In der Stadt- und Landesbibliothek gibt es ein besonderes, nachhaltiges Angebot: Hier können Dortmunderinnen und Dortmunder Saatgut ausleihen, um Gemüse in ihrem eigenen Garten anzubauen. Die sogenannte Saatgutbibliothek gibt es bereits seit zwei Jahren – doch das Angebot ist in dieser Zeit stetig gewachsen.

Die Stadt- und Landesbibliothek in Dortmund bietet eine sogenannte Saatgutbibliothek an. Lektorin Sina Kirchhoff erklärt, wie das Konzept funktioniert.
Die Saatgutbibliothek ist im zweiten Obergeschoss, etwas versteckt zwischen thematisch passender Literatur.© Funke Medien NRW | Tom Hoops

Bibliothek hat einige besondere Arten im Sortiment

Sina Kirchhoff, Lektorin der Bibliothek, erklärt: „Das Angebot wird von vielen Leuten aus Dortmund angenommen.“ Mittlerweile ist die unscheinbare Bibliothek im zweiten Obergeschoss ordentlich angewachsen. Aus sechs Kategorien können die Besucher Samen auswählen: Salat, Tomate, Blume, Bohnen, Erbse, Gartenmelde und Bohne. Darunter etwa die „Gartenbohne“, die seit den 60er-Jahren angebaut wird, oder die Tomate „Gelbes Ochsenherz“. „Manchmal bekommen wir sogar Besucher aus anderen Städten, die extra für die besonderen Sorten herkommen“, ergänzt Kirchhoff.

Die Stadt- und Landesbibliothek in Dortmund bietet eine sogenannte Saatgutbibliothek an. Lektorin Sina Kirchhoff erklärt, wie das Konzept funktioniert.
Sina Kirchhoff ist Lektorin in der Stadt- und Landesbibliothek in Dortmund.© Funke Medien NRW | Tom Hoops

Das Konzept, das es auch in vielen anderen Städten gibt, ist simpel und folgt einem nachhaltigen Kreislauf-Modell. Wer Samen ausleiht, kann diese bei sich im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. Nach der Ernte können Besucher der Saatgutbibliothek ein paar der neuen Samen in beschrifteten Tütchen wieder zurückbringen. Damit schließt sich der Kreis und die Artenvielfalt bleibt erhalten. Vorausgesetzt, es finden regelmäßig einige Samen den Weg zurück in die Bibliothek.

Saatgutbibliothek kooperiert mit vielen Schulen

Zum Ausleihen braucht man zwar einen Bibliotheksausweis, kann dann aber vollkommen kostenlos das Saatgut mitnehmen. Wer sich mit der Gartenarbeit bislang bisher nicht so gut oder gar nicht auskennt, muss sich nur im direkten Umfeld der Saatgutbibliothek umschauen: Hier im Gang stehen zahlreiche Bücher, mit denen das Anpflanzen und Ernten ganz sicher gelingt.

Nach Angaben der Stadt ist das Projekt der Saatgutbibliothek in Kooperation mit dem Projekt „Querbeet“ entstanden, das auch die finanzielle Förderung übernimmt. Laut Kirchhoff arbeitet die Stadt- & Landesbibliothek mittlerweile mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen, darunter ein Großteil der Schulen im Stadtgebiet.

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Die Öffnungszeiten der Saatgutbibliothek sind an die Zeiten der Stadt- und Landesbibliothek geknüpft. Sie ist von Montag bis Samstag zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet.