Nach der Gewalttat im Duisburger Rotlichtviertel stehen zwei Türsteher eines Bordells unter dringendem Tatverdacht. Sie sollen in der Nacht zu Dienstag einen 20-Jährigen lebensgefährlich verletzt haben (wir berichteten).
Zeugen alarmierten gegen 1.30 Uhr die Feuerwehr zur Vulkanstraße. Ersthelfer versorgten dort den schwer verletzten Mann. Ein Rettungswagen brachte den jungen Ukrainer in eine Klinik. Die Staatsanwaltschaft richtete eine Mordkommission ein.
Umfangreiche Ermittlungen führten die Kripo dann zu den zwei Security-Mitarbeitern des Bordellbetriebs (35 und 53). Sie sollen mit dem 20-Jährigen aneinandergeraten sein. Als der Streit eskalierte, sollen sie ihn bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt haben. Augenzeugen konnten die beiden Angreifer detailliert beschreiben. Kurz darauf nahmen Beamte die beiden Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit fest.
Türsteher-Duo sitzt nach Gewalttat im Duisburger Rotlichtviertel in Untersuchungshaft
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Richter beim Amtsgericht gegen die beiden Tatverdächtigen Untersuchungshaftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Nachforschungen laufen nach Behördenangaben weiter.
Somit gerät die Türsteher-Szene im Rotlichtviertel erneut in die Schlagzeilen. Erst im Mai hatte Innenminister Herbert Reul eine Razzia vor Ort begleitet. Dabei standen Securitymitarbeiter und Personen aus dem Rocker- und Clanmilieu im Fokus. Reul sprach von einer „hoch kommerziellen Szene“. Vor Ort prüfte das Ordnungsamt auch die Anstellungsverträge der Türsteher sowie deren Lizenz. Für diese muss eine IHK-Prüfung absolviert werden. Das Arbeiten ohne Lizenz ist eine Ordnungswidrigkeit.