Manche Hunde im Tierheim Duisburg haben es schwer. Sehr schwer. Sie warten seit Jahren in der Einrichtung auf eine Chance – eine Chance, die vielleicht nie kommen wird. Doch das Tierheim möchte nichts unversucht lassen und geht jetzt einen neuen Weg, um für neun Hunde endlich ein Zuhause zu finden.

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Date Our Dogs“ nennt das Tierheim das Format für den besonderen Vermittlungsversuch. Bei begleiteten Spaziergängen in Kleingruppen sollen Interessenten die Vierbeiner, die an verschiedenen Punkten der Route warten, authentisch kennenlernen. Der Spaziergang wird von einer Hundetrainerin begleitet, die an den Stationen etwas zu den jeweiligen Hunden erzählt. Der große Vorteil: Im Zwinger verhalten sich die Tiere sehr nervös, wenn Fremde kommen. In der freien Natur können sich die Interessenten ein realistischeres Bild der Hunde machen.
Auch interessant
„Die Unvermittelbaren“: Tierheim stellt neun besondere Hunde vor
Am Sonntag, 16. März, um 10 Uhr stehen nun laut Tierheim „die Unvermittelbaren“ im Fokus. „Hunde mit Vorgeschichte, mit schwierigen Verhaltensweisen, mit Narben auf der Seele. Manche von ihnen werden das Tierheim wohl nie verlassen können“, erklären die Verantwortlichen in sozialen Netzwerken. Neun Dauerinsassen sollen an diesem Tag vorgestellt werden und eine Chance bekommen.
Einer dieser Unvermittelbaren ist Chopper, der erst dreijährige Kangal-Rüde verbringt schon fast sein ganzes Leben im Tierheim. Ein Fundtier, dem man die Ohren kupiert hatte – was bekanntlich verboten ist. Auch Bandit bringt einiges mit, was ihn in den Augen vieler Hundehalter schwierig macht: Der Fundhund hat Probleme mit der Hüfte und dem unteren Rücken, die sich schon jetzt auf seine Hinterbeine und in absehbarer Zukunft auch auf die Vorderbeine auswirken könnten.

„Nicht jeder Hund ist vermittelbar, aber jeder Hund verdient ein lebenswertes Leben“
Zu den Problemfällen zählt auch die junge Hündin Lou. Ihr früherer Halter hatte sie vor einem Jahr kurz vor Weihnachten angebunden und mit Maulkorb in einem Park ausgesetzt. So schwierig ihre Vorgeschichte sein mag, so groß sind auch ihre Fortschritte. Als sie mit einem halben Jahr ins Tierheim kam, griff sie Menschen und Autos an und ließ sich nicht anfassen. Mittlerweile haben die Pfleger im Tierheim ihr Vertrauen gewonnen, aber dieses erst einmal aufzubauen, ist eine Herausforderung. Fremden gegenüber bleibt sie skeptisch.

Bei der Veranstaltung möchte das Tierheim Duisburg zeigen, was es bedeutet, mit diesen Hunden zu arbeiten, welche Fortschritte möglich – und wo leider Grenzen gesetzt sind. „Nicht jeder Hund ist vermittelbar, aber jeder Hund verdient ein lebenswertes Leben“, erklären die Verantwortlichen. Es geht bei dem Termin deshalb auch um Aufklärung, warum manche Hunde so lange in der Einrichtung bleiben. Die Mitarbeiter erklären ebenfalls, wie der Alltag dieser Tiere aussieht und welche Möglichkeiten es gibt, aktiv zu helfen, um das Leben der Hunde so schön wie möglich zu gestalten.
Auch interessant
Tierheim Duisburg gibt nicht auf: Suche nach den richtigen Menschen
Das Tierheim hat die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben: „Gibt es vielleicht irgendwo genau den richtigen Menschen für einen dieser Hunde? Jemanden, der Erfahrung, Geduld und das Herz hat, einem unserer ‚Unvermittelbaren‘ eine echte Chance zu geben?“ Eine Vermittlung sei zwar sehr schwierig, aber nicht unmöglich. „Deshalb begleiten wir jeden Hund, der eine zweite Chance bekommt, auch nach der Vermittlung aktiv weiter.“
>> Wer einen der Langzeitbewohner treffen möchte, kann am Sonntag, 16. März, um 10 Uhr bei „Date Our Dogs“ dabei sein. Anmeldung und mehr Informationen unter info@duisburger-tierheim.de






