Als Robert Habeck am Samstag, 6. Juni, die Halle 4 in der Bochumer Jahrhunderthalle betritt, sind fast alle der rund 1000 Plätze besetzt. Der frühere Vizekanzler gehört zu den Stargästen des „Gutes Morgen Festivals“ der GLS-Bank. Und er hat an diesem Mittag eine zentrale Botschaft: Die demokratischen Parteien brauchen wieder mehr Mut, um den Rechtspopulismus zu bekämpfen.

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Habeck lobt während seines 45-minütigen Vortrags aber auch Bochum und Deutschland. „Wir sehen vor allem die Probleme“, sagt der 56-Jährige, „aber die Menschen, die nicht hier leben, die sehen in uns immer noch ein großes Versprechen. Es gibt sehr viele Menschen, die würden sofort tauschen, die wollen hier, in Bochum, in Deutschland, in Europa leben. Die schätzen das Versprechen einer offenen Gesellschaft. Für viele Menschen ist das hier das gelobte Land.“

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Allerdings: Die liberale Demokratie sei durch den Aufstieg des Rechtspopulismus gefährdet, mahnt Habeck und kritisiert deswegen Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Kommunikation.

„Der Bundeskanzler sagt permanent: ‚Arbeitet mehr!‘ Aber was ist der Plan? Wofür soll die ganze Anstrengung sein?“, fragt Habeck. Die Regierung habe keine Richtung mehr. „Das ist zu wenig.“ Die Politik müsse wieder gestalten und nicht nur verwalten.

Das Publikum applaudiert.

Robert Habeck in der Jahrhunderthalle
Natürlich voll besetzt: Die Halle 4 in der Bochumer Jahrhunderthalle, als Robert Habeck spricht.© FUNKE Foto Services | Klaus Pollkläsener

Robert Habeck: Lange Politiker, jetzt lebt er in Kopenhagen

Robert Habeck war als Grünen-Politiker von 2021 bis 2025 Vizekanzler. Im September 2025 gab er als Reaktion auf die enttäuschende Bundestagswahl (Februar 2025) sein Bundestagsmandat ab und lebt zurzeit in Kopenhagen (Dänemark). Er ist als Senior Analyst am Dänischen Institut für Internationale Studien tätig.

Hinter dem „Gutes Morgen Festival“ steckt die Bochumer GLS-Bank. Sie bezeichnet sich selbst als „sozial-ökologische Bank“. Das Festival geht noch bis Sonntag. Es gibt Workshops, Reden, aber auch ein Konzert der Popmusikerin Alice Merton. Der Eintritt ist frei. Viele Bochumerinnen und Bochumer schauen vorbei.