Wo ist die 500 Kilogramm schwere Skulptur „Ägypten“? Anfang Mai haben Diebe im Duisburger Kant-Park fette Beute gemacht und das Kunstwerk des schottischen Künstlers Eduardo Paolozzi geklaut. Bisher fehlt von der Plastik jede Spur. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen besonders schweren Diebstahls. Inzwischen liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft.
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„Es gab zwei Zeugenhinweise. Einer wird noch geprüft. In einem anderen Fall hat der Hinweis leider zu nichts geführt“, erklärt Polizeisprecherin Julia Tekock. Das Kunstwerk mit dem Namen „Egypt / Ägypten“ hat Paolozzi 1990 extra für das Lehmbruck-Museum angefertigt. Es stellt eine überlebensgroße Hand dar.
Kunstwerk wurde extra für Duisburg geschaffen
Sie zu bewegen dürfte nicht einfach gewesen sein. Das Werk aus Bronze misst 110 x 430 x 275 Zentimeter. „Wir gehen davon aus, dass mit einem Lkw abtransportiert wurde und dass mehrere Personen beteiligt gewesen sein müssen“, hieß es seinerzeit von Seiten der Polizei. Womöglich haben Metalldiebe zugeschlagen. Dann wäre das Kunstwerk wohl verloren. Der Wert des Werkes liegt im unteren sechsstelligen Bereich – also bei mindestens 100.000 Euro.
Die Skulptur war im hinteren Bereich des Parks, in der Nähe des Spielplatzes an der Tonhallenstraße, installiert. Anfassen war in diesem Fall erlaubt. „Im Laufe der Jahre hat sich die Hand zu einer beliebten Sitz- und Spielfläche für Kinder entwickelt“, schildert Museumssprecher Andreas Benedict. „Die Skulptur gehört zu den bedeutenden Werken der Sammlung.“ Der Künstler Paolozzi ist mit seinen Arbeiten im öffentlichen Raum unter anderem in London, Linz, München und Köln vertreten.
40 Skulpturen stehen im Kant-Park
Rund 40 international bedeutende Skulpturen stehen derzeit öffentlich zugänglich in direkter Nachbarschaft zum Museum. Alle sind gesichert, doch die Werke vor Diebstahl zu schützen, sei nicht einfach. Inzwischen hat es ein Treffen mit dem Kriminalpräventionsteam der Polizei gegeben.
„Wir hoffen, dass die Skulptur baldmöglichst wieder an ihren Platz zurückkehrt,“ sagt eine Sprecherin des Lehmbruck-Museums.