Mehrere Tausend Menschen haben am Dienstag ab 17.15 Uhr in der Dortmunder Innenstadt an einer pro-kurdischen Demonstration teilgenommen. Die Demo stand nach Polizeiangaben unter dem Motto „Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern“ und stand vermutlich im Zusammenhang mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien. Bei einer Liveübertragung eines Teilnehmers im Internet waren zahlreiche pro-kurdische Flaggen zu sehen.

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Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Angemeldet waren laut Polizei ursprünglich 400 Menschen. In der Spitze seien es dann 4000 gewesen, sodass weitere Polizeikräfte auch aus umliegenden Polizeibehörden hinzugezogen worden seien, sagte ein Polizeisprecher. Nach dpa-Informationen waren mehrere hundert Beamte im Einsatz.
Polizei: Großteil der 4000 Demonstrierenden war friedlich
Die Demo verlief durch die Innenstadt. Der Aufzug sollte laut Polizeiangaben vom Platz der Deutschen Einheit über den Wall und den Brüderweg zurück zum Platz der Deutschen Einheit führen. Wegen der höheren Teilnehmerzahl musste die Strecke geändert werden. Auf der Wallstrecke wurde der Aufzug zeitweise auf den gesamten Wall ausgedehnt. „Der Großteil der 4000 war friedlich“, so ein Polizeisprecher. Am Rande des Demozuges habe es allerdings Auseinandersetzungen gegeben. Wer daran beteiligt war und ob es auch zu Handgreiflichkeiten kam, werde noch ermittelt.

In der Brückstraße demolierten noch Unbekannte einen Imbiss, indem sie Stühle gegen die Scheiben des Lokals warfen. Einem Bericht der Ruhr Nachrichten zufolge handelt es sich um ein syrisches Restaurant. Am frühen Mittwochmorgen spricht die Polizei sogar von mehreren Imbissbetrieben. Die Beamten leiteten zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ein. Weitere Ermittlungen zur Identifizierung der Tatverdächtigen dauern an.
Dass ein möglicherweise syrisches Lokal betroffen ist, legt den Gedanken nahe, dass der Angriff vor dem Hintergrund der Situation in Syrien verübt wurde. Dort waren in den vergangenen Tagen die Truppen der neuen syrischen Regierung in den von Kurden bewohnten Nordosten Syriens vorgedrungen. Am Abend verkündeten sowohl das syrische Verteidigungsministerium als auch die mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) eine viertägige Waffenruhe.

Während der Demonstration in Dortmund zündeten Teilnehmer auch Pyrotechnik. Durch die Explosion von Knallkörpern gegen Ende der Demo seien sieben Polizeibeamte verletzt worden, so der Polizeisprecher. Dabei handelt es sich mutmaßlich um Knalltraumata. Es gebe keine Hinweise, dass die Böller gezielt gegen die Beamten geworfen worden seien, sagte der Sprecher weiter. Zudem sollen Demonstrierende Steine auf die Einsatzkräfte geworfen haben, heißt es in einer Polizeimeldung am frühen Mittwochmorgen. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden. Die Beamten unterstützten zu diesem Zeitpunkt die Bundespolizei im Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofs bei einem Einsatz. Verletzte Polizisten wurden medizinisch versorgt. Die Versammlung endete kurz nach 19 Uhr.
Auch in anderen deutschen Städten gab es am Dienstagabend pro-kurdische Demonstrationen mit zum Teil mehreren tausend Teilnehmenden, darunter Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Bremen.
mein/dpa/afp




