Update Dienstag, 23. Juni: Seit kurz vor 12 Uhr ist die Hattinger Straße in Linden-Mitte in beiden Fahrtrichtungen wieder freigegeben. Polizeisprecher Jens Artschwager: „Nur der Gehweg auf der Seite der Brandruine und der Parkstreifen bleiben gesperrt.“

Täglich (außer Samstag)
Deep im Westen: Jetzt kostenlos anmelden!
Karo, Sarah und Marian bringen Dir am Abend die wichtigsten Bochum-News direkt ins Postfach.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Stadt Bochum erklärt: „Die Sperrung war erforderlich, da das Brandobjekt erhebliche Schäden aufwies und Einsturzgefahr bestand. Die unmittelbare Gefahr durch herabfallende Bauteile konnte durch einen Teilabbruch des Gebäudes beseitigt werden.“
Der Verkehr und auch die Straßenbahnlinien 308 und 318 können wieder fahren. Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann: „Es kann noch zu Unregelmäßigkeiten kommen, sodass nicht jede Bahn pünktlich ist. Es dauert, bis alle Bahnen an ihrem gewohnten Platz im Fahrplan unterwegs sind.“

Straße in Bochum-Linden am Montag weiter gesperrt – weiterer Brandherd gefunden
Update Montag, 22. Juni: Der Dachstuhl ist bereits abgetragen. Doch die Hattinger Straße bleibt vorerst weiter gesperrt. Grund: Es wurden am Montagnachmittag weitere Brandnester entdeckt. Die Bogestra stellte derweil einen Mast auf, um wieder eine Verbindung zur Oberleitung zu schaffen.
Die bisherige Befestigung der Fahrleitung am beschädigten Haus wird damit ersetzt. Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann erklärt mittags, das werde noch einige Stunden dauern. „Wenn der Mast steht, müssen wir noch einige Tests machen.“ Busse verkehren zwischen Röderschacht und Lewacker Straße. Wer ins Lindener Zentrum will, muss von dort aus laufen.
Nachmittags heißt es: Die Hattinger Straße wird auch am Dienstag nicht freigegeben, weder für Autos noch für Bahnen. Charlotte Meitler, Sprecherin der Stadt Bochum: „Der Grund ist, dass noch ein Brandherd in dem Haus gefunden wurde.“ Am Dienstag soll mit Unterstützung der Feuerwehr aus Duisburg von der Rückseite ein spezieller Löschschaum ausgesprüht werden. „Das Bauordnungsamt kann nicht abschätzen, ob die Straße am Dienstag wieder freigegeben werden. Bis dahin bleibt die Schutzzone vor dem Haus gesperrt“, so Meitler.

Großbrand in Bochum-Linden: Was die Einsatzkräfte am Samstag zu tun hatten
Nach dem großen Feuer am Donnerstagabend in einem Wohn- und Geschäftshaus in Bochum-Linden haben Einsatzkräfte am Samstag weitere Sicherheitsarbeiten durchgeführt. In Absprache mit dem Bauordnungsamt hat das Technische Hilfswerk (THW) zwei einsturzgefährdete Giebel des Altbaus abgebaut.
Damit verhinderten die Einsatzkräfte, dass Teile auf den Gehweg und den Parkstreifen vor und neben dem dreistöckigen Gebäude stürzen konnten. Außerdem wurden Strom-, Gas- und Wasserleitungen der Stadtwerke vor dem Haus entfernt.
Laut Stadt ist das Brandobjekt einsturzgefährdet und nicht begehbar. Die Feuerwehr spricht von einer „akuten Gefahr durch herabstürzende Gebäudeteile“. Der Eigentümer wird jetzt entscheiden, ob er das Gebäude abreißen lässt.
Wegen versteckter Brandnester im Gebäude arbeitete die Feuerwehr am Sonntag mit einem Kran, der eine Arbeitsplattform hat. Darüber setzte die Feuerwehr Wuppertal ein spezielles Löschsystem ein. „Die Einsatzmaßnahmen fanden bei außergewöhnlich hohen Temperaturen statt und stellten eine große Belastung dar“, so Feuerwehrmann Tobias Krebber.

Auch am Tag nach dem Brand roch es stark nach Rauch
Auch am Freitag, dem Tag nach dem Großbrand des Tedi-Discounters an der Hattinger Straße mitten in Linden, roch die Luft sehr stark nach giftigem Rauch. Wie muss es erst gestunken haben, als die Filiale samt ihrem Lager in Vollbrand stand und dichte schwarze Rauchwolken aus dem Gebäude schossen!

Am Donnerstagabend gegen 18 Uhr löste die Feuerwehr „Vollalarm“ aus. Alle verfügbaren Feuerwehrkräfte, auch die Einheiten der Freiwilligen, wurden aktiviert. Der Tedi an der Hattinger Straße 831 stand komplett in Flammen. Direkt über dem Geschäft befinden sich auf zwei Etagen Wohnungen und eine psychotherapeutische Gemeinschaftspraxis in einem Altbau. Auch eine Änderungsschneiderei wurde Opfer der Flammen. Retten musste die Feuerwehr aber niemanden. Menschen, die sich beim Ausbruch des Brandes in dem Gebäude aufhielten, brachten sich rechtzeitig in Sicherheit.
Tedi-Brand in Bochum: Feuer breitete sich rasend schnell aus
Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, denn bei Ankunft der Einsatzkräfte quoll schon eine Rauchwalze auf die Straße. „Wenn der Rauch so rausdrängt, Lokomotiveffekt nennt man das, zeigt dies, dass große Brandenergie da drinsteckt“, erläutert Feuerwehrmann Dominic Iven. Eine große, weithin sichtbare Rauchwolke zog am Abend über den Stadtteil.
Auch das im hinteren Bereich des Geschäfts gelegene Lager wurde komplett zerstört. Es war für die Feuerwehrleute nur über den Hinterhof des Gebäudes zu erreichen.
Dies sind die Umleitungen
Weil die Hattinger Straße in Linden zwischen den Kreuzungen Nehringskamp und Keilstraße vorerst dicht bleibt, werden Umleitungen eingerichtet:
Der Verkehr aus Richtung Munscheider Damm sowie aus Richtung Innenstadt wird über die Wuppertaler Straße umgeleitet. Über die Straße Kolkmannskamp können Verkehrsteilnehmende wieder zurück auf die Hattinger Straße fahren.
Verkehrsteilnehmende werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren und den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen.
Vom Boden und von drei Drehleitern aus bekämpfte die Feuerwehr die Flammen. Weil der Einsatz aufwendig war, kamen auch Feuerwehrleute aus Essen zur Unterstützung, berichtete die Bochumer Feuerwehr. Um den Brand im Lager zu bekämpfen, setzte die Feuerwehr auch ein spezielles „Lösch-Bohrgerät“ ein. Damit bohrte sie ein Loch in das Dach des Lagers, um Glutnester zu erreichen. Zwei Stunden dauerte die Brandbekämpfung.
Eine Frau aus dem Nachbarhaus berichtete: „Wir saßen auf der Couch, plötzlich haben wir eine große schwarze Wolke gesehen. Eine Mitarbeiterin vom Optikergeschäft unter uns hat geklingelt und meinte nur: ,Feuer, alle raus!‘
Die Feuerwehr riet den Anwohnern in der Umgebung, Fenster und Türen geschlossen zu halten
Die Hattinger Straße in Linden wurde großflächig gesperrt, zum Teil auch die angrenzende Nöckerstraße. Straßenbahnen konnten den Bereich nicht passieren.
Die Feuerwehr riet den Anwohnern in der Umgebung, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr warnte auch über die Warnapp „Nina“ vor der Rauchgasbelastung. Um kurz nach 22 Uhr wurde die Warnung aufgehoben.
Werksfeuerwehr von BP in Gelsenkirchen half mit einem mobilen Teleskopomast
Auch am Freitag musste die Feuerwehr reichlich nachlöschen, weil vor allem im Dach immer wieder Glutnester aufflackerten. Aus Ritzen und Löchern des zerstörten Daches drang immer wieder Rauch. Die Bochumer Feuerwehr konnte mit ihrer Drehleiter nicht gut in die entsprechenden Dachbereiche vordringen. Deshalb erschien die Werksfeuerwehr von BP aus Gelsenkirchen-Scholven mit einer mobilen Teleskopmastbühne. Dieses ausklappbare Gerät ermöglicht einen größeren Löschradius.
Auch interessant
Straßenbahnverkehr auf der Hattinger Straße ist stark reduziert
Der Straßenbahnverkehr der Linien 318 und 308 wurde am Brandort bereits am Donnerstag komplett eingestellt. Zwischen Bergmannsheil und Am Röderschacht war ein Bahnverkehr zwar möglich, allerdings mit reduzierter Kapazität.
Zur Brandursache gab es am Freitag noch keine Aussagen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Zwei „schaulustige Jugendliche“, so die Feuerwehr, hatten am Donnerstag Rauch eingeatmet und wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.





