Es ist einer der größten Drogenfunde in Duisburg seit Jahren: Polizei und Zollfahndung Essen haben am Dienstag im Hafen 500 Kilogramm Kokain sichergestellt – eine enorme Menge. Der Straßenverkaufswert wird auf circa 35 Millionen Euro geschätzt.

Arbeiter stießen bei der Entladung eines Containers mit Vorlegierung zur Stahlherstellung auf die heiße Ware. Sie befand sich in einem 1000-Kilo-Bigpack, das aus Brasilien eingeführt wurde. Die Mitarbeiter einer Firma informierten die Polizei, die später die Zollfahndung hinzuzog. Die Zöllner fanden dann mehrere verschweißte Päckchen mit einer Gesamtmenge von einer halben Tonne.

Die Zöllner fanden das Kokain in mehreren Päckchen eingeschweißt.
Die Zöllner fanden das Kokain in mehreren Päckchen eingeschweißt. © Zollfahndung Essen

Der „Stoff“ war wohl für den europäischen Markt bestimmt. Die Fahnder machten der Drogen-Mafia in diesem Fall aber einen Strich durch die Rechnung. Wer genau hinter der Sendung steckt, ist noch unbekannt.

Die Ware kam aus Brasilien.
Die Ware kam aus Brasilien. © Zollfahndung

Drogenfund im Duisburger Hafen von enormer Dimension

Die Dimensionen des Fundes verdeutlicht auch die Jahresbilanz des Hauptzollamtes Duisburg, das in NRW für die Kreise Wesel und Kleve sowie für die Städte Duisburg, Oberhausen, Essen und Mülheim zuständig ist. Hier wurden im gesamten Jahr 2024 rund 19 Kilogramm Kokain und Heroin sichergestellt.

Der Duisburger Hafen ist Umschlagplatz für Güter aus aller Welt. In diesem Fall auch für illegale Ware.
Der Duisburger Hafen ist Umschlagplatz für Güter aus aller Welt. In diesem Fall auch für illegale Ware. © FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Eine einzelne Entdeckung in ähnlicher Größenordnung hatte es international zuletzt im Februar am Luxemburger Flughafen gegeben. Dort entdeckten Zöllner in einer Luftfrachtsendung aus Brasilien 508 Kilogramm Kokain. Ein Drogen-Kartell hatte das weiße Pulver in einer Lieferung von 3,6 Tonnen Speisestärke versteckt.

Duisburg war bereits im Oktober 2022 Endstation für eine XXL-Lieferung Kokain: Damals entdeckten Mitarbeiter einer Empfängerfirma in einer Bananen-Lieferung aus Ecuador 635 Kilogramm des weißen Pulvers.

Der Duisburger Hafen ist als Logistikdrehscheibe ein XXL-Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Hier werden jährlich 25.000 Züge und 20.000 Schiffe abgefertigt. Seit Herbst 2024 ist hier eine Großröntgenanlage im Kampf gegen Schmuggler Einsatz. Dieser aktuelle Drogenfund wurde dann allerdings ohne den „Scanner“ gemacht.