Wenn es so etwas wie eine deutsche Sehnsucht gibt, dann strebt sie gen Italien. Schon Goethe hing lässig in der Campagna, und bis heute verzehren sich ungezählte Teutonen nach dieser italienischen Leichtigkeit, nach der „Dolce Vita“. Ein zünftiger Italienurlaub im Sommer hilft da, aber Budget wie Urlaubstage sind ja begrenzt. Also greift der italophile Deutsche zur Musik, die zumindest die Seele zurück an diesen Sehnsuchtsort schickt. Besonders schön ist das natürlich live. Ein Glück also, dass Sänger und Gitarrist Riccardo Doppio in Duisburg zu seinen „Momenti Italiani“ einlädt!
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Am 2. und 3. Oktober spielt der gebürtige Italiener sein Programm jeweils um 19 Uhr im Kirchort St. Barbara an der Fahrner Straße 60 in Röttgersbach. Die „Momenti Italiani“ bestehen dabei aus Eigenkompositionen und italienischen Klassikern, zwischen den Songs erzählt Doppio aber auch Anekdoten aus 50 Jahren Musik in Italien und Deutschland. Seine Band ist dabei so erfahren wie hochkarätig: Heinz Hox spielt Klavier und Akkordeon, Wolf Simon trommelt und Marius Goldhammer spielt Bass. Als besondere Unterstützung ist außerdem das Streichquartett „Indigo“ dabei.
Als Gastarbeiter-Kind in den Ruhrpott und mit der Gitarre gegen die Einsamkeit
Für Riccardo Doppio selbst ist das Konzert eine ganz persönliche Angelegenheit. „Meine Liebe zur Musik habe ich auf Sardinien im Alter von sechs Jahren entdeckt“, erinnert sich der Musiker. Zu Nini Rossos „Il Silenzio“ schnappte er sich damals eine alte Gitarre und „spielte mit“ – und die Gitarre sollte fortan ein überlebenswichtiger Begleiter sein.
Doppios Vater lebte schon drei Jahre lang als Gastarbeiter in Gelsenkirchen-Ückendorf, als er Riccardo und seine acht Geschwister nachholte. Das war Ende 1973. „Den Kohlenpott fand ich anfangs toll“, erzählt Doppio. „Der dreckige, schwarze Schnee, die Räume der ehemaligen Metzgerei, in der wir anfangs wohnten. Das war alles neu und aufregend. Erst ein paar Monate später, als mir bewusst wurde, dass wir von nun an für immer in Deutschland wohnen würden, im Ruhrpott, kam die Traurigkeit.“
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Seine Gitarre, sagt Doppio, wurde Freund, Wegbegleiter und Mittel gegen die Traurigkeit. „Wenn ich die Gitarre in die Hand nahm, verschwand die Einsamkeit.“ Mittlerweile ist der Musiker natürlich ganz und gar angekommen in dieser Gegend, die so anders ist als Sardinien. Seit 40 Jahren macht er Musik, als Solokünstler, mit dem italienischen Sänger Alex Britti, mit Udo Lindenberg – und eben ganz intim und privat, so wie im Oktober.
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