Zoo Duisburg: Zwergflusspferd verlässt den Kaiserberg
- Zwergflusspferd Mufaro hat den Zoo Duisburg verlassen und lebt nun in einem polnischen Tierpark.
- Der Zoo Duisburg plant den Bau eines modernen Tierhauses für Zwergflusspferde, mit einer Investition in Millionenhöhe.
- Zwergflusspferde sind stark gefährdet, und der Zoo Duisburg unterstützt Artenschutzprojekte.
Der Zoo Duisburg hat einen Abschied verkündet: Zwergflusspferd Mufaro hat den Kaiserberg verlassen. Das Tier war mit seinen speckigen Falten in kürzester Zeit zu einem Liebling der Besucher geworden. Ab sofort lebt der Bulle in einem polnischen Tierpark. Der Transfer sei auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) erfolgt.

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Am 7. April 2024 kam Mufaro am Kaiserberg zur Welt. Bei der Geburt nur 7,5 Kilogramm schwer, hat er in den letzten Wochen deutlich an Gewicht zugenommen. In einer speziellen Transportbox ging es für den vierten Nachwuchs von Mutter Ayoka auf den Weg nach Polen. Dort sei er wohlbehalten angekommen, habe seine neue Anlage erkundet und lebe sich nun schrittweise ein, teilt der Zoo Duisburg in sozialen Netzwerken mit. Hier wird Mufaro auch eine Partnerin kennenlernen.

Zoo Duisburg: Abschied von einem Liebling der Besucher
Der Abschied habe sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr angedeutet und der natürliche Abnabelungsprozess von Mufaro und Mutter Ayoka begann, informiert der Zoo. „Immer häufiger gingen die Zwei ihre eigenen Wege. Auch beim Fressen duldete Ayoka ihren Nachwuchs immer weniger.“ Das ist keine Überraschung: Anders als die großen Flusspferde sind Zwergflusspferde Einzelgänger und haben feste Reviere. Das ist auch beim Duisburger Zwergfluss-Paar Atu und seiner Partnerin Ayoka so.
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„Ab einem gewissen Zeitpunkt zeigt das Weibchen dem Nachwuchs deutlich, dass er nun ‚auf eigenen Beinen‘ stehen muss“, erklärt Oliver Mojecki, zoologischer Leiter in Duisburg. „Dann ist der Moment gekommen, wo wir uns von dem Nachwuchs verabschieden müssen.“

Zoo Duisburg: Nach dem Abschied gibt es neue Hoffnung auf Nachwuchs
In Duisburg werden mit dem Abschied die Weichen für ein Zusammentreffen von Ayoka und Männchen Atu gestellt. Ihre Wege kreuzen sich nur während der Paarungszeit. „Wenn Ayoka demnächst wieder in die Hitze kommt, wird es ein Zusammentreffen der Tiere geben“, verrät Mojecki. Nachwuchs am Kaiserberg ist somit wieder möglich. „Wir haben eine klare Zuchtempfehlung des EEP“, erzählt der zoologische Leiter.
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Nachwuchs bei Zwergflusspferden ist eine Seltenheit – in Zoos werden jedes Jahr weltweit nur etwa 18 Jungtiere geboren. Die Haltung im Zoo Duisburg hat eine lange Tradition. Seit 1974 leben die speckigen Vegetarier am Kaiserberg, 25 Jungtiere sind in dieser Zeit aufgewachsen. Damit zählt Duisburg in Europa mit zu den erfolgreichsten Haltern dieser Tierart, informiert der Zoo.
Zoo Duisburg baut ein neues Tierhaus für die Zwergflusspferde
Am Kaiserberg sollen sich die Haltungsbedingungen der Zwergflusspferde verbessern: Derzeit werden die Tiere noch im veralteten Äquatorium gehalten. In Zukunft entsteht aber ein modernes Tierhaus. Für den Bau der Anlage wird der Zoo in den nächsten Jahren einen siebenstelligen Betrag investieren. Das Projekt umfasst eine 600 Quadratmeter große Außenanlage sowie ein rund 700 Quadratmeter großes Warmhaus mit Ruhezonen und verschiedenen Badestellen. Entstehen wird das neue Tierhaus auf einer aktuellen Freifläche gegenüber der Bongo-Anlage.
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Ursprünglich leben Zwergflusspferde in den tropischen Regenwäldern Westafrikas. Die Tierart gilt laut Auskunft des Zoos als „stark gefährdet“ und ist in Nigeria bereits ausgestorben. Schätzungen der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) gehen davon aus, dass in anderen Verbreitungsgebieten in Afrika nur noch rund 2000 bis 2500 Zwergflusspferde leben.
Zum Schutz von Zwergflusspferden engagiert sich der Zoo Duisburg laut eigenen Angaben im afrikanischen Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste. Hier gibt es noch eine Zwergflusspferd-Population. Mit Artenschutzspenden aus Duisburg wird ein Projekt von Naturschützern vor Ort unterstützt. Denn trotz Schutzstatus sind Wilderei, illegaler Bergbau und Holzeinschlag hier an der Tagesordnung.







