Im anhaltenden Tarifkonflikt im Einzelhandel nutzt die Gewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen erneut einen Brückentag, um zu einem Warnstreik aufzurufen. Am Freitag, 05. Juni, sollen Beschäftigte im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel ihre Arbeit niederlegen. Laut Verdi seien in der bisherigen Tarifrunde „schlicht unverschämte“ Lohnerhöhungen unterhalb der aktuellen Inflation geboten worden. Lesen Sie hier: Verdi-Vorständin: Vermögen der reichen Handelsfamilien wächst von Jahr zu Jahr

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Weil Fronleichnam nicht überall in Deutschland ein Feiertag ist, wird in anderen Bundesländern wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein am Donnerstag gestreikt. Erfahrungsgemäß sind die Einkaufsläden an einem Brückentag gut besucht. Jetzt könnten am Freitag jedoch einige Geschäfte geschlossen bleiben.
Tarifstreit im Einzelhandel: Kundgebung am Freitag in Bochum
Bereits seit Anfang der Woche werden die drei Edeka-Lagerstandorte in Oberhausen, Hamm und Meckenheim bestreikt. Das könne sich bis zum Ende der Woche auch auf das Sortiment ausgewirkt haben. Aus dem Lager in Oberhausen etwa werden Edeka-Märkte im gesamten westlichen Ruhrgebiet beliefert.
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Mehr als 700.000 Beschäftigte im NRW-Einzelhandel und 430.000 Mitarbeitende im Groß- und Außenhandel sind ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Die zentrale NRW-Kundgebung ist in Bochum geplant: Ab 11:45 Uhr treffen sich die Streikenden auf dem Willy-Brandt-Platz. Es werden hunderte Beschäftigte erwartet.
Die Arbeitgeber bieten im Groß- und Außenhandel eine Entgelterhöhung beginnend ab dem Monat nach Tarifabschluss von insgesamt 3,4 Prozent über eine Laufzeit von 24 Monaten. Im Einzelhandel schlägt der Handelsverband nach sechs Nullmonaten eine Entgelterhöhung in Höhe von zwei Prozent ab November 2026 vor. Weitere 1,5 Prozent soll es ab August 2027 geben.
Das fordern die Beschäftigten
Der Dienstleistungsgewerkschaft ist das zu wenig. „Das ist ein Kaufkraftverlust mit Ansage“, sagt die Verdi-Bundesvorsitzende Silke Zimmer. Die Gewerkschafterin sieht die Handelskonzerne aufgrund hoher Gewinne in der Pflicht, ein besseres Angebot vorzulegen. „Die Beschäftigten, die diese Gewinne mit ihrer Arbeit erst ermöglichen, sollen mit Lohnverlusten abgespeist werden. Das ist eine bodenlose Frechheit.“
Verdi fordert im Einzelhandel in NRW eine tabellenwirksame Erhöhung der Löhne um sieben Prozent, mindestens jedoch um 225 Euro. Darüber hinaus setzt sich die Gewerkschaft für einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro ein sowie für eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.
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Der Handelsverband NRW sieht während der anhaltenden Wirtschaftskrise jedoch weniger Spielraum. „Angesichts einer historisch schwachen Konsumstimmung und wachsender Arbeitslosigkeit befinden sich die meisten Handelsbetriebe in schwierigstem Fahrwasser. Die Unternehmensinsolvenzen nehmen drastisch zu“, sagte Verhandlungsführer Christopher Ranft bereits bei einer Verhandlungsrunde im Mai. „Für Entgeltsteigerungen haben wir fast keine Spielräume und legen deshalb ein Angebot mit Augenmaß vor.“
Die nächste Tarifrunde ist für den 11. Juni geplant.





