Die Traditionsmetzgerei Scharun gibt nach mehr als 20 Jahren die Bio-Zertifizierung ab. „Zum 1. Oktober stellt der Betrieb sein Sortiment von der formellen Bio-Zertifizierung auf ein sorgsam ausgewähltes Premium-Naturfleisch-Konzept um“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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Der Familienbetrieb, der in der vierten Generation geführt wird, erklärt: „Der Markt für zertifiziertes Bio-Fleisch hat sich in den letzten Jahren dramatisch verteuert. Für viele qualitätsbewusste Handwerksbetriebe und deren Kunden stehen die enorm gestiegenen Rohstoffpreise im Bio-Segment zunehmend außer Verhältnis. Um diese Preisspirale nicht weiter ungebremst an die Verbraucher weitergeben zu müssen, hat sich die Metzgerei Scharun zu einem strategischen Befreiungsschlag entschieden, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Bio-Fleisch: Preisexplosion zwingt Betrieb zum Umdenken
Die drastischen Preissteigerungen der vergangenen Jahre würden das Lebensmittelhandwerk und die Verbraucher vor beispiellose Herausforderungen stellen. „Besonders im Segment für zertifiziertes Bio-Fleisch haben sich die Beschaffungs- und Erzeugerpreise extrem nach oben entwickelt“, teilt Scharun mit.
„Auch setzen viele Biofleisch-Betriebe auf Direktvermarktung oder wenden sich den großen Lebensmittelketten zu. Die Traditionsmetzgerei Scharun aus Bottrop, die seit 1912 für handwerkliche Spitzenqualität steht, zieht daraus nun eine Konsequenz.“
Scharun betont ausdrücklich, dass der Verzicht auf das Bio-Logo keinerlei Kompromisse bei der Qualität bedeutet. „Wir werden nach wie vor Fleisch aus artgerechter Haltung haben“, betont Metzgermeister Burkhard Scharun auf Nachfrage der Redaktion.
Die Preise im Biofleisch-Sektor sind in den letzten Jahren förmlich explodiert. Wir standen vor der Wahl: Entweder geben wir die extremen Marktpreise für Bio-Rohware eins zu eins an unsere Kundschaft weiter – oder wir schlagen einen eigenständigen, vernünftigen Weg ein.
Metzgerei Scharun, in einer Pressemitteilung
Doch der Verzicht auf das Bio-Logo hat Folgen. Bruder Ulrich Scharun erklärt: „Wir dürfen nicht mehr damit werben. Wir sind keine Bio-Metzgerei mehr, sondern eine Naturfleischerei.“
Der Betrieb war in den 1990er-Jahren ein Pionier bei der Umstellung auf Naturfleisch und führte Anfang der 2000er-Jahre die Bio-Zertifizierung ein.
Metzgerei setzt weiter auf Qualität und artgerechte Tierhaltung
„Mit der Neuausrichtung kehrt die Metzgerei zu ihren Kernwerten zurück: erstklassige Rohstoffe unabhängig von einer Zertifizierung“, so das Traditionsunternehmen.
Der Fokus liege weiterhin auf langsam wachsenden Rassen – wie dem Schwäbisch-Hällischen Landschwein und dem Alpenrind –, artgerechter Auslaufhaltung und dem strikten Verzicht auf routinemäßigen Antibiotika-Einsatz.
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Die Entscheidung hat einen wirtschaftlichen Grund. So erklärt Scharun in der Pressemitteilung: „Die Preise im Biofleisch-Sektor sind in den letzten Jahren förmlich explodiert. Wir standen vor der Wahl: Entweder geben wir die extremen Marktpreise für Bio-Rohware eins zu eins an unsere Kundschaft weiter – oder wir schlagen einen eigenständigen, vernünftigen Weg ein.“

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Weiter heißt es: „Unser Anspruch war und bleibt das beste Fleisch, das wir verantworten können. Durch die Umstellung auf ausgewählte Premium-Naturfleisch-Erzeuger entkoppeln wir uns von der Preisspirale des Bio-Marktes und investieren direkt in Tierwohl, regionale Höfe, faire Verkaufspreise und handwerkliche Tradition.“




