Der Kampf gegen marode Schulklos, kaputte Fenster und Klassen ohne Internetanbindung geht weiter. Während parallel gerade zwei Gesamtschulen neu gebaut werden und an diversen Schulen Baugerüste stehen, zieht die Stadt Duisburg Bilanz, was durch das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ des Landes Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren umgesetzt werden konnte.

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An 79 Schulen hat sich einiges verbessert dank neuer Schulklos, Erweiterungsbauten, Aufzügen und viel frischer Farbe. Rund 86,36 Millionen Euro wurden eingesetzt, um die Schulinfrastruktur zu verbessern und so auch die Bildungsqualität zu fördern. Insgesamt wurden in NRW seit 2016 zwei Milliarden Euro investiert.

Die GGS Astrid-LIndgren-Schule eröffnet den Neubau
Die Grundschule Astrid-Lindgren-Schule in Duisburg konnte 2024 ihren Erweiterungsbau einweihen, zur Freude von Schulleiterin Astrid Niermann (li.) und Mareike Kleinfeld, Leiterin des Offenen Ganztags.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Sanierung: Fast 200 Maßnahmen an Duisburger Schulen

Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) initiierten 79 Maßnahmen im Gesamtwert von 74,29 Millionen Euro zur Verbesserung der Schulinfrastruktur, schreibt Pressesprecherin Katharina Born. Das Amt für schulische Bildung verwendete die restlichen rund 12 Millionen Euro für 107 weitere Projekte, darunter 54 Maßnahmen zur Breitbandversorgung und verschiedene Maßnahmen für Außenspielgeräte und Ausstattung von Klassenräumen. Noch laufende Baumaßnahmen sollen bis 2025 abgeschlossen werden und werden aus dem Wirtschaftsplan finanziert.

„An unseren Schulen wollen wir allen Kindern in Duisburg das Rüstzeug für einen erfolgreichen Lebensweg mitgeben“, sagt Oberbürgermeister Sören Link. „Eine moderne Ausstattung und eine gute Lernumgebung sind Grundvoraussetzung, damit uns das gelingen kann. Mit „Gute Schule 2020“ sind wir diesem Ziel in den vergangenen Jahren ein gewaltiges Stück nähergekommen. Besonders freut mich, dass Schulen in allen sieben Duisburger Bezirken profitiert haben.“

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Mit 300 Maßnahmen „an der Belastungsgrenze“

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass allein die nötige Sanierung von Schulklos schon Kinder- und Lehrergenerationen an den Rand der Verzweiflung brachten.

Eine Anfrage im November ergab, dass auch die nächsten Jahrgänge noch „Spaß“ an veralteten Toilettenanlagen haben werden, bis die Altlast der Renovierungen abgearbeitet ist. (Und man vermutlich wieder von vorne anfangen muss.)

Das Albert-Einstein-Gymnasium wird vorerst weiter sein selbst gebasteltes WLAN hüten, weil es der Breitband-Ausbau nicht bis zur Schule im äußersten Westen der Stadt geschafft hat. Und in manchen Schulen fehlen weiterhin Kunst- und Musikräume, weil sie aus Platzgründen zu Klassenräumen umfunktioniert wurden. In Duisburg gibt es 200 Schulen und viele arbeiten seit Jahren mit steigenden Zahlen von Containerdörfern: Rund 500 Containerklassen sollen es in den kommenden zwei Jahren werden.

„An der Belastungsgrenze“ bei der Umsetzung

In ihrer Mitteilung bekennt die WBD denn auch, dass Auftragnehmer und Verwaltung bei der Umsetzung von über 300 ursprünglich geplanten Maßnahmen „an ihre Belastungsgrenzen“ gestoßen sind. Auch die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hatten erhebliche Auswirkungen auf den Bausektor.

Um Fördergelder nicht zurückzahlen zu müssen, griff man zu einem Trick: „31 bereits abgeschlossene Maßnahmen werden dem Land nun offiziell nachgemeldet. So können diese Projekte als förderfähig anerkannt werden“, erklärt die Sprecherin. Noch ausstehende Bauprojekte werden aus dem Wirtschaftsplan der Wirtschaftsbetriebe des Sondervermögens Immobilien finanziert.

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Zusatzbauten, WC-Sanierungen und mehr: Die Maßnahmen im Detail:

  • An den Schulen wurden 54 WC-Anlagen saniert.
  • Sechs Schulen haben Erweiterungsbauten bekommen, um dem steigenden Platzbedarf gerecht zu werden.
  • Zwei stillgelegte Schulstandorte wurden reaktiviert: Die Gemeinschaftsgrundschule Bergstraße an der Dislichstraße in Duisburg-Untermeiderich wurde saniert und ist seit 2023 im Betrieb. Die GGS Werthauserstraße soll Ende 2025 fertig saniert sein.
  • An acht Standorten wurde insgesamt saniert: Fenster wurden ausgetauscht, Sonnenschutz angebracht, Trink- und Abwasserleitungen erneuert, der Brandschutz verbessert und vieles mehr.
  • Drei Schulstandorte sind jetzt barrierefrei, weil Aufzüge installiert wurden.
  • An drei Schulen wurden die Außensportanlagen modernisiert und erweitert.
  • Das Sophie-Scholl- Berufskolleg erhält eine neue Lehrküche und ein Lehrrestaurant.
  • Für zukünftige schulische Zwecke hat die Stadt außerdem ein Grundstück erworben.

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Sechs Schulen wurden besonders umfangreich saniert

Die Astrid-Lindgren-Grundschule konnte im August 2024 einen dreigeschossigen Erweiterungsneubau einweihen. Künftig ist die Schule vierzügig. Ende Januar hat die GGS Salzmannschule in Neumühl ihren Erweiterungsbau feierlich eröffnet. Hier sind eine neue Mensa, eine Aula sowie Funktions- und Therapieräume für den Offenen Ganztag entstanden.

Vom Glockenturm der Gemeinschafts-Grundschule Hochfelder Markt sieht man die neuen Photovoltaik-Felder auf dem Dach des Erweiterungsbaus.
Vom Glockenturm der Gemeinschafts-Grundschule Hochfelder Markt sieht man die neuen Photovoltaik-Felder auf dem Dach des Erweiterungsbaus.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Durch einen Erweiterungsbau kann die GGS Vennbruchstraße in Walsum eine zusätzliche Klasse aufnehmen. Außerdem sind eine neue Turnhalle und eine neue Mensa kurz vor der Vollendung. Die Gesamtschule Emschertal in Neumühl hat seit Mai 2024 eine neue Mensa mit moderner Küche.

Die GGS Hochfelder Markt in Hochfeld hat durch einen Erweiterungsbau, der noch im Frühjahr fertig werden soll, zusätzliche Räume für Unterricht, Ganztagsbetreuung, sowie eine Aula und Bibliothek. Eine Dachbegrünung und eine Photovoltaik-Anlage gibt es on top. An der GGS Mevissenstraße in Bergheim entsteht durch einen zweigeschossigen Erweiterungsbau Platz für eine neue Mensa und Funktionsräume. Laut WBD soll die Fertigstellung und Übergabe noch in diesem Jahr erfolgen.

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