Schon die Vorstellung ist aufregend. Bullenhitze, und deswegen geschäftiges Treiben am Duisburger Innenhafen, Menschenströme fließen die Promenade entlang, auf der Suche nach freien Tischen vor den Bars, die Kellner kommen kaum hinterher mit den Getränken. So weit, so bekannt. Aber dann: Zwischen Vapiano auf der einen und Bolero auf der anderen Hafenseiten, auf einer ungefähr 30 mal 80 Meter großen Fläche, schwimmen Menschen. Im Hafenbecken. Einfach so.

Das muss man sich als Duisburger erstmal klarmachen, war nämlich noch nie erlaubt. Klar, sagen die Gastronomen, im fahlen Licht des Mondes und mit ein paar Getränken im Schädel hüpft immer mal jemand ins Wasser. Aber jetzt dürfen alle, ganz offiziell, mit Steg für den sanften Einstieg, einer Badeaufsicht, allem Schnickschnack. Zu verdanken haben die Duisburger das dem Künstlerkollektiv „Transurban“. Das ist für das künstlerische Begleitprogramm „City of Play“ der FISU-Games verantwortlich, war schon in Mülheim und zieht später weiter nach Essen.

Schwimmen im Duisburger Innenhafen: Das sind die Badezeiten

Aber jetzt eben erstmal Duisburg. Von Samstag, 21. Juni, bis Samstag, 5. Juli, ist das „Schwimmbecken“ donnerstags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Auch wenn Transurban schon weitergezogen ist, darf noch geplantscht werden: von Sonntag, 6. Juli, bis Sonntag, 3. August, dann allerdings nur am Wochenende zwischen 12 und 20 Uhr.

Das Ganze funktioniert ohne Eintritt und Anmeldung, einfach Badeklamotten an und reinhüpfen. Das ist nicht nur erfrischend, sondern auch eine besondere Geschichte, die man mal, alt und gebrechlich, den Enkeln erzählen kann – die Geschichte von damals, als Oppa ganz legal im Innenhafen schwimmen war.

+++ Lassen Sie sich den Duisburg-Newsletter per E-Mail schicken: hier gratis anmelden +++

Da werden die Enkel große Augen machen und es nicht glauben können, dass man wirklich mal ins Innenhafenbecken durfte – und genau das ist der Gedanke von Transurban, die Keimzelle der Idee zum Innenhafen-Schwimmbecken: Das Künstlerkollektiv hat das Konzept der „Swimmable Cities“ aufgegriffen. Kurz gesagt fordert das, dass innerstädtische Wasserflächen, die zum Schwimmen genutzt werden können, auch dafür freigegeben werden sollen. Schließlich gehört der öffentliche Raum eben auch der Öffentlichkeit, also allen Bürgern. Erst vor wenigen Tagen demonstrierten hunderte Menschen in Berlin mit einem Bad in der Spree genau dafür.

Das neue „Schwimmbecken“ im Duisburger Innenhafen ist Teil der „City of Play“, dem kulturellen Begleitprogramm der FISU-Games.
Das neue „Schwimmbecken“ im Duisburger Innenhafen ist Teil der „City of Play“, dem kulturellen Begleitprogramm der FISU-Games. © FUNKE Foto Services | Oliver Müller

Wer sich nun Gedanken macht, mit Blick auf die Brühe im Innenhafen, der muss sich eigentlich gar nicht sorgen. Das Wasser sieht nur brühig aus, ist aber zum Baden bestens geeignet, das haben Wasserproben der Stadt ergeben, die jetzt auch kontinuierlich wiederholt werden.

Gerüchteweise tummeln sich auch einige Koi-Karpfen im Becken, ebenfalls ein gutes Zeichen – die mögen nämlich sauberes Wasser. Die Wassertemperatur, sagen die Mitglieder von Transurban, die schon testweise ins Becken gehüpft sind, sei überraschend hoch. Mit schätzungsweise 22 Grad höher als in vielen Badeseen. Aber selbst, wenn das Wasser kälter wäre: Für diese aufregende Vorstellung würde man ein bisschen Bibbern in Kauf nehmen.

>> CITY OF PLAY IM DUISBURGER INNENHAFEN: WAS WIRD SONST NOCH GEBOTEN?

  • Zur City of Play gehört noch eine ganze Menge mehr als nur das Schwimmbad.
  • Fußball für drei Mannschaften, ein Spiele-Parcours entlang der Promenade, ein mobiler Pizzaofen, in dem man seine eigene Pizza backen kann, eine Menge Kunst im ganzen Innenhafen (viele Exponate auch zum Mitmachen und Selbstspielen) sind nur einige Aspekte.
  • Dazu kommen Veranstaltungen wie ein Stadtgespräch zum Konzept „Swimmable Cities“ mit anschließendem „Public Dinner“ (22. Juni) und DJ-Sets (z.B. am 21. Juni und 4. Juli).
  • Das komplette Programm gibt es im Internet unter rhineruhr2025.com.