Es war nicht weniger als eine Zäsur für Duisburg – vielleicht sogar ein bisschen für Deutschland. Im August 2007 wurden sechs Menschen vor dem Restaurant „Da Bruno“ nahe der Innenstadt erschossen. Schnell stellte sich heraus, dass die Toten wie die Täter Mitglieder zweier verfeindeter Familien der ’Ndrangheta waren. Mitglieder der Mafia.

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Mit dem brutalen Sechsfachmord stand die ’Ndrangheta plötzlich deutschlandweit im Rampenlicht. Ihre Geschäfte und Machenschaften kamen ans Licht. Etwas, das die mächtige Organisation unbedingt vermeiden wollte.

Der Duisburger Journalist Milan Panek hat das bei seinen Recherchen für den Funk-Kanal „STRG_F“ (Online-Angebot von ARD und ZDF) hautnah miterlebt. Für die Dokumentation „Mächtig und verschwiegen: So arbeitet die ’Ndrangheta in Deutschland“, die ab sofort auf youtube.com angeschaut werden kann, hat er mit Mafia-Anwälten gesprochen, mit Ermittlern und Polizisten, war im ’Ndrangheta-Heimatdorf San Luca, interviewte mit Experten – und stolperte bei seinen Recherchen immer wieder über seine Heimatstadt. Duisburg.

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Nicht nur wegen der Mafiamorde von 2007. Sondern auch wegen des sogenannten Pollino-Prozesses, bei dem in Düsseldorf 14 Männer, davon fünf Mitglieder der ’Ndrangheta, neben weiteren Delikten der Handel mit 680 Kilo Kokain vorgeworfen wird. So steuert Panek eine Duisburger Eisdiele an, deren ehemaliger Inhaber bei einer Razzia festgenommen wurde, ein ehemaliger Mitarbeiter saß vier Jahre in Untersuchungshaft. Vor Ort versucht der Duisburger Journalist, mehr über die Hintergründe herauszufinden.

Duisburger Nummernschild in italienischem Mafia-Dorf

Seine Recherchen führen ihn aber auch nach San Luca in Kalabrien, in die Heimat der ’Ndrangheta. Ein wenig überraschend allerdings: Im kleinen Dorf stehen und fahren überall Autos mit deutschen Kennzeichen herum, auch eins mit Duisburger Nummernschild. Mit einem alten Italiener findet Milan Panek schließlich einen Dorfbewohner, der ihm Einblick ins Dorfleben gewährt.

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Der Duisburger besucht noch viele andere Orte und Menschen, die mit der ’Ndrangheta zu tun haben oder hatten, und zeichnet nach und nach ein klareres Bild einer Mafia-Organisation, die seit Jahrzehnten in Deutschland und Duisburg operiert, die es sehr lange sehr gut schaffte, ihren Namen aus der Öffentlichkeit herauszuhalten – zumindest, bis sie 2007 für eine Zäsur sorgte.