Erfolgreich kehrte das Adventssingen im vergangenen Jahr ins Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid zurück. Mehr als zweieinhalbtausend Menschen waren dabei. Das war allerdings die einzige Ausgabe des Events in dem frisch modernisierten Stadion – zumindest erstmal. In diesem Jahr findet das Adventssingen nicht statt. Der Veranstalter TV Wattenscheid 01 hat es überraschend abgesagt.

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„Wie bei den meisten Veranstaltungen sind es finanzielle Gründe“, sagt Klaus Retsch, zweiter Vorstandsvorsitzender des TV Wattenscheid 01. Denn: Die Kosten für die Technik und Sicherheitsdienste steigen. Auch die Verkehrsumlenkung und die Sperrung von Anwohnerstraßen müsste der Verein zahlen. „Das sind Kosten, die das Ganze in die Höhe treiben, und das nur über Ticketeinnahmen zu finanzieren, halten wir nicht für gerechtfertigt bzw. können wir das dann auch nicht garantieren.“
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Adventssiegen im Lohrheidestadion in Bochum: Finanzierung über Bürgerprojekt
Bislang hat der Verein das Adventssingen im Lohrheidestadion unter anderem über das Bürgerprojekt der Stadtwerke Bochum finanziert. Bei dem können sich Institutionen, Vereine und Organisationen unter dem Motto „Wofür schlägt dein Herz?“ für ein Sponsoring bewerben. Bochumerinnen und Bochumer können abstimmen.
Für das Bürgerprojekt seien allerdings die Regeln geändert worden, sagt Klaus Retsch. „Da wollen so viele dran, weswegen man nur noch alle zwei Jahre in die Verlosung kommt.“ Heißt: Der TV Wattenscheid 01 darf dieses Jahr nicht teilnehmen. „Das ist ein Betrag von 14.000 bis 15.000 Euro, der fehlt“, sagt er.

Die Entscheidung, das Adventssingen dieses Jahr abzusagen, stand schon immer im Raum. Der Verein wusste von Anfang an, dass er sich dieses Jahr nicht bei der Förderung der Stadtwerke bewerben kann, sagt Klaus Retsch. Die endgültige Entscheidung sei dann im Mai getroffen worden. Normalerweise fängt der Verein dann mit der konkreten Planung, die hauptsächlich von ehrenamtlichen Helfern gestemmt wird, an.
In den sozialen Medien gab es Kritik an der Stadt, dass das Event im Lohrheidestadion ausfällt. Als das Adventssingen im vergangenen Jahr das erste Mal wieder dort stattfand, habe der Verein zusätzlich Unterstützung vom Bochum-Fonds bekommen. Aber auch das war eine einmalige Förderung. „Es ist nicht der Fall, dass die Stadt uns hängen gelassen hat“, stellt Klaus Retsch klar und betont: „Wir haben keinen Groll gegen irgendjemanden.“
Den Verein deswegen in die Situation bringen, gegebenenfalls ein Defizit ausgleichen zu müssen, das möchte ich nicht und das können wir als Verein auch nicht vertreten.
Klaus Retsch, zweiter Vorstandsvorsitzender des TV Wattenscheid 01
Es sei schwierig, immer wieder an Sponsoren zu kommen. „Lange Rede, kurzer Sinn: Das Risiko war uns zu groß“, sagt er. Auch er persönlich sei bei der Vorbereitung an seine Grenzen gekommen.
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Für den TV Wattenscheid 01 gehören Veranstaltungen wie das Adventssingen nicht zum Kerngeschäft. „Den Verein deswegen in die Situation bringen, gegebenenfalls ein Defizit ausgleichen zu müssen, das möchte ich nicht und das können wir als Verein auch nicht vertreten“, sagt der zweite Vorstandsvorsitzende. „Deswegen müssen wir dieses Jahr in den sauren Apfel beißen.“
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Zwar ist die Absage schade, da es „immer eine stimmungsvolle und schöne Veranstaltung“ war. Für Retsch steht aber im Fokus, den Verein nicht in eine finanzielle Notlage zu bringen. Denn der TV Wattenscheid 01 veranstaltet in diesem Jahr weitere große Veranstaltungen, wie beispielsweise die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften sowie die Jugendmeisterschaften. „Da haben wir eine Menge vor der Brust und das möchte ich nicht durch solche Aktivitäten weiter belasten.“
Aber was bedeutet die diesjährige Absage für zukünftige Ausgaben der Veranstaltung? „Das heißt nicht, dass wir es überhaupt nicht mehr veranstalten“, stellt Klaus Retsch klar: „Wir versuchen, uns im nächsten Jahr wieder an den entsprechenden Förderungen zu beteiligen.“ Wenn das klappt, könnte in der Vorweihnachtszeit nächstes Jahr wieder im Lohrheidestadion gesungen werden.






