Einer der bundesweit größten Tierschutzvereine für Straßenhunde mit Sitz in Duisburg steht unter Schock: Seit sechs Jahren, seit der Gründung, hat das ehrenamtliche Team um die erste Vorsitzende Svenja Gruszeczka (35) aus Baerl den Instagramkanal von Hunderettung Europa e.V. mühsam aufgebaut – mit einer stolzen Community von zuletzt 132.000 Followerinnen und Followern. Sie alle waren am Samstag, 31. Mai, nach einem Hackerangriff auf einen Schlag weg und damit auch die Unterstützung für die heimatlosen Hunde.
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„Wir haben regelmäßig die Passwörter gewechselt und auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung geachtet: Wir wissen nicht, wie es passieren konnte, haben aber ein großes Team von Ehrenamtlichen“, erzählt Gruszeczka. „Vielleicht hat jemand eine Phishing-Mail erwischt.“
Hacker-Angriff auf Tierschützer mit fatalen Folgen
Am Samstag gegen 14 Uhr war der Schock jedenfalls groß. „Wir konnten uns plötzlich nicht mehr einloggen, eine Stunde später meldete sich ein Hacker per Mail, um Geld zu erpressen“, berichtet die 35-Jährige. „Wir haben sofort die Polizei eingeschaltet. Sie hat uns geraten, keinen Kontakt aufzunehmen.“ In solchen Fällen werde erst eine kleine Summe verlangt und dann immer mehr Geld. „Es ist uns auch keine große Hoffnung gemacht worden, die Hacker zu finden“, erklärt Gruszeczka. „Sie sitzen meist im Ausland und können kaum zurückverfolgt werden.“

Der gemeinnützige Tierschutzverein hat versucht, Kontakt zu Instagram aufzunehmen. „Die Verantwortlichen sitzen in Dublin. Das sind weite Wege“, so die Vorsitzende. „Den gehackten Account bekommt man mit Glück nach einigen Wochen von Instagram zurück. Vielleicht aber auch nie.“
Angst um Hunde in Tötungsstationen
Der Hacker-Angriff hat unmittelbare Auswirkung auf die Arbeit des Vereins, der sich nach Angaben der Vorsitzenden ausschließlich durch Spenden finanziert. „Die meisten kamen über Instagram“, erläutert die Baerlerin. Der Verein will am Freitag, 6. Juni, rund 50 Straßenhunde aus einer Tötungsstation in Rumänen retten. „Sie sind in einem sehr schlechten Zustand, müssen versorgt, aufgepäppelt und teilweise operiert werden“, sagt die Tierschützerin. „Das alles kostet Geld.“
Ohne die Hilfe der großen und sehr engagierten Tierschutz-Community sei das alles nicht möglich. „Wenn wir die Hunde nicht retten, werden sie sterben“, stellt Gruszeczka klar. „Dieser Hacker hat nicht bloß einen Kanal geklaut. Er hat unseren Hunden die Zukunft geklaut!“
Projekte in Griechenland, Bulgarien und Rumänien
Der Verein unterstützt verschiedene Tierschutzprojekte in Ländern wie Griechenland, Bulgarien und Rumänien ebenso wie in Deutschland. Er hat ein großes Tierheim in Rumänien, in dem täglich 400 Hunde und 100 Katzen versorgt werden. „Zudem leisten wir nachhaltigen Tierschutz durch über 1000 monatliche Kastrationen von Straßentieren und große Aufklärungsaktionen“, erklärt die Vorsitzende. „Unser Ziel ist es, den Teufelskreis zu durchbrechen und alle Tötungsstationen zu schließen.“

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Außerdem will Hunderettung Europa e.V. einen Tierschutzhof für Straßenhunde aus Rumänien in Duisburg oder der Umgebung bauen (wir berichteten). Die Grundstückssuche gestaltet sich bisher schwierig. Doch der Hacker-Angriff bedeutet auch für die Finanzplanung einen derben Rückschlag.
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Der Verein fängt jetzt von vorne an und baut sich einen neuen Instagramkanal unter neuem Namen auf: hunderettung_europa, jetzt mit Unterstrich und mittlerweile knapp 21.000 Followern. Es gibt die Hoffnung, dass genug Menschen helfen, damit die Tierheim-Senioren sowie die Tötungshunde nicht übersehen werden.






