Der Hellweg-Baumarkt in Duisburg steht kurz vor seiner Schließung. Am Mittwoch, 13. August, wird die Filiale an der Westender Straße in Meiderich zum letzten Mal geöffnet haben. Wer den Standort am Montag besucht, stellt aber schnell fest: Das Warenangebot reicht für die meisten Bauprojekte nicht mehr aus.

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Noch drei Tage“ steht auf einem Schild vor dem Eingang, dann hat Duisburg einen Baumarkt weniger. Schon seit Mai sind die Schließungspläne bekannt, in den vergangenen Wochen hat der Ausverkauf der Ware stattgefunden. Die Rabatte sind in dieser Zeit gestiegen, der Warenbestand gesunken: Wo früher Fliesen, Laminat oder Tapeten zu finden waren, herrscht jetzt gähnende Leere.
+++ Lassen Sie sich den Duisburg-Newsletter per E-Mail schicken: hier gratis anmelden +++
Hellweg in Duisburg räumt den Baumarkt leer: Was angeboten wird
Viele Abteilungen sind am Montag bereits mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Regale, die einst Ideen für Heimwerkerprojekte weckten, sind leergefegt. Hier gibt es nichts mehr zu holen. In den Bereichen, die für die Kundschaft unerreichbar sind, hat unüberhörbar auch bereits der Rückbau begonnen.
Der Verkauf der Ware beschränkt sich mittlerweile nur noch auf den Eingangsbereich. Was dort angeboten wird, erinnert aber mehr an die Restekiste eines Dachbodens als an die stolze Auswahl eines Baumarktes. Jedoch: Das, was noch zu haben ist, wird teilweise für Cent-Beträge angeboten. So gibt es am Montag beispielsweise vier Kilogramm Streusalz für 50 Cent. Schalterdosen kosten 25 Cent, sehr einfache Toilettenbürsten gibt es für zehn Cent.
Zu Corona-Zeiten begehrt, jetzt scheinbar ein Ladenhüter: Fünf Liter Desinfektionsmittel für Hände und Flächen werden für 2,50 Euro angeboten. Wer sein Grundstück oder den Postboten schon immer einmal mit einem „Vorsicht, bissiger Hund“-Schild schützen wollte, hat für 25 Cent die Gelegenheit dazu. Aber auch andere Hinweisschilder sind im Sortiment. Viel Krimskrams, ein paar Blumentöpfe, wenige Lacke und Öle und Leisten gibt es etwa noch, zudem Tiernahrung für Kaninchen oder Meerschweinchen.
Meiderich verliert auch eine Bäckerei: Döbbe schließt ebenfalls
Hellweg nannte mehrere Gründe für die Schließung der Filiale in Meiderich: Ein „negatives Konsumklima“ verbunden mit „überproportional gestiegenen“ Lebenshaltungskosten habe dazu geführt, dass Kunden weniger Geld in ihre Heimwerker-Projekte investierten. Zudem sprach das inhabergeführte Familienunternehmen mit Sitz in Dortmund von einem massiven Einbruch in der Baubranche. Neben Duisburg streicht Hellweg weitere Filialen, etwa in Oberhausen und Essen. Im Zuge der Schließung hatten Mitarbeitende eine fehlende Kommunikation seitens des Unternehmens bemängelt.
Auch interessant
Die Aufgabe des Baumarkts zieht in Meiderich eine weitere Veränderung nach sich: Auch die Bäckerei Döbbe, die im Eingangsbereich der Filiale angesiedelt ist, öffnet am Mittwoch zum letzten Mal. Damit geht dem Stadtnorden die einzige Niederlassung der Kette verloren. „Wir würden natürlich am liebsten in Meiderich bleiben, wir sind aktuell auf der Suche nach einer passenden Gelegenheit“, teilt Geschäftsführer Johannes Döbbe mit.
Die Beschäftigten werden auf andere Standorte verteilt werden. „Hier wird es unsererseits definitiv keine Kündigungen geben“, erklärt der Geschäftsführer weiter. Die Bäckerei aus Mülheim betreibt in Duisburg noch sechs weitere Filialen, derzeit wird der Standort an der Angermunder Straße in Großenbaum umfangreich modernisiert.






