Im ehemaligen Hotel Grunewald in Hochfeld ist am frühen Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Der Dachstuhl des leerstehenden Gebäudes war aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten. Der Einsatz der Feuerwehr an der Düsseldorfer Straße dauerte bis nach 20 Uhr. Am Dienstagmorgen kündigte die Feuerwehr auf Nachfrage an, im Laufe des Tages eine Nachkontrolle am Hotel vorzunehmen.

Die ersten Anrufe zum Brand gingen laut Feuerwehr gegen 18.30 Uhr ein. „Beim Eintreffen auf der Düsseldorfer Straße schlugen bereits Flammen aus dem Dach und es kam zu einer schwarzen Rauchentwicklung“, meldete der Lagedienst. Die Feuerwehr war mit zwei Drehleitern und etwa 20 Einsatzkräften sowie vier Rettungssanitätern vor Ort. Verletzt wurde aber niemand.

Zu der Brandursache könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen, erklärte die Polizei am Abend auf Nachfrage. Ob ein Zusammenhang zu dem Brand der ehemaligen Fabrik „Schmitz Söhne“ in Alt-Homberg besteht, sei unklar. In dem Abbruchhaus war am Montagmorgen ein Feuer ausgebrochen.

Brand im ehemaligen Hotel Grunewald in Duisburg-Hochfeld
Die Feuerwehr bekämpfte den Brand aus der Höhe.© FUNKE Foto Services | Philipp Wahl

Villa Grunewald gilt als Lost Place: „Da sind immer mal wieder Leute drin“

Für die Löscharbeiten in Höhe der Stadtbahnhaltestelle „Duisburg Grunewald“ wurde die Düsseldorfer Straße in Richtung Wanheimerort gesperrt. In Richtung Innenstadt blieb die Straße befahrbar, auch die U79 konnte ungestört verkehren.

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Glücklicherweise brannte ein Teil des Daches, den die Feuerwehr von der Straße aus gut erreichen konnte. Ein Innenangriff wäre undenkbar: In die oberen Etagen des seit Jahren verfallenden Gebäudes schickt auch die Feuerwehr ihre Leute nicht mehr, nur das Erdgeschoss ist noch einigermaßen sicher begehbar. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer gut aus der Höhe, aus dem Korb der Leiter bekämpfen und verhindern, dass sich die Flammen ausbreiten. Länger dauerte es für die Einsatzkräfte sicherzugehen, dass im Gebäude nichts mehr auflodert. Sie schlugen Dachschindeln ab, um dies von außen prüfen zu können.

Schon mehrere Brände in der leerstehenden Villa

Einer der Anrufer, der die 112 gewählt hatte, war Ferdinand Kehnen, der in einem Mehrfamilienhaus nebenan wohnt: „Ich hatte die Balkontür auf und hörte es plötzlich knistern. Dann bin ich auf die Dachterrasse und habe die Flammen gesehen.“ Er und andere Anwohner sind beunruhigt: Es habe in der jüngeren Vergangenheit mehrmals kleinere Brände im Hotelgebäude gegeben. Einen Brand im Sommer 2024 hatte die Feuerwehr auch gemeldet.

Das Hotel gilt als Lost Place. „Da sind immer mal wieder Leute drin“, berichtet Ferdinand Kehnen. Dabei ist es nicht nur verboten, das Haus zu betreten, sondern auch gefährlich. Niemand kann sagen, wann die alten Böden einmal nachgeben. Das Löschwasser destabilisiert das Gebäude zusätzlich.

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Mit Bränden in der Nachbarschaft hat man im Mehrfamilienhaus an der Düsseldorfer Straße 348 schlechte Erfahrungen gemacht: Ende 2018 war nebenan nachts ein Gebäude der Duisburger Tafel abgebrannt, die Fassade des Wohnhauses wurde durch die Flammen beschädigt.

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Gebaut wurde die Villa Grunewald 1901. Die Jahreszahl ziert den Fassadengiebel. Zunächst soll ein Direktor der Philharmoniker in dem Prachtbau gelebt haben. Später, in den 1920er Jahren, wurde das Haus dann in ein Hotel umfunktioniert. Zu den illustren Gästen soll auch Schauspieler Heinz Rühmann gezählt haben.

Noch ein Lost Place brennt: Großeinsatz am Hotel Grunewald
Um 18.30 Uhr meldeten Anrufer den Brand in Duisburg-Hochfeld.© WAZ | Philipp Wahl