In Bochum-Wattenscheid sind am späten Mittwochabend (10. Juni) zwei Transporter komplett ausgebrannt. Das teilt die Feuerwehr Bochum mit. Gegen 23.40 Uhr wurden demnach die Einsatzkräfte zur Hansastraße alarmiert. Die Brandursache ist bislang unklar, die Polizei ermittelt. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen, auch eine möglicherweise gezielte, politisch motivierte Tat nicht.

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Beim Eintreffen stellte die Feuerwehr fest, dass in der Nähe des Aldi-Marktes an der Hansastraße zwei Transporter in Flammen standen. Sie brannten auf dem angrenzenden Parkplatz an der Sommerdellenstraße. Dort stehen unter anderem Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Lebenshilfe, aber auch von Privatpersonen.

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Einsatz der Feuerwehr am späten Mittwoch an der Hansastraße in Wattenscheid
Aufgrund der Nähe zum Gebäude leitete die Feuerwehr umgehend umfangreiche Löschmaßnahmen ein. „Durch den kombinierten Einsatz von Wasser und Schaum konnte das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht und schließlich vollständig gelöscht werden“, so die Feuerwehr.
Im Einsatz waren Kräfte der Feuer- und Rettungswachen Wattenscheid, die Ausbildungseinheit sowie die Löscheinheit Heide der Freiwilligen Feuerwehr. Insgesamt waren rund 26 Einsatzkräfte vor Ort.

Niemand bei Brand in Wattenscheid verletzt
Unterstützt durch den Leiter des Supermarktes verschafften sich die Einsatzkräfte Zugang zum Gebäude, um mögliche Rauchschäden zu überprüfen. Die Kontrollen verliefen jedoch ohne Befund. Weder Rauch noch Brandschäden wurden im Gebäude festgestellt.
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Die Feuerwehr beendete den Einsatz gegen 1 Uhr in der Nacht zum Donnerstag. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand, teilen Polizei und Feuerwehr mit. Es entstand jedoch ein Sachschaden.
Ein ausgebranntes Fahrzeug gehörte dem DRK: „Riesiger Einschnitt“
Eines der beiden ausgebrannten Fahrzeuge gehört dem DRK. „Das war ein Fahrzeug aus unserem Behindertenfahrdienst, mit dem wir Schüler zur Schule fahren oder auch ältere Menschen transportieren“, so Simon Hübner, Sachbearbeiter für die Krankentransporte und sozialen Dienste beim Roten Kreuz. Dass der Wagen nun nicht mehr zur Verfügung steht, sei ein riesiger Einschnitt. „Vorgestern ist ein weiteres Auto von uns kaputtgegangen“, so Hübner.
„Die Heimat“ vermutet politisch motivierten Brandanschlag
Das andere Fahrzeug gehört laut Polizei einer nicht näher bezeichneten Privatperson. Am Donnerstag meldete sich die NPD-Nachfolgepartei „Die Heimat“ zu Wort. Nach Angaben eines Sprechers soll der zweite Wagen der Partei gehört haben. Er spricht von einem gezielten „linkskriminellen Brandanschlag“. „Die Heimat“ wird vom Verfassungsschutz zweifelsfrei als rechtsextremistisch eingestuft.
„Ziel des feigen Angriffs war ein Fahrzeug der Partei ‚Die Heimat‘“, heißt es in der Mitteilung. „Die Täter agierten dabei mit massiver krimineller Energie und nahmen mögliche Personenschäden sowie die Gefährdung unbeteiligter Dritter zumindest billigend in Kauf.“ Gemeint ist, dass der Tatort sich nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft des Aldis befindet, sondern auch nahe einer Einrichtung der „Lebenshilfe“. Der Landesvorsitzende Claus Cremer sei noch in der Nacht am Tatort gewesen, „um sich selbst ein Bild von den Ausmaßen linkem Zerstörungswahn zu machen.“
Für diese Darstellung, dass es sich bei dem Brand tatsächlich um den Angriff Linksextremer auf die Partei oder ein Mitglied handelt, gibt es bislang jedoch keine Bestätigung der ermittelnden Behörden. Die Polizei teilt auf Anfrage aber mit, dass der Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden sei. Ermittelt werde „in alle Richtungen“.
Die Ursache des Brandes ist laut Polizei noch unklar. Demnach konnten die Einsatzkräfte beim Eintreffen auch nicht mehr feststellen, welches Fahrzeug zuerst Feuer gefangen hatte. Beide Wagen hätten bereits in Vollbrand gestanden.
Nach Brand in Wattenscheid: Polizei bittet um Zeugenhinweise
Zur weiteren Untersuchung wurden die Fahrzeuge sichergestellt und an die Kriminalpolizei übergeben. Die Beamten bitten um Zeugenhinweise unter 0234 909-41 06 oder -44 41 (Kriminalwache).
Bereits vor Jahren war ein Fahrzeug des heutigen Landesvorsitzenden von „Die Heimat“, Claus Cremer, in der Sommerdellenstraße in Wattenscheid beschädigt worden. Im September 2012 zündeten Unbekannte einen Feuerwerkskörper unter seinem Auto. Damals war Cremer gerade frisch zum Vorsitzenden des NPD-Landesverbandes gewählt worden. „Wir gehen von einem gezielten Angriff aus“, erklärte die Polizei 2012. Der Staatsschutz ermittelte. Ob ein Zusammenhang zum aktuellen Fall besteht, kann die Polizei bislang nicht einschätzen.







