Mit der Fähre zur Arbeit fahren? Den Ausflug krönen mit einer Rheinüberquerung? Da kommen selbst nach Jahren viele Berufspendler und andere Stammkunden noch ins Schwärmen. Denn die Rheinfähre Glückauf pendelt täglich zwischen dem Duisburger Norden und Rheinberg, schippert von Walsum nach Orsoy und zurück. Doch trübt eine Preiserhöhung jetzt die Überfahrt?
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„Ich musste erhöhen“, bedauert Fährmann Dirk Nowakowski im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch leider werde „alles teurer“, das bekomme auch sein Betrieb zu spüren. Lohnkosten und die Versicherungen seien stark gestiegen, aber auch der Kraftstoffpreis. Habe er vor dem Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine noch 40 bis 50 Cent pro Liter gezahlt, sei der Literpreis zwischenzeitlich auf 1,20 Euro geklettert. Jetzt betrage er immer noch circa 80 Cent. „Ich brauche pro Woche 1500 bis 2000 Liter an Kraftstoff“, so Nowakowski, da komme schon einiges an Mehrkosten hinzu.
Dagegen sei die Preiserhöhung seiner Fahrkarten nur moderat, betont er, und die erste seit drei Jahren. Fahrradfahrer und Autofahrer zahlen jetzt pro Überfahrt 50 Cent mehr und damit drei beziehungsweise vier Euro. Die Zehnerkarten und Monatskarten seien um zwei Euro gestiegen und kosten nun zwischen 14 und 75 Euro. „Wir sind aber noch recht günstig im Vergleich zu anderen Fähren“, betont der Walsumer Fährmann.
Walsumer Rheinfähre „Glückauf“ hat die Preise für Fahrkarten erhöht: So reagieren die Fahrgäste
Das scheinen gerade seine Stammkunden schätzen zu wissen. Größtenteils hätten sie positiv und verständnisvoll auf die Preiserhöhung reagiert, erzählt der Fährmann, einige hätten sich „gewundert, dass wir so lange damit gewartet haben“. Weitere Sparmaßnahmen seien aktuell nicht geplant, so Nowakowski. Kinder fahren also bis zum zehnten Geburtstag umsonst mit, und auch Schüler und Schwerbehinderte bekommen weiterhin Rabatte. Die Überfahrten und Servicezeiten werden die gewohnten bleiben.

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Allerdings hat Dirk Nowakowski einen Mitarbeiter in die Rente verabschiedet und die freigewordene Stelle gestrichen. Also mehr Arbeit für den Chef, dem noch drei Vollzeitkräfte mit Tariflohn und drei Aushilfen zur Seite stehen. Mit einem Mann weniger ist die Arbeit im Zweischichtsystem jetzt anstrengender, aber sie „macht mir immer noch viel Spaß“.

Spaß macht ihm aktuell auch der Blick in den Wetterbericht, der sommerwarme Tage vorhersagt. „Wir leben zum Großteil von den Fahrradfahrern“, erläutert Dirk Nowakowski, und „von den Leuten, die Ausflüge machen, mit uns nach Rheinberg fahren, dort ein Eis essen und dann zurückfahren“.
Entsprechend schlecht lief das Geschäft am verregneten Vatertag oder an Pfingsten, als sogar der Marina-Markt wegen Starkregen und starkem Wind abgebrochen wurde. An solchen Regentagen habe er Umsatzeinbußen von rund 50 Prozent. Statt 400 Autos habe die „Glückauf“ dann keine 200 transportiert, und nur ein Bruchteil der „vielen hundert Fahrradfahrer“ war unterwegs.
Schöne Sommertage bringen besonders viele Ausflügler zum Fähranleger
Der Fährmann und sein Team freuen sich jetzt natürlich sehr über den heißersehnten Sommer mit vielen Ausflüglern – aber zu heiß darf es nicht werden. Perfekt sind schöner Sonnenschein und „25 bis 26 Grad mit einer lauen Brise“. Eben ideales Ausflugswetter. Dann kommen – trotz der neuen Fahrkartenpreise – wieder viele Walsumer und Rheinberger für eine Rheinüberfahrt mit der Rheinfähre „Glückauf“. Und sie kommen dabei ganz sicher ins Schwärmen.





