Wenn das Pulp in Hochfeld am Sonntagmorgen schließt, existiert in Duisburg nur noch eine Großraumdiskothek: Motorrad Jansen im Bergheimer Gewerbegebiet Mevissen. Das Team um Inhaber Paul Jansen kämpft mit Aktionen und neuen Formaten um Gäste.

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Am Samstag, 31. Mai, aber bleibt auch Motorrad Jansen erstmal dicht: Die Mitarbeitenden wollen bei einer Art Kondolenzbesuch den letzten Abend im Pulp Eventschloss miterleben, die „Old Daddy Revival Party“. Die Verantwortlichen aus dem Duisburger Westen wollen auch mit jenen Veranstaltern ins Gespräch kommen, die ihre Events im Pulp ausrichteten. „Wir möchten ihnen unsere Location und die Möglichkeiten hier vorstellen“, erklärt der verantwortliche Jansen-Mitarbeiter.

Motorrad Jansen: Tattoo-Aktionen, Feriendisco und Disco für Menschen mit Behinderung

Die etwa 20 Honorarkräfte und ein fest Angestellter, die für Jansen nach eigenen Angaben arbeiten, haben sich Aktionen einfallen lassen, die alte und neue Gäste anziehen sollen. Im Juni kommt ein professioneller Tätowierer vorbei. Unter den Besuchern sollen „wertvolle Tattoo-Gutscheine verlost werden“, sie können sich auch direkt vor Ort tätowieren lassen.

Zuerst war das namensgebende Motorradgeschäft an der Schauenstraße 31 in Duisburg-Bergheim (Bezirk Rheinhausen) da. 2005 wurde der Bikertreff auch eine Disco, anfangs nur einmal im Monat. Der namensgebende Motorradladen schloss 2024. Paul Jansen will die Immobilie seit 2019 verkaufen. (Archivbild)
Zuerst war das namensgebende Motorradgeschäft an der Schauenstraße 31 in Duisburg-Bergheim (Bezirk Rheinhausen) da. 2005 wurde der Bikertreff auch eine Disco, anfangs nur einmal im Monat. Der namensgebende Motorradladen schloss 2024. Paul Jansen will die Immobilie seit 2019 verkaufen. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Tanja Pickartz

Darüber hinaus kündigt Jansen-Party eine Kooperation mit dem Verein Trucker for Kids an: „In enger Zusammenarbeit sollen künftig regelmäßig Disco-Abende für körperlich und geistig benachteiligte Menschen stattfinden“, sagt ein Mitarbeiter. „Details folgen in Kürze.“ Mitte Juli sei außerdem eine Ferien-Disco für 13- bis 16-Jährige geplant.

Die Lage ist allgemein schwierig für Großraumdiskotheken, in Duisburg besonders, meint Paul Jansen: „Die Auflagen der Stadt und die hohe Gewerbesteuer machen viel kaputt.“ Auf die Behörden ist der 76-Jährige gar nicht gut zu sprechen. Am 11. Mai, am Tag landesweiter Kontrollen in der Türsteher-Szene, hatte ein Großaufgebot von Polizei, Stadt und Zoll die Jansen-Party für eine Kontrolle und eine Bargeldpfändung gestoppt (zum ausführlichen Bericht).

„2850 Euro Gema-Gebühren im Monat“

Jansen beklagt einen Imageschaden, Unternehmerfeindlichkeit und einen zusätzlichen Dämpfer für die Besucherzahlen. Und ganz allgemein explodierende Kosten. Er nennt ein Beispiel: „Wir zahlen jeden Monat allein 2850 Euro Gema-Gebühren.“ Auf der anderen Seite sei es unmöglich, den Eintritt (zurzeit 6 Euro) und die Getränkepreise zu erhöhen: „Die Leute haben immer weniger Geld.“

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Die Corona-Pandemie habe das Ausgehverhalten langfristig verändert: „Früher hatten wir in einer guten Nacht 800 bis 1000 Gäste. Heute sind es an guten Abenden 500.“ Platz wäre in den Hallen für 1600 Menschen.

Mit Themen- und Mottopartys will Motorrad Jansen ein breites Publikum von 18 bis 65 ansprechen. Die meisten Gäste sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Viele kommen aus Moers, Rheinberg, den Kreisen Kleve und Wesel, vergleichsweise wenige von der rechten Rheinseite, erläutert ein Mitarbeiter. Auch um Besucher aus dem Ruhrgebiet wolle Motorrad Jansen verstärkt werben.

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