„Wenn man jede Woche läuft, dann läuft man am Ende nicht mehr zu schnell“, sagt „Marathon-Pater“ Tobias Breer von der Abtei Hamborn. Der 62-Jährige muss es wissen, hat er doch jetzt seinen 300. Marathon „im Sack und gefinished“, wie er selbst sagt. „Leider hat es terminlich nicht geklappt, dass ich beim Duisburger Marathon dabei sein konnte“, bedauert der Geistliche.

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Er war schon auf allen sieben Kontinenten „im Auftrag des Herrn“ unterwegs. Deshalb geschah es eben bei dem von der Läufervereinigung Rheda-Wiedenbrück in einem Parkgelände in Ost-Westfalen veranstalteten Marathonlauf, bei dem Tobias Breer 4 Stunden 26 Minuten und 46 Sekunden die 42,2 Kilometer lange Strecke brauchte und das Ziel zum 300. Mal erreichte.

Pater Tobias aus Duisburg hat vor und nach Wettkämpfen ein eigenes Betreuerteam

Eine Zeit, auf die man in seinem Alter stolz sein kann. „Es war die beste Ankunftszeit seit langem für mich, bei mir war viel Euphorie mit dabei“, so der Breer. Danach ließ er sich von seinem Betreuerteam erst einmal „richtig durchkneten“. Zu diesem gehören ein Schmerztherapeut, ein Masseur und ein Sportmediziner. Sie alle kümmern sich vor und nach Wettkämpfen um ihn.

Spendenübergabe Marathon-Pater
Pater Tobias spendet das Geld, das er erläuft. Kürzlich hat er zum Beispiel Sportrollstühle für die LVR-Christoph-Schlingensief-Schule finanziert.© Tobias Breer | Pater Tobias Breer

Der Prämonstratensermönch hat nicht nur einen Pokal bekommen. Er ist stolz darauf, jetzt in das in Japan geführte „World-MegaMarathon-Ranking 300plus“ aufgenommen worden zu sein. Diese Ehre wird nur Marathonläufern zuteil, die 300 Mal gefinished haben. „Jetzt gehöre ich zu den rund 1250 Menschen, die Stand Ende 2024 die 300 weltweit geschafft haben“, erzählt der Läufer.

172-Kilometer-Lauf durch die Wüste von Oman

Pater Tobias Breer ist bereits als Markenbotschafter der Stadt unter dem Motto „Duisburg ist echt“ in der Antarktis gelaufen und hat unweit des Südpols Flagge gezeigt. 2018 hat er den härtesten Ultra-Marathon der Welt bestritten, den 172-Kilometer-Lauf durch die Wüste von Oman. „Wir mussten acht Kilo Gepäck mitschleppen, da bin ich bei Temperaturen über 30 Grad im glühend heißen Sand oft geradezu eingesackt“, erzählt der engagierte Ordensbruder.

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„Wenn man aber bedenkt, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbrachte, waren meine vier Tage, die ich für den Lauf brauchte, noch geradezu okay.“ Außerdem zählt Pater Tobias zu dem renommierten Club der wenigen Menschen auf der Welt, die die Big-Six-Marathons gelaufen sind – in Berlin, New York, Tokio, London, Chicago und Boston.. „In Tokio hat man mir 2023 die SixStar-Medaille überreicht und ich bekam einen Eintrag ins Guiness-Buch-der-Rekorde.“

Spenden in Höhe von 2,1 Millionen Euro in fast 20 Jahren gesammelt

2,1 Millionen Euro habe er inzwischen gesammelt in den fast 20 Jahren, die er für den guten Zweck läuft. Das Geld setzt er für karitative Zwecke ein, meist für bedürftige Kinder. Daneben wirkt er als Pastor und Seelsorger in der Herz-Jesu-Kirche in Duisburg-Neumühl.

Hat er noch Träume? „Ich möchte einmal im Vatikan laufen, das wäre mein größter Wunsch“, so der umtriebige Ordensbruder. „Die Anlage an der Sommerresidenz des Papstes ist so schön und bietet sich geradezu an“, erklärt er. Die ersten Kontakte bestehen bereits. „Die haben ja einen eigenen Sportclub. Ich habe den Sportpräsidenten des Vatikans vor kurzem angeschrieben – und bin mal gespannt, ob eine Einladung zurückkommt“, sagt Tobias Breer mit einem Lächeln.