Shpetim Shala schlendert durch das Weitmarer Holz in Bochum. Fest im Griff hat er die metallene Kette, an der er seinen Hund Gassi führt. Canelo ist ein Rottweiler, ein sogenannter Listenhund – und der „Geschäftspartner“ des Wahl-Bochumers.

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Shpetim ist einer der bekanntesten Petfluencer Deutschlands. Das Wort setzt sich aus „Pet“, dem englischen Wort für Haustier, und Influencer zusammen. Auf TikTok folgen dem 24-Jährigen 2,7 Millionen Menschen, auf Instagram sind es knapp 400.000.
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Petfluencer zeigt Alltag mit Rottweiler und räumt mit Vorurteilen auf
Aber was macht ein Petfluencer eigentlich? „Ich zeige mein Leben mit Hund, meine Gassi-Routinen oder Rezepte“, sagt Shpetim. Seine Videos entstehen fast immer spontan und haben oft mehrere Hunderttausend Aufrufe.
Beliebt sind auch seine Reaktions-Videos, in denen er sich mit anderen Leuten trifft und filmt, wie sie auf seinen Hund reagieren. „Manche tun so, als wäre ich mit einem Löwen unterwegs“, sagt er und schmunzelt. Viele hätten Vorurteile gegenüber seinem Rottweiler. „Er ist aber total entspannt, er liebt andere Hunde.“ Mit circa 18 Monaten hat er einen Wesenstest mit Canelo gemacht, bei dem ein Gutachter das Gefahrenpotenzial eingeschätzt hat. Den hat der Hund bestanden.
Wahl-Bochumer ist eher durch Zufall berühmt geworden
Shpetims Erfolg sei eher zufällig passiert. Canelo habe er aus der Not heraus gekauft – zu Beginn der Corona-Pandemie vor sechs Jahren. „Ich wollte herausgehen“, erinnert er sich. Hundebesitzer durften mit ihren Tieren auch während der Ausgangssperre spazieren gehen. „Deswegen habe ich mir von heute auf morgen einen Hund gekauft.“

Vorher hatte er nie etwas mit Hunden zu tun. Und zu Beginn seien auch er und Canelo kein Herz und eine Seele gewesen. „Nach zwei Tagen wollte ich ihn wieder zurückgeben an den Züchter“, erinnert sich Shpetim. Er habe viel gearbeitet, sei noch in der Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gewesen. „Da dachte ich mir: Wie soll ich das machen mit einem Hund?“
Als Canelo aber seinen Kopf auf den Bauch seines Herrchens gelegt hat, sei es um ihn geschehen gewesen, erinnert sich Shpetim. „Da dachte ich mir, es wäre nicht richtig, wenn ich ihn aufgeben würde.“ Ansonsten wäre Canelo vermutlich im Tierheim gelandet.
Diese Texte haben viele Menschen interessiert
Und so fing er an, mit seinem Hund zu trainieren, erzählt der Wahl-Bochumer. „Nach fünf Tagen habe ich ihm beigebracht, auf Kommando zu essen“, erinnert er sich. Ein Video davon habe er in die Familiengruppe geschickt. Sein Bruder riet ihm, das Video bei TikTok hochzuladen – und das ging direkt viral.
Seitdem habe sich in seinem Leben einiges geändert. Seine Ausbildung beendete er, arbeitete danach rund drei Monate in Teilzeit („Einfach als Plan B“). Inzwischen lebe er aber nur noch von seinen Einnahmen durch die sozialen Netzwerke, beispielsweise durch Kooperationen mit Firmen.

Und: Er nutzt seine Reichweite, engagiert sich im Tierschutz – ein Grund, weswegen er sich nicht nochmal einen Hund vom Züchter kaufen würde. Auf Youtube postet er Videos, in denen er in Tierheimen ist, Aufklärungsarbeit leistet und Spenden sammelt.
Shpetim ist wegen eines Projektes nach Bochum gezogen
Und jetzt gab es noch eine Veränderung. Vor wenigen Monaten ist der 24-Jährige aus Bayern nach Bochum gezogen. Aber wieso gerade die Ruhrgebietsstadt? „Bochum ist der Bauchnabel von NRW“, sagt Shpetim. Ausschlaggebend seien aber seine Freunde Jordan und Semih gewesen, zwei Streamer aus Bochum, die vor allem über die Livestream-Plattform Twitch bekannt sind.
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„Die beiden sind zwei meiner besten Freunde“, sagt Shpetim. Er mache beim „Projekt X“ der beiden mit, das am 25. August auf Twitch stattfindet. Was das genau ist und welche Rolle er spielt, verrät Shpetim aber noch nicht. Ob er nach dem Projekt wieder weg aus Bochum zieht, ist noch unklar. „Ich habe mich lange nicht mehr irgendwo so wohlgefühlt wie hier“, sagt er. „Ich finde Bochum schön, ich liebe meine Wohnung, die Umgebung, die Stadt.“








