Lichterketten, Kerzen und sogar Leuchtschwerter verwandeln den Duisburger Innenhafen am Freitagabend bei Einbruch der Dunkelheit in ein Lichtermeer. Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, zu dem etwa Kirchen, Gewerkschaften und andere (Sport-)Vereine gehören, hat zu einer Demo gegen Rechts aufgerufen. Laut Polizei versammelten sich etwa 2000 Menschen rund um das Hafenbecken.

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Auf Flaggen und Banner sollte bewusst verzichtet werden. „Wir wollen ein überparteiliches Zeichen setzen“, betont Dr. Christoph Urban, Superintendent der evangelischen Kirche. Zwar mischten sich einige Politiker unter die Leute, darunter Oberbürgermeister Sören Link, doch politische Reden gab’s keine. Stattdessen einen ökumenischen Gottesdienst in der Salvatorkirche.
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Menschenkette am Innenhafen Duisburg: 30 Fotos von Teilnehmern
Polizei Duisburg: 2000 Teilnehmer waren am Freitag dabei

Den hielt Urban gemeinsam mit Pfarrer Niklas Belting von der katholischen Kirche, Pfarrer Winterberg von der Salvatorkirche sowie Vertretern von Diakonie und Caritas. Am Eingang bekam jeder eine Kerze. 300 haben sie bereitgestellt. Sie sind schnell vergriffen.
Wir haben den Eindruck, dass wir immer mehr auseinanderdriften. Dagegen wollen wir ein entschiedenes Zeichen setzen.
Dr. Christoph Urban, Superintendent der evangelischen Kirche
„So voll war es lange nicht mehr in der Kirche“, sagt einer anerkennend. Er nickt zustimmend, als Urban betont: „Das gesellschaftliche Klima erkaltet zunehmend. Das bereitet uns Sorgen. Wir haben den Eindruck, dass wir immer mehr auseinanderdriften. Dagegen wollen wir ein entschiedenes Zeichen setzen: Wir zeigen Gesicht und bilden eine Kette aus Lichtern und Menschen. So senden wir ein deutliches Signal an jene, die unseren Zusammenhalt spalten wollen: Nicht mit uns!“
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Auch Pfarrerin Barbara Montag, Geschäftsführerin der Diakoniewerk Duisburg GmbH, erklärt: „Wir kommen heute zusammen, um deutlich zu machen, dass wir uns für ein friedvolles Duisburg einsetzen. Für alle, mit Herz und Verstand. Denn Duisburg ist echt bunt.“

Silke und Klaus sind in den vergangenen Wochen schon öfter auf die Straße gegangen. Sie wärmen ihre Hände an den Kerzen. „Aber man muss auch bei diesen Temperaturen zu seiner Haltung stehen“, findet Klaus. Und Silke sagt: „Wir leben im Ruhrgebiet, das ist bunt und soll auch so bleiben.“ Auf ihrem selbst gebastelten Windlicht ist zu lesen: „Menschenrechte statt rechte Menschen.“
Junge Demonstranten sagen: Konflikte zwischen Generationen brechen auf

Viele Teilnehmer loben die friedliche Atmosphäre des Lichtermeers. Jüngere Demonstranten berichten, wie sie angesichts der aktuellen Debatte sogar im Familienkreis in Diskussionen geraten. Tim und Patryk haben ihre regenbogenfarbenen Leuchtschwerter dabei, die sie sonst bei Rollenspielen einsetzen. Am Innenhafen sind sie einer der Farbtupfer des Abends.
In den vergangenen Tagen hat es in Duisburg immer wieder Demos gegen Rechts gegeben. Superintendent Urban appelliert: „Der Bundestagswahlkampf ist hitzig. Gerade jetzt ist es essenziell, einen kühlen Kopf zu bewahren und das große Ganze im Blick zu behalten.“
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