unterschiedliche Programmpunkte.
Am Sonntag erwartet die Gäste zum Beispiel der Kunstmarkt auf dem Neumarkt und der Hinterhof-Trödel. Die Kirmes kann man sogar noch bis Montag auf der Mühlenweide besuchen. Ein musikalisches Highlight soll am Sonntagabend, 20 Uhr, das Konzert von „Blümchen“ werden. Sie schickt dann „Piep Piep“ den kleinen Satelliten nach oben.