Locker fährt Oliver Trelenberg auf seinem Rad über den Rathausplatz in Bochum. Auf seinem blauen T-Shirt steht: „Radeln für den guten Zweck“. Genau das macht der 60-Jährige schon seit zwölf Jahren. Tausende Kilometer hat er mittlerweile auf seinem Fahrrad zurückgelegt, immer mit einem Ziel: Menschen Mut zu machen und Spenden für Hilfsorganisationen zu sammeln.

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Seit Montag (18. Mai) ist Trelenberg wieder unter dem Motto „Oli radelt“ in ganz Deutschland unterwegs. 82 Städte und Gemeinden sowie knapp 4850 Kilometer erwarten ihn. Sein erster Halt in diesem Jahr: Bochum. „Bochum ist der geilste Startpunkt, um durchs Ruhrgebiet zu fahren“, sagt er strahlend. „An der Jahrhunderthalle geht’s auf die Trasse, und von da aus kommt man überall hin.“

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Oliver Trelenberg findet sein Glück auf dem Fahrrad

Was heute wie pure Lebensfreude aussieht, begann vor vielen Jahren mit einer Leidensgeschichte. Oliver Trelenberg, der von jedem Oli genannt wird, verfällt früh dem Alkohol. Bei seinem ersten Schluck ist er gerade mal elf, zwölf Jahre alt. „Ich habe mir dann immer richtig einen reingeschüttet. Dadurch ging es mir besser“, sagt er.

Im Jahr 2003 kommt Oli endlich vom Alkohol weg, macht mehrere Therapien und entdeckt das Fahrradfahren für sich. „Ich habe gemerkt: Wenn ich auf dem Rad sitze, geht’s mir gut.“

Kehlkopfkrebs: Oli lässt sich vom Schicksal nicht stoppen

Doch zehn Jahre später kommt der nächste Schicksalsschlag. Oli erkrankt 2013 an Kehlkopfkrebs. Ein Teil seines Kehlkopfes muss entfernt werden. Eines seiner Stimmbänder ist seitdem gelähmt, vom anderen ist nur noch ein Viertel erhalten geblieben. Er bekomme nur halb so viel Luft wie ein normaler Mensch, sei schnell kurzatmig und habe eine erhöhte Erstickungsgefahr beim Essen, erzählt er.

Krebspatient radelt für guten Zweck:
Seit zehn Jahren radelt Oliver Trelenberg unter dem Motto „Olli radelt“ als Spenderadler durch Deutschland.
Oliver Trelenberg radelt unter dem Motto „Oli radelt“ durch Deutschland und sammelt Spenden für schwer kranke Kinder. © FUNKE Foto Services | Gero Helm

Aufhalten lässt er sich davon aber nicht. „Ich wusste: Ich muss irgendwann wieder aufs Rad.“, sagt der 60-Jährige. Schon zwei Jahre später sitzt er wieder im Sattel. Damals entsteht auch die Idee zu „Oli radelt“. „Ich habe mich gefragt, ob ich das vielleicht mit einem guten Zweck verbinden kann“, erklärt er.

Seitdem fährt er mit seinem Rad durch ganz Deutschland. Flyer und sein blaues T-Shirt hat er immer dabei. „Ich bitte nicht um Spenden“, sagt der 60-Jährige. „Ich komme mit Menschen ins Gespräch, gebe denen einen Flyer und sage: ‚Du weißt, was ich mache – entscheide selbst.‘“

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Besonders wichtig seien ihm die Begegnungen unterwegs. Eine davon lässt ihn bis heute nicht los: Nach einem Gespräch mit einem Mann, der am selben Tag seinen an Krebs verstorbenen Vater beerdigt hatte, meldete sich später dessen Mutter bei Trelenberg. „Sie sagte mir, dass sie das gesamte Geld von der Beerdigung für mein Projekt gespendet hat“, erzählt er. „Das war sehr bewegend.“

Oliver Trelenberg sammelte bereits über 100.000 Euro

Und das Ganze hat Erfolg: „Das ist jetzt die elfte Tour, und es wurden mittlerweile 111.000 Euro gesammelt.“ Oliver Trelenberg informiert unterwegs über Krebserkrankungen, spricht offen über seine eigenen Erfahrungen und sammelt Spenden für Organisationen, die krebs- und schwer kranken Menschen helfen.

So können Sie spenden

Wenn Sie „Oli radelt“ unterstützen und an den Verein „Wünsch dir was“ spenden möchten, können Sie das unter folgender Bankverbindung tun:

Stadt Hagen
Sparkasse an der Volme
IBAN: DE23 4505 0001 0100 0004 44
BIC: WELADE3HXXX
Verwendungszweck: Oli radelt KasZ 800900010059
Zuzüglich eigener Anschrift, wenn Sie eine Spendenquittung wünschen.

Wichtig: Die Stadt Hagen verwaltet die Spenden und gibt sie am Jahresende an den Verein weiter. Jeder Cent geht an „Wünsch dir was“. Die Stadt Hagen nimmt keine Verwaltungsgebühren.

In diesem Jahr fährt er bereits zum dritten Mal für den Verein „Wünsch dir was“. Die Organisation erfüllt kranken Kindern und Jugendlichen besondere Herzenswünsche – etwa Treffen mit Lieblingskünstlern, Helikopterflüge und Besuche bei der Deutschen Nationalmannschaft.

Doch um Geld allein geht es dem 60-Jährigen nicht. „Ich möchte Menschen Mut machen“, betont er. „Ich möchte zeigen, dass Krebs nicht immer zum Tod führt.“ Wichtig sei vor allem der eigene Wille, wieder aufzustehen. „Man muss sich mit neuen Situationen auseinandersetzen und damit abfinden.“